Frauen dürfen kleinere Schritte machen

Edit:
Der Artikel von Telepolis –
Schrittlänge beim Marschieren für Frauen zu lang – liest sich alles ein wenig anders. Dort wird gesagt, dass es durchaus schon vorher Bestimmungen für Frauen gab, die besagen, dass auf die Schrittlänge und die körperliche Kraft der Frauen bezüglich des Gepäcks Rücksicht genommen werden müsse, was wohl nicht geschehen ist. Geltendes Recht MUSS immer beachtet werden. Auch wenn ich es fragwürdig empfinde, solche Regelungen in der Armee, bei der Polizei und der Feuerwehr einzuführen. Feuer, Verbrecher, Kriegsgegner lesen nämlich auch keine Regelungen bevor sie aktiv werden.
Der Artikel erzeugt aber eine etwas andere Sicht auf das Ganze als der Artikel vom Spiegel. So viel zum Thema „Macht der Medien“.

Hier werden aber richtige Zahlen genannt:
„Die Mail on Sunday rechnet außerdem vor, dass die Entschädigungssumme höher ist als viele Zahlungen, die Veteranen bei Kriegseinsätzen zustehen. Wenn diese beispielsweise einen Fuß oder ein Auge verlieren, können sie nur mit einer Abfindungssumme in Höhe von 60.000 Pfund rechnen. Für den Verlust einer Hand werden einem Soldaten sogar lediglich 40.000 Pfund Kompensation gezahlt.“

Der ursprüngliche Artikel:

Heute morgen hatte ich einen interessanten Link in meinem E-Mail-Eingang.

Neofeministinnen sind ja der Meinung, dass alles sozial konstruiert ist. Dass soziale Konstruktionen aber anscheinend aus Frauensicht dann auch wieder ihre Grenzen haben, zeigt das folgende britische Gerichtsurteil:

Körperliche Probleme:
Britische Armee korrigiert Schrittlänge für Soldatinnen

Der Artikel handelt darüber, dass drei britische Soldatinnen Schadensersatzansprüche gegen die britische Armee durchgesetzt haben, weil sie gesundheitliche Probleme durch die Schrittlänge beim Marschieren in der Armee bekommen haben. Sie haben eine nicht unerhebliche Summe zugesprochen bekommen und mal wieder wird etwas wegen Frauen vom Niveau her angepasst:

Die Schrittlänge wird für Frauen herabgesetzt und Gruppen, in denen Frauen mitmarschieren, müssen sich nach dem Tempo der Frauen richten.

Das ist ein gutes Beispiel für Gleichstellung, was? Gleichstellung bedeutet immer mehr, dass Zugangsvoraussetzungen für Frauen nach unten angepasst werden. Das erlebt man an den Unis, die sogar spezielle Aufnahmeverfahren für weibliche Studenten haben, das Professorinnenprogramm, bald auch eine feste Quote für Führungskräfte usw. Männer müssen aber natürlich nach wie vor dasselbe leisten. Männer kommen bei den Einstellungstests für Polizei, Feuerwehr, usw. nicht in den Genuss „des kleineren Schrittes„. Männer bekommen keinen Schadenersatz, wenn die Schrittlänge für sie zu weit ist. Es soll nämlich auch bei der Armee Männer geben, die etwas kleiner geraten sind.

Krank an der Sache ist doch, dass man vorher weiß, worauf man sich einlässt. Sich auf etwas einzulassen, um dann Schadenersatzansprüche durchzusetzen ist dann doch etwas panne? Geldgeil? Oder ist das schon wieder das Opferabo? Die arme Frau wird bei der Armee zu viel zu großen Schritten gezwungen! Natürlich wieder nur durch Männer! Wie gemein!

Es ist allerdings verwunderlich, dass immer alles nur sozial konstruiert ist, solange man sich selbst daraus einen Vorteil konstruieren kann.

Okay, der Leistungsgesellschaft würde es ja gut tun, wenn das Leistungsniveau ein wenig herabgesetzt werden würde. Leistung, was ist schon Leistung bei der Armee, der Polizei oder der Feuerwehr? Schade nur, dass Männer nicht in den Genuss der Minderleistung kommen.

Im Zuge der Gleichberechtigung müsste man nun allerdings fordern, Schadenersatzansprüche anhand der Größe durchzusetzen. Das wird dann ein Heidenspaß bei Märschen der Armee:

Ein jeder Zug darf im eigenen Tempo laufen. Zunächst die großen Männer,  dann die etwas kleineren, dann irgendwann die großen Frauen, dann die kleineren Frauen, um niemanden zu diskriminieren dann die Rollstuhlfahrer und am Ende die Einbeinigen. Falls man jetzt aber noch feststellt, dass die Hautfarbe etwas mit der Schrittweite zu tun hat, müssen wir natürlich auch dies berücksichtigen. Wem haben wir diese „Gerechtigkeit“ dann zu verdanken: Na klar, einigen Frauen!

Entschuldigung, aber das ist doch alles Mist.

Edit:Habe gerade bei Genderama gelesen, dass Frauen damit mehr Entschädigung für Schäden durch das Marschieren erhalten, als Männer, die im Kriegseinsatz verletzt worden sind. Es lebe die Gleichstellung! Mit Gleichberechtigung hat das Ganze ja nun wirklich nichts mehr zu tun.

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20 Gedanken zu „Frauen dürfen kleinere Schritte machen

  1. Ich hatte diese Meldung zuerst für Satire gehalten, das ist doch becheuert. Natürlich soll sich bei der Armee in Friedenszeiten niemand körperlich ruinieren aber das passiert auch nicht, dafür gibt es Musterungen usw.

    Diese unterschiedlichen körperlichen Anforderungen für Frauen habe ich noch nie verstanden, der Verbrecher wird eine Polizistin nicht weniger verletzen oder langsamer weglaufen nur weil sie eine Frau ist.

    1. Jahahahaaaa… Das ist doch das Problem von heute:
      Die Realtiät überholt sowohl die Satire als auch die Verschwörungstheorie.

      Es ist alles so waaaaaahnsinnig. Der Neofeminismus bekommt den Hals genauso wenig voll wie die NSA.

      Ja, natürlich gibt es körperliche Anforderungen. Da aber Frauen alles können wollen, müssen die Anforderungen halt heruntergesetzt werden. Im Einsatz sterben dürfen dann aber natürlich nach wie vor die Männer.

      Es wäre schön, wenn wir wieder zu einer Normalität zurückkehren und natürliche Gegebenheiten akzeptieren könnten.

  2. Ich denke mal, das zumindest ein Teil der Geschlechterrollen sozial konstruiert sind. Als Beispiel seien die untertschiedlichen Idelabilder, Rechte und Pflichten von Frauen und Männern in verschiedenen Epochen und Kulturen genannt. Frauen hatten vor 100 oder 2000 Jahren jeweils unterschiedliche Rechte zu heute, ebenso hatte eine Germanin ein anderes Rollenbild zu erfüllen als eine Römerin, ein antiker Grieche ein anderes Rollenbild als sein zeitgenössischer Ägypter.

    Ob das gut oder schlecht ist, mag ich nicht beurteilen, aber da die entsprechenden Zivilisationen lange so gelebt haben, wird es zumindest funktioniert haben. Und da es eher unwahrscheinlich ist, dass dieses biologische Gründe hat dürfte das ganze sozial konstruiert sein. Wobei es durchaus biologische Unterschiede zwischen Männern und Frauen gibt und wie diese Biologie auf unser Verhalten genau wirkt, wäre sicher interessant. Kleine Menschen verdienen weniger als große, vielleicht lässt sich der bereinigte Gender Pay Gap so erklären, da Frauen im Schnitt kleiner als Männer sind.

    Zum Militärthema, ich dachte es gibt eine Mindestgröße, unter der man ausgemustert wird.

  3. Du hast aber eine andere Herangehensweise an diese „sozialen Konstrukte“. Neofeministinnen verleugnen ja biologische Gegebenheiten, die schlicht und einfach existent sind, mit der Begründung, alles sei ja nur sozial konstruiert.

    Ja, eine Mindestgröße gibt es. Deswegen war meine Musterung auch recht kurz. 😀 Wenn sich aber eine Frau aufgrund ihres Geschlechts ein paar Boni abholen kann, wird sie vielleicht irgendwann auch mal auf die Idee kommen.

    Schlimm finde ich nur, dass im Kriegsdienst Verletzte weniger Geld bekommen als diese „marschiergeschädigten Frauen“. Opferabo.

    1. Meine Herangehensweise ist anders. Nur habe ich den Eindruck, dass der Konstruktionsansatz in Maskukreisen abgeleht/heruntergespielt wird, vor allem da er von Feministinnen rauf und runtergebetet wird. Aber das ist nur mein Eindruck.

      Du bist also kleiner als 1,65 m. Es sei denn du warst bei NVA dann bist du kleiner als 1,55 m.

      Dass die Soldatinnen mehr Kohle kriegen als die Kampfverluste finde ich auch krass.

      1. Ich finde „konstruiert“ klingt nach „bestimmend gewollt“. Natürliche Entwicklungen aufgrund sozialer Umstände als „konstruiert“ zu bezeichnen ist fragwürdig. „Konstruiert“ klingt nach geplant. Das viele Dinge aus einem Plan heraus so sind, wie sie sind, ist zu hinterfragen. Daher finde ich die Begrifflichkeit „sozialer Konstrukte“ selbst etwas konstruiert. 😉

        Ja, ich bin ungefähr so groß wie Angus Young oder Prince. 😀 Ich bin 1,56 m. 😉 Die NVA hätte aber trotzdem auf mich verzichten müssen. 😉

        Das mit der Kohle ist wirklich krass. Die Damen haben ja weder eine Hand noch ein Auge oder sonstwas verloren. Von psychischen Schäden aufgrund irgendwelcher Kriegseinsätze ist auch nicht die Rede.

        1. Entsprechende Entwicklungen sind nunmal gewollt. Wenn du so willst, sie sind auch bestimmend gewollt.

          Die Durchsetzung von Menschenrechten wurde allgemein gewollt und durchgesetzt. Stichwort die Frz. Rev., Abschaffung der Sklaverei oder die Gleichberechtigung hatten Einfluss auf das Rollenbild. Nur Naturgegeben ist das nicht, es wurde vorsätzlich von Menschen eingeführt.

          Ich kann auch eine stabile Gesellschaft als rassistische, frauendiskriminierende Sklavenhaltergesellschaft aufbauen, das antike Athen sei hier als Beispiel genannt. Nur popelige 2500 Jahre später sehen wir das anders, wir haben eine andere Gesellschaft konstruiert, in der wir Leute, die ihre Äpfel lieber auf Kuchen statt auf ihrem Kommunikationsgerät haben, diskriminieren, aber weit weniger krass als die Sklaven der Antike.

          1. Ja, stimmt. „Bestimmend gewollt“ ist z. B., dass Männer früher sterben, häufiger an Krebs erkranken, mehr Selbstmord begehen usw.

            Das mag sein.

            „Bestimmend gewollt“ ist bestimmt auch, dass hier Frauen mehr Schadenersatz bekommen als Männer, die Körperteile im Krieg verloren haben.

            Stimmt. Man muss nur die Sichtweise einmal anpassen. 😉

            Ich glaube aber immer noch nicht, dass alles „bestimmend gewollt“ ist, sondern vieles einfach nur Nebeneffekte sind bzw. gar nicht existent ist. (Gender pay gap, dieser ganze #Aufschrei-Mist usw.)

  4. Selbstmord ist eine persönliche Entscheidung, die wenigsten Leute werden direkt gezwungen Selbstmord zu begehen. Klingt zynisch.

    Die Krebsursachenforschung würde ich gerne sehen, ob es an Biologischen Ursachen liegt oder ob es an einer Entscheidung liegt.

    Die Frauen haben ihr Schmerzensgeld durch eine Entscheidung eines Gerichts erhalten. Entweder Menschgemachte Gesetze angewand oder es gab eine Menschgemachte Auslegung der Gesetze angewand. Es ist kein Naturgesetz, dass irgendjemand Schadenersatz kriegt, es ist eine irgendwann aufgestellte Regel, das Schaden kompensiert werden soll, wie die Höhe der Schadenssumme ist, ist auch Menschgemacht.

    Sehr viel unsereres Umfeldes ist Menschgemacht, z.B. die REgeln. Unser Verhalten hat Konsequenzen, postive und negative, geplante und ungeplante. Wenn Entscheidungen ungeplante, negative Folgen haben, sind diese doch konstruiert, man kann von Konstruktionsfehlern sprechen.

    1. Selbstmord: Lebensumstände bringen Menschen zum Selbstmord. Lebensumstände für Männer sind evtl. schlimmer als für Frauen. Lebensumstände werden „konstruiert“. 😉

      Ich spreche nicht von „Krebsursachen“, sondern von mangelnder Prophylaxe, mangelnder Vorsorgeuntersuchungen usw. –> sozial für Männer schlechter konstruiert.

      Schadenersatz:
      Frauen erhalten mehr Schadenersatz als Männer. Frauen erhalten geringere Strafen als Männer. Die europäische Justiz ist auf dem weiblichen Auge blinder. 😉 —> sozial für Männer schlechter konstruiert.

      Du siehst:
      Diese ganzen „sozialen Konstruktionen“ sehen für den Mann oftmals sehr schlecht aus. Es ist aber nicht ALLES sozial konstruiert. Für die Frau ist alles sozial konstruiert, solange sie sich einen Vorteil daraus schaffen kann.

      Ich könnte ja noch den Bogen zu den Bildungsverlierern unserer Gesellschaft schlagen: den Jungs. Später. 😉

  5. Ich habe nie behauptet, das soziale Konstruktionen ethisch gut oder gerecht sind (z,B, Sklaverei), aber es sind soziale Konstruktionen, die man ändern kann.

    Ich persönlich fände es gut, die Konstruktion gut zu machen zum Wohle aller Menschen.

    Wo es Gewinner gibt, gibt es auch Verlierer. Die Frage ist schlichtweg, wie gehen wir mit den Verlierern um. Man kann das Bildungssystem dahingehend ändern, das alle möglichst viel Lernen, aber trotzdem wird es Gruppen geben, denen das neue System Nachteile bereitet.

  6. Ich mag den Ausdruck „Konstrukt“, „Konstruktion“ usw. ja überhaupt nicht. Eine Konstruktion ist ein techischer Begriff. Ich finde auch dieses „dekonstruieren“ total fürchterlich. Hat was von „Negativwachstum“. Aber das ist nur meine Empfinden.

    Ich mag diese Ausdrücke auch nicht, weil sie sehr einseitig betrachtet und definiert aus dem Neofeminismus stammen. Diese Betrachtungen dienen lediglich dazu, den Mann zu diskriminieren. Mag krass klingen, ist aber so.


    Du stellst selbst die Widersprüchlichkeit viele Dinge fest.

    Es geht eigentlich zunächst einmal darum, dass die Gesellschaft wieder ein normales Empfinden für die Realität bekommt. Die großen Bildungsverlierer – ich muss es nochmal sagen – sind die männlichen Kinder – die Jungs. Die sind aber momentan in den Augen der Gesellschaft weniger wert als Verlierer. Sie werden gar nicht wahrgenommen. Werden sie wahrgenommen, dann als Störer oder kranke Kinder (ADHS). Mädchen sind ruhig und lieb in der Schule und Jungs haben halt ADHS und müssen medikamentös ruhig gestellt werden.

    Solange es keine empfundene Gerechtigkeit – keine Gleichberechtigungy gibt, hat das Gerede über soziale Konstrukte keinerlei Sinn und Zweck, da diese nur einseitig betrachtet werden.

  7. Wenn dir der Begriff Konstrukt mißfällt, kann ich es auch als formelle und informelle gesellschaftliche Festlegung nennen.

    Was ist Gerechtigkeit?

    Ich sehe das Problem nicht in der Sozialen Konstruktion sondern in der einseitigen Betrachtung der Konstruktion.

    Ich weiß, das Jungen in der Bildung benachteiligt werden und dass dieser Mißstand unterbunden werden sollte oder wenigstens flächendeckend zur Kenntnis genommen werden sollte. Nur ist meine Erfahrung, das der Kampf gegen Ungerechtigkeit oft zu neuer Ungerechtigkeit führt. Wenn wir ein Optimales Bildungssystem haben, bei dem jeder gefördert würde, wäre das sehr teuer. Und das Geld werden dann überproportional die Ärmeren zahlen müssen (wahlweise über höhere Steuern oder gekürzte Leistungen), da die Reichen ihre Steuern dann in der Schweiz zahlen.

    Das Leben ist halt eine Aneinanderreihung beschissener Kompromisse.

  8. Dann lassen wir also am besten alles, wie es ist, zahlen Frauen mehr Schadenersatz für angebliche Schäden bei Militärübungen als Männern, die im Kriegseinsatz Körperteile verloren haben, belassen es bei der Benachteiligung der Jungs in der Schule usw. – es könnten ja dann andere benachteiligt werden…

    Ne, man sollte immer nach einer größtmöglichen Gerechtigkeit streben. Die Kosten sollte auch die GANZE Gesellschaft in ihren Möglichkeiten übernehmen. Damit meine ich auch gerade die übermäßig Begüteten unserer Gesellschaft.

    Es ist ein schlechtes Argument das Geld der Reichen nicht über Steuern eintreiben zu wollen, weil sie sonst Steuern in anderen Ländern zahlen würden. Das tun sie doch sowieso schon. 😉 Wenn man nämlich dann überhaupt keine Steuern von diesem Kreis nimmt, bekommt man doch auch keine Steurn…

    Ach Ef uc ce ka. Ist schon spät, ich muss ins Bett… Ich kann mich nicht mehr artikulieren…

    1. Du willst mich irgendwie mißverstehen. Bist du nicht doch eine Frau? *G* Habe ich irgendwie geschrieben, dass ich die Situation toll finde oder nicht ändern möchte?

      Wir leben in einer Welt mit begrenzten Ressourcen. Und jeder Euro, den wir für irgendwas ausgeben, können wir nicht für etwas anderes ausgeben. Wir können natürlich Steuern erhöhen, das trifft aber auf Widerstand, ich kenne fast niemanden, einschließlich Leuten, deren Einkommen von der Steuerzahlung abhängt (ÖD, Firmen die von öffentlichen Aufträgen/Fördergeldern leben), die gerne Steuern zahlen. (gerne im Sinne von Einsicht in die Notwendigkeit, für Gemeinschaftsaufgaben gemeinschaftlich zu zahlen) Jeder ist der Meinung, er zahlt sowieso schon viel zuviel. Gleichzeitig will eine Mehrheit auch keine höheren Schulden. Gleichzeitig darf kaum gespart werden (außer bei den anderen) und es soll dafür weitergehend ausgegeben werden für neue Projekte. Klassisches Beispiel meine Mutter, einerseits fordert sie jedes mal, wenn ich sie sehe, mehr öffentliche Aufgaben zur Unterbindung des jeweils aktuellen Skandals, Lebensmittelkontrollen, Überflutungsschutz, bessere Unterbringung von Flüchtlingen, Katastrophenhilfe, besser ausgestattete Kindergärten, Krankenhäuser, Schulen, Universitäten (je nachdem was gerade in den Medien berichtet wird). Aber wehe ihre Steuern werden auch nur um Centbeträge erhöht.

      Platt gesagt, die von dir geforderte Jungenförderung (die ich auch unterstütze) wird deshalb zulasten anderer Sinnvoller Projekte gehen. Ich befürchte als alter Schwarzseher, dass es darauf hinaufläuft, privilegierte Jungs auf Kosten benachteiligter Mädchen zu fördern. Mir persönlich wäre es lieber wenn benachteiligte Kinder beiderlei Geschlechts gefördert werden und die bevorzugten Kinder nicht. Nur wird man dann eine Grenze ziehen, wer benachteiligt ist und wer nicht und die Kinder, die knapp über der Grenze liegen, haben die A…karte gezogen.

  9. Nö, ich will Dich gar nicht falsch verstehen. Das passiert einfach. 😀

    Und ja, ich habe viele Eigenschaften, die allgemein als „weiblich“ gelten. Aber das ist alles nur sozial konstruiert! 😛
    Nein, mal im Ernst: Ich bemühe mich meinem Sohn auch etwas „aus der anderen Welt“ zu bieten. Feministinnen können mich jetzt gerne erschlagen:
    Ich koche, nähe, mache Zeug mit Pflanzen, backe Kekse usw. Das sind Dinge, die in meiner Kindheit noch als „Frauensache“ durchgingen.

    Es ist ja gut und schön, dass Du eine gleichberechtigte Förderung von Jungen und Mädchen forderst. Es ist aber leider so, dass schon fast ausschließlich Mädchen gefördert werden und die Jungs so langsam ein wenig Förderung bekommen sollten, damit sich das ganze überhaupt erstmal annähert. Da gab es mal auf einer Webseite den Vergleich von Jungen- und Mädchenförderung. Die Daten waren unglaublich. Da muss man sich nicht wundern, wenn ein Trittin vom begabteren Geschlecht spricht…

    Deine Forderung klingt ein wenig nach „Den Papst sollten wir auch so langsam mal finanziell ein wenig fördern!“ 😛

    Klar: Bessere Förderung für beide Geschlechter wäre toll und wünschenswert. Aber die Mädchen haben einen riesengroßen Vorsprung, der sich mittlerweile bis in die Uni hoch zieht.

  10. Und den Fördervorsprung der Mädels muss jetzt wieder in Gleichstand gebracht werden. Das die Situation scheiße ist, weiß ich selber, lese ja schon seit zwei Tagen Arne Hoffmann.

    Papst? Ist das nicht dieser totalitäre Diktatur, der sein Hauptquartier von einer Bande ausländischer Söldner bewachen lässt?

  11. Der Papst ist ein Ausländer im Ausland, der sich von Ausländern im Ausland bewachen lässt. Ist war ungewöhnlich…

    Genderama lese ich schon etwas länger. Genderama gibt einen guten Überblick, was international in Sachen Gendekawatsch und Geschlechterpolitik so los ist.

  12. Genderama hatte ich schon vor ein paar Jahren mal entdeckt, dann hatte ich ein paar Jahre kein Internet und seit nem Jahr lese ich dort regelmäßig wieder. Kein schlechtes Blog, fachlich besser als deins, aber irgendwie ist dein Blog sympathischer. Arne Hoffmann macht auf mich den Eindruck, Typ, der vorne auf ner Podiumsdiskussion sitzt und dem man zuhört und du machst eher den Eindruck Typ mit dem man ein Bierchen in der Kneipe zischt und quatscht. Bier metaphorisch gemeint, im Sinne von Tee.

  13. Du solltest einmal darauf gucken, dass Arne Hoffman zwar einen sehr guten Job macht, seine Sachen aber zumeist nur Zusammenfassungen sind.

    Oftmals wird z. B. einfach nur englischer Text zitiert. Er hat auch einen ganz andere „Infrastruktur“ als ich. Das hier ist alles eine one-man-show. 😉

    Ich habe auch gar nicht den Anspruch an mich, „wissenschaftliche“ Texte zu schreiben. Neofeminismus geht eher den Mensch aus dem Volk etwas an. Da ist eine verständliche Sprache besser geeignet.

    Dennoch ist bei mir nichts „unfundiert“.

    Wenn das hier aber „sympathisch“ herüber kommt, bin ich ja zufrieden. Ich lade hier halt eine Menge meines inneren Ballastes ab.

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