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„Ich kann da wie ein Mann sein!“

„Ich kann da wie ein Mann sein!“

Diesen Satz werde ich nie vergessen. Die Geschichte ist schon etwas älter, aber sie bringt etwas Licht ins Dunkel für mich. Sie zeigt mir ganz deutlich, wie lange das Bild des Mannes schon verzerrt ist.

Es begab sich einst, als ich mich eines Studiums befleißigte und in einem Studentenwohnheim wohnhaft war. Wie allgemein bekannt, trinken Studenten kaum Alkohol und feiern auch recht wenig – vor allem in Studentenwohnheimen. War „Auerbachs Keller“ bei Goethe nicht auch schon eine Studentenkneipe? Ich weiß es nicht mehr… Auf jeden Fall kam es eines Abends zu einem „Stelldichein“ mit einer Mitbewohnerin. Fairerwaise muss ich gestehen, dass wir beide dem Alkohol zugesprochen hatten. Ich meine mich an Oettinger – eher schlechter Jahrgang – erinnern zu können…

Wie dem auch sei, es kam also zu einem sexuellen Stelldichein. Für die Dame schien es einigermaßen zurfriedenstellend verlaufen zu sein, denn plötzlich drehte sie sich um und sagte: „So jetzt bin ich gekommen, jetzt drehe ich mich um und schlafe – ich kann da wie ein Mann sein!“ Da die ganze Sache für mich weniger zufriedenstellend bis hierher gelaufen war, war ich zunächst einmal geschockt. Ich dachte: „Da kommt doch noch was?“ Nein, es sollte nichts mehr kommen – geschweige denn ich.

Warum schreibe ich das? Ich schreibe das, weil in dieser Situation, die schon über 13 Jahre her ist, einiges zu erkennen ist. Es ist zu erkennen, welchen Blick Frauen vor 13 Jahren auf Männer hatten (und heute noch  haben!) und wie weit damals schon der Feminismus in den Köpfen der Frauen angekommen war. Es ging nicht mehr darum, dass evtl. beide Spaß an der Sache gehabt hätten, nein es ging um den eigenen Spaß. Dieses Handeln wurde dann auch direkt mit der angeblichen männlichen Art „sich nach dem Orgasmus einfach umzudrehen und zu schlafen“ begründet. Schuld war ich es also selbst. Schuld war ich es als Mann, weil Männer das allgemein ja so tun. Bis vor kurzem dachte ich ja noch, ich sei der große Held, der anders als all die anderen Männer ist. Mittlerweile geht mir auf, dass etwas an dem Bild, das auch ich viele Jahre von meinen Geschlechtsgenossen im Kopf hatte, falsch sein könnte.

Ich habe noch keinen Mann davon heldenhaft berichten hören, dass er sich direkt danach von der Frau wegdreht, um friedlich alleine einzuschlafen. So erging es mir nämlich mit der Dame damals. Warum ist mir dies aber mit dem Hinweis auf meine ganzen Geschlechtsgenossen passiert? Die Antwort ist leicht. Es liegt daran, mit welchen Bildern wir sozialisiert werden. In sämtlichen Medien geht es immer nur darum, dass der Mann „länger können muss“, zärtlicher sein soll, allgemein besser im Bett sein soll usw. Es ist nie die Rede von der Frau. Ist es nicht so, dass die Orgasmusunfähigkeit einer Frau oftmals psychisch bedingt ist? Warum muss der Mann solche Dinge durch seine Technik, sein „Stehvermögen“ usw. ausgleichen müssen? Sollte nicht eine jede Frau auch mal in sich hereinhören, ob bei ihr irgendwelche Blockaden vorhanden sind? Nein, es geht immer um den Mann.

Der Mann kommt zu früh. – Aha. Zu früh für was? Zu früh für eine Fortpflanzung? Gut, das wäre nicht im biologischen Sinne. 😉 Wer entscheidet aber, was zu früh ist? Es ist die Frau. Hat diese Frau eine gewisse Orgasmusunfähigkeit kann es dann wohl schon mal etwas dauern bis zu früh nicht mehr zu früh ist. Der Mann ist nicht zärtlich genug, Wie misst man Zärtlichkeit? Der Mann ist nicht gut im Bett. Wie misst man gut? Ist es nicht so, dass es auch gerade sexuell so ist, dass man entweder zusammen passt oder auch nicht? Ich bin ja nun in einem Alter, in dem man mehr als einen Sexualpartner hatte und ich muss feststellen, dass einige Intermezzi katastrophal waren. Lag es aber an mir? Ich würde auf Anhieb behaupten „nein“ – aber genau das ist es, was Frauen tun: Sexuell liegt es immer am Mann. Wir wachsen so auf.

Wer kennt sie nicht diese Artikel über Potenzprobleme oder dass der Mann sich doch einmal bitteschön mit dem Kamasutra u. ä. beschäftigen solle. Sobald es in einem Artikel mal darum geht, was eine Frau denn so alles falsch machen könne, ist es doch sexistische Kackscheiße. Ich stelle aber mittlerweile fest, dass das einzige, was „sexistische Kackscheiße“ war, das Verhalten jener Dame mir gegenüber war. Sie hat mich als Mensch entwertet und mich dann noch in ihre Abfalltonne der fiesen Männer, die sexuell ja soooo rücksichtslos sind, geworfen.

Um nochmal darauf zurückzukommen:
Das war so ca. im Jahre 2000. Damals hatte ich die ersten Berührungspunkte mit dem Feminismus, den ich heute lieber als Neofeminismus bezeichne. Damals war dieser Feminismus schon unter einigen Studentinnen stark verbreitet. Eine Philosophiestudentin meiner Etage schwafelte die ganze Zeit etwas vom fiesen Patriarchat. Ich habe damals dieses Gerede schon nicht begriffen, weil sich die Welt für mich schon damals anders dargestellt hat. Die gute Dame bemerkte ja auch nicht, dass sie ihr Leben komplett von Männern finanziert bekam. Sie hat praktisch die Hand gebissen, die sie gefüttert hat. Egal.

Es wurde schon damals ein negatives Bild des Mannes vermittelt. Ich erinnere mich daran, wie schon in meiner Kindheit in den 90er Jahren (des letzen Jahrhunderts des letzten Jahrtausends) Berichte in der Bravo erschienen, wie der Junge bzw. Mann länger könne, zärtlicher sei usw. Es wurde also schon den Kindern eingetrichtert,  welches Geschlecht wie sexuell funktioniert. Ich habe aber nie so sexuell funktioniert, wie mir eingeredet werden sollte. Wie schon oben gesagt: Ich kam mir wie ein Held vor, der einsam und verlassen aus der Masse der Männer herausragt. Es dämmert mir erst so langsam, dass eben genau dieses Ziel erreicht werden sollte. Der Mann sollte sich in sein Schicksal ergeben, sexuell eher primitiv zu sein und daher etwas aktiv dagegen zu tun. Auf der Seite der Frau lag in diesem Bereich keinerlei Schwäche. Ich könnte jetzt einen von Brettern und Blastechniken erzählen, aber das lasse ich jetzt mal. 😀

Dasselbe Phänomen stelle ich mittlerweile fest, wenn Frauen behaupten, sie seien die einzigen Opfer sexueller Belästigung und der Mann könne aufgrund seines Geschlechts gar nicht Opfer sexueller Belästigung werden. Das ist genau dieselbe Taktik: Der Mann ist aufgrund seines Geschlechts schlecht im Bett, der Mann kann aufgrund seines Geschlechts nicht sexuell diskriminiert oder belästigt werden. Solche Gedankengänge sind Sexismus in Reinkultur. Es sind keine männlichen Gedanken. Sie werden vielleicht auch durch Männer transportiert – z. B. auch durch s. g. lila Pudel. Das liegt aber daran, dass der Mann es von Anfang an gewöhnt ist, dass er gewisse Rollenbilder eingeredet bekommt. Schon im Kindergarten wird ihm doch gezeigt, was er wert ist. Ihm wird schon als Kleinkind – als Junge – gezeigt, dass er Mädchen gegenüber Defizite habe. Mädchen sind alle immer so lieb und Jungs prügeln sich ja nur.
Ich habe es erlebt, dass mein Sohn im Kindergarten eine gewisse Zeit nicht mehr in die „Bauecke“ durfte. Er durfte nur in die Puppenecke. „Damit er lernt, dass auch das Spielzeug für Mädchen toll sein kann.“ Da war er wieder der Bullshit, der einem oft begegnet. Wäre die Kindergartentante konsequent gewesen, hätte sie das Spielzeug für Mädchen nicht als Spielzeug für Mädchen identifiziert. Wäre sie eine gute Pädagogin gewesen, hätte sie gewusst, dass man Kinder nicht zum Gebrauch von Spielzeug zwingen kann. Ich durfte dann diesen ganzen Mist Zuhause wieder ausgleichen. Bei mir durfte mein Sohn dann wieder ein Junge sein, wie er es sein wollte.

Ich schweife ab. Ich wollte nur sagen, dass die Gehirnwäsche schon im Kindergarten anfängt. Sie geht in der Grundschule weiter. Mein Sohn wurde z. B. „besonders behandelt“, weil er der Sohn eines alleinerziehenden Vaters ist. Er stand unter besonderer Beobachtung – genau wie ich. Sämtliche Dinge, die ich unternommen habe, wurden anders gewertet als die Dinge, die eine Mutter für ihren Sohn getan hat. Ich wurde für Zahnarzttermine kritisiert, die nicht am Nachmittag lagen. Müttern blieb dies erspart. (Ich habe mehere darauf angesprochen, wie sie das denn mit den Zahnarztterminen für ihre Kindermachen würden.)

Meine „liebste Geschichte“ aber ist die, wie ich damals schon vor über 30 Jahren in der Schulklasse vor der versammelten Klasse von einer Klassenkameradin geohrfeigt werden sollte. Das Mädchen und ich sollten uns vorne vor die Klasse stellen und das Mädchen sollte mich vor dem ganzen Klassenverbung ohrfeigen. Das war dann damals wohl schon so etwas wie feministische Erziehungsmethode. Das ganze sollte passieren, weil ich eben jenes Mädchen auf dem Schulhof geohrfeigt hatte. „Ja! Selbst schuld!“ – Nein. Eben nicht. Es ist eine Gruppe von 4 oder 5 Mädchen gemeinsam auf mich losgegangen und hat mich geschlagen und getreten. Ich habe mir dann das größte Mädchen herausgesucht und diesem eine Ohrfeige verpasst. Ich wurde also nicht nur auf dem Schulhof von Mädchen attackiert, ich sollte auch noch vor der gesamten Klasse durch ein Mädchen gedemütigt werden. Das war bereits vor über 30 Jahren.

Es ist also so, dass seit langer Zeit ein Bild des Mannes vermittelt wird, das verzerrt und falsch ist. Es ist also so, dass der Mann es derartig vermittelt bekommt, dass er solche Bilder als wahr empfindet. Sie sind es aber nicht.

Schmerzlich wurde mir das bewusst, als ich mehrfach häusliche Gewalt erfahren habe. Ich wuchs mit dem Spruch „Mädchen schlägt man nicht“ auf. Ich beschrieb es hier ja bereits, dass eine Welt zusammenbricht, wenn „dieses Mädchen“ einen dann schlägt. Ob Gewalt gegen Männer auch unter die Rubrik „es gibt keinen Sexismus gegen Männer“ fällt?

Was mir gerade noch einfällt: Wie tief solche Bilder über Männer in einem veranktert sind, sehe ich an mir selbst. Ich habe einmal einen Babysitter für meinen Sohn gesucht. Ich habe explizit nach Frauen gesucht, weil die Gefahr des sexuellen Missbrauchs durch einen Mann ja größer ist. Sowas ist Müll. Ich selbst habe also in mir sexistische Bilder vom Mann. Alles dank der Gehirnwäsche, die wir schon seit Kindesbeinen ertragen müssen.

Btw.: Den Ausdruck „sexistische Kackscheiße“ benutze ich lediglich aus „rhetorischen Gründen“. Ich finde ihn dämlich.

35 Gedanken zu „„Ich kann da wie ein Mann sein!“

    1. 😀

      Ja, ich habe dann auch auf weitere solche Abende verzichtet. Na gut, auf’s Oettinger weniger. Mittlerweile trinke ich allerdings gar keinen Alkohol mehr.

  1. Solch ähnliche Erfahrungen aus der Grundschulzeit kann ich bestätigen, wenn auch weniger krass. Meine Unterstufenklassenlehrerin hat so ziemlich klassisch Akademikerkinder und Mädchen bevorzugt. Und die Jungs sollten zu Kavallieren erzogen werden. Ein Superbeispiel Jungs wurden bestraft, weil sie Steine auf Mädchen geworfen hatten. Rate mal, wer zuerst geworfen hatte und wer nicht bestraft wurde? Wir hatten auch ne Lehrerin, die hat Mädchen genauso hart bestraft wie die Jungs bei Scheißebauen. Die Mädcheneltern sind bis zum Stadtschulamt beschweren gegangen weil die Lehrerin so streng war. Wobei man sagen muss, die Lehrerin war fair, wenn du keinen übermäßigen Scheiß gebaut hast, war sie kulant, nur ab einem Punkt, wurde bestraft. Die Jungs hatten das recht schnell kapiert, die Mädels dachten, sie hätten Narrenfreiheit wie bei der anderen Lehrerin.

    1. Ja, wie Jungs mit dem Bewusstsein aufwachsen, dass sie die bösen Menschen sind, wachsen Mädchen mit dem Bewusstsein auf, dass sie die lieben, unterdrückten Menschen sind.

      Ich finde viele kleine Mädchen haben schon eine Prinzessinnenattitüde, die unerträglich ist. Daran sind aber auch manche „Papas“ schuld, die ihre Töchter wie Prinzessinnen behandeln. Es ist ja ein Problem, dass viele Männer – ich ja auch – an diese ganzen vermittelten Bilder glauben. Ich lege viele Dinge aber zum Glück langsam ab.

      1. Das viele Mädchen eine Prinzessinnenattitüde haben und so erzogen werden, sehe ich genauso, aber ich habe auch schon genug Jungen erlebt, die eine Prinzenattitüde haben. Ich denke, das liegt weniger an Genderei sondern an der fehlenden Disziplinvermittlung und Vertrauen der Eltern. Einerseits dürfen die Kinder viel, andererseits wird ihnen nichts zugetraut. Ich durfte zwar nie lange aufbleiben und musste mich in der Öffentlichkeit benehmen, aber dafür durfte ich mit 8-9 alleine Straßenbahn fahren und durfte ohne Aufsicht zu Hause sein, während heute selbst zwölfjährige noch von Mami mit dem Auto gefahren werden und einen Babysitter benötigen.

        1. Mein Sohn hat nur „coole“ Freunde, das sind alles keine Prinzen. 😉

          Bei uns ist es recht praktisch: Da ich ziemlich gluckenhaft bin, da ich ja ganz alleine für ihn da bin, höre ich auf ihn, wenn er neue Dinge tun möchte. Er hat mir letztens gesagt, dass er alleine zum Schlagzeugunterricht fahren kann und seitdem tut er das auch. Er hat mir gesagt, dass er eigentlich einen Schlüssel haben könnte und er hat eine bekommen. Er ist in der Beziehung auch recht vernünftig, wenn er sich Sachen zutraut, sagt er mir das.

          Ich weiß, ich mache es mir da einfach, aber wenn es nach mir ginge, wäre er noch 3… Er wird mir viel zu schnell groß und meine Wahrnehmung von ihm hält halt oft nicht Schritt. 😉

          1. Dein Sohn nicht, ich habe aber schon einige Kinder erlebt, die zumindest in der Hinsicht recht merkwürdig sind. Einerseits sehr verwöhnt und fordernd, andererseits recht unselbstständig. Du scheinst deinen Sohn recht vernünftig zu erziehen.

            1. So, nur kurz:
              Ach, ich mache viele Fehler. Mein Sohn ist z. B. ein fauler Sack, der oftmals überhaupt nicht auf mich hört. So geht es aber vielen. Ich bin auch nie wirklich lange sauer auf ihn. Daher bin ich total inkonsequent, was erzieherische Maßnahmen anbelangt.

              Allerdings hat er anscheinend mein Rebellengen abbekommen. Das hat sich schon mit 4 gezeigt: Wenn er auf etwas partout keinen Bock hat, dann läuft das eben nicht. Er bringt dann eine sehr konsequente Verweigerung. Was mich leider oftmals zum innerlichen Grinsen bewegt… 😀

  2. Die guten Jahrgänge von Oettinger sind wohl auch an mir vorbeigezogen 🙂

    „Ich kann da wie ein Mann sein“ habe ich auch schon vernommen und dabei mit Sicherheit ziemlich blöd aus der Wäsche geschaut. Irgendwie sollten beide Spaß haben und so fand sich besagte Dame ziemlich schnell auf dem Hausflur wieder.

    Die Erfahrungen, dass Mädchen wie Prinzessinnen behandelt werden, kann ich gut nachvollziehen, da ich in meiner späten Pubertät noch mit Schwestern „gesegnet“ wurde und diese ihrerseits nun kräftig pubertieren. Da legt meine Erzeugerfraktion ganz anders Maß an als bei mir „damals“ und 500m Schulweg werden selbstverständlich mit Papas Auto gefahren, könnte ja etwas passieren. SO werden Mädchen m.E.n. bereits zu kleinen Prinzesschen erzogen, die vor der bösen Umwelt beschützt werden müssen.

    Als kleine Anekdote:
    Schwimmunterricht war für die Mädels keine Verpflichtung, da man ihnen nicht zumuten wollte, sich in Badebekleidung zeigen zu müssen. Für die Note konnten die Mädchen auch Turnen…

    1. „Ich kann da wie ein Mann sein!“ – Das benutzen Frauen, wenn sie angebliche negative Eigenschaften des Mannes für sich ausleben, um eben dieses Verhalten zu begründen.
      Leider gibt es das Verhalten des Mannes in dieser Form gar nicht. So wird wieder der Mann als Alibi für eigenes Fehlverhalten herangezogen. Die Frau ist mittlerweile ja für nichts mehr eigenverantwortlich. Schuld ist alles der weiße, heterosexuelle Mann. Ganz schlimm wird dieser Mann dann noch, wenn er alt wird. Dann wird er häufig als „alter Sack“ usw. beschimpft. Frauen dürfen das. Als weißer, heterosexueller Mann kann man ja keine Diskriminierung erleiden. 😉

      Es ist tatsächlich auffällig, wie sehr Mädchen anscheinend zu Prinzessinnen gemacht werden, während Jungs ständig und überall die bösen sind. Die Klassenlehrerin meines Sohne hat da ganz besonderes Pech. 19 Jungs und 5 Mädels in der Klasse. Diese Klasse ist bööööööööööse!!!!111 😉

      Bin mal gespannt, was ich am Elternsprechtag zu hören bekomme, was ich doch für ein bösartiges Kind so habe. Da ich meinen Sohn sogar persönlich kenne und schätze, wird es mir relativ egal sein. Ich werde nur meine weitere Erziehung daran ausrichten müssen, dass er eben kein „little bastard“ ist.

      Deine Anekdote ist ja krass. Da war doch letztens ein Urteil, dass ein türkisches Mädchen am Schwimmunterricht teilnehmen müsse. Wenn an anderer Stelle brave Katholikenmädchen das nicht müssen, nimmt das ganz andere Züge an. 😉

      Das Thema Sportunterricht ist ein ziemlich großes. Ich kann mich an meine Schulzeit erinnern, dass ein Junge für eine 1 in Sport richtiger Leistungssportler sein musste, während Mädchen einen Bruchteil der Leistung bringen musste, um sich mit einer weiteren 1 auf dem Zeugnis schmücken zu können.

      Das ging von der Grundschule durch bis in die Oberstufe.

      Nimmt man dann noch die Nicht-Förderung von Jungs hinzu, muss man sich nicht wundern, dass Mädchen die besseren Schulabschlüsse haben. Das ist allerdings feministisch auch durchaus gewollt. Je schlechter Jungs abschneiden, umso weniger Konkurrenz ist für die Mädels da. Klingt nach Verschwörungstheorie, ist aber leider so.

  3. Ich habe da auch mal in meinem Freundeskreis „recherchiert“, inwiefern andere Männer/Freunde sich nach dem Orgasmus umdrehen und lospennen, entweder wollte keiner dazu stehen oder es kommt wirklich nicht vor.

    Die Bringschuld beim Sex liegt ja auch zu gefühlten 90% beim Mann. Erektion, Durchhaltevermögen und die Stimulation der Partnerin sind Männersache, Frau muss dazu prinzipiell nur anwesend sein. Solcher Sex kann doch gar kein Spaß machen.

    Bei den Bundesjugendspielen bekommen Mädchen ja auch Auszeichnungen für Leistungen die Jungen für die gleiche Leistung eben nicht bekommen. Fand ich schon als Kind komisch. Aus meiner eigenen Biographie kenne ich noch die sportlichen Einstellungstests der Bundeswehr, da muss Frau auch weniger leisten. Hat sich mir nie erschlossen, da im „Einsatz“ ja die gleiche Leistung erbracht werden muss. Ähnlich bei der Polizei.

    1. Deine Ausführungen zum Thema Sex haben sich für mich bisher auch häufig so dargestellt. Ich hatte bisher eine gleichberechtigte sexuelle Beziehung. Bei allen anderen Beziehungen ging es immer darum, irgendwelche Vorurteile „zu überwinden“. Fakten, die keine waren, galt es zu entkräften. Sprich: Alles für die Frau zu tun und zu machen, dass man eben die gängigen Vorurteile auch nicht imm Ansatz bestätigt. Dabei habe ich allerdings auch „Bretter“ erlebt… Warum spricht man nie von diesen weiblichen Brettern, die sich wie eine Schildkröte auf den Rücken legen, um anschließend über ihren Freund bei ihren Freundinnen zu lästern, wie schlecht er doch im Bett war? Natürlich war er schlecht – mit einem besch. Auto gewinnt man auch kein Formel-I-Rennen. 😉

      Es ist ja okay, dass Mädchen im Sport geringere Leistungen bringen müssen. Meine Feststellungen sind aber die, dass die Anforderungen beim Sport in der Schule eklatant niedriger sind als bei den Jungs. Es ist für einen größeren Teil der Mädchen möglich ein „Sehr gut“ im Sport zu bekommen, während Jungs sich richtig anstrengen müssen. Diese Erfahrungen habe ich gemacht. Fußball ging im Sportunterricht auch nie, weil die Mädchen einen Aufstand dagegen geprobt haben. Geräteturnen bis zum Erbrechen… Die Motivation der Mädchen, die dann eine viel geringere Leistung bringen müssen war immer wichtiger als eine Motivation der Jungs.

      Ich finde ja auch, dass man die Ansprüche bei Polizei, Feuerwehr und Bundeswehr eben nicht an Frauen anpassen darf. Kriegsgegner, Feuer und Kriminelle scheren sich einen Dreck darum, ob eine Frau oder ein Mann ihnen Einhalt gewehren soll. Wir hatten ja jetzt auch kürzlich den Fall in England, dass ein paar Frauen Schadenersatz für „die zu weite Schrittweite“ bei der Armee bekommen haben. Der Schadenersatz war größer als der, den Männer bekommen, wenn sie im Kriegseinsatz ein Auge oder eine Extremität verloren haben.

      Wir sollten noch ein bisschen Gleichstellen…. 😛

      1. Ich versuche noch mal, mich meinem Thema von einer anderen Seite zu nähern:

        „Bei allen anderen Beziehungen ging es immer darum, irgendwelche Vorurteile “zu überwinden”. Fakten, die keine waren, galt es zu entkräften.“

        Ja, das kann ich für mich und so gut wie alle meine Freunde bestätigen. Aber wenn es so ist, dann ist doch die „Perspektive“ der jeweiligen Frauen auch eine andere, denn sie laufen ja gerade nicht mit geöffneten Armen auf uns zu, weil sie optimistisch an die Erfüllung ihrer Träume glauben.

        Und das wird doch sicher auch Konsequenzen dafür habe, wie Frauen Sexualität praktizieren, wie sie sich im Bett verhalten oder?

        „Sprich: Alles für die Frau zu tun und zu machen, dass man eben die gängigen Vorurteile auch nicht imm Ansatz bestätigt.“

        Jaaaa, der reinste Horror …. nur dir ganz Harten oder Gleichgültigen stehen das durch. 🙁

        1. Mir ist das alles ja gar nicht aufgefallen. Mir fällt das nur auf, weil ich durch ständige Diskriminierung und das Geheule des anderen Geschlechts über angebliche Diskriminierung für die Diskriminierung des eigenen Geschlechts sensibilisiert werde. Dieser ganze Neofeminamist hat also auch seine gute Seiten: Mir fällt immer mehr auf, wie der Mann in der Gesellschaft diskriminiert wird.

          Ich halte mich aus diesem Spiel ja schon etwas länger jetzt heraus. Das liegt daran, dass meine letzte Beziehung sehr ungeschickt und unfair beendet wurde. In der Beziehung war sexuell im Übrigen alles super, top, traumhaft, einzigartig.. usw. 😀 Das zeigt aber nur, dass Sex nicht alles ist. 😉

          1. „Dieser ganze Neofeminamist hat also auch seine gute Seiten: Mir fällt immer mehr auf, wie der Mann in der Gesellschaft diskriminiert wird.“

            Ich sehe es wir du: Unter einem gewissen Blickwinkel sind die Übertreibungen des Feminismus für uns Männer eine Chance.

            Aber wir haben leider noch nicht so richtig angefangen, das auszunutzen.

            1. Ja, es wird auch noch eine Zeit ins Land gehen. Der größte männliche Teil der Bevölkerung sieht ja momentan eine Diskriminierung ausschließlich bei den Frauen. Ich bin ja nicht anders aufgewachsen.

              Ich denke aber, einige sind schon auf dem richtigen Weg. Dafür betreiben wir ja auch Blogs in der Art, wie wir es tun. 😉

  4. Da keiner deiner Kommentatoren deinen Gedanken aufgenommen hat, werde ich das mal tun. Es geht um folgende Textstelle:

    „In sämtlichen Medien geht es immer nur darum, dass der Mann […] allgemein besser im Bett sein soll usw. Es ist nie die Rede von der Frau. Ist es nicht so, dass die Orgasmusunfähigkeit einer Frau oftmals psychisch bedingt ist? […] Der Mann ist nicht zärtlich genug, Wie misst man Zärtlichkeit? Der Mann ist nicht gut im Bett. Wie misst man gut? Ist es nicht so, dass es auch gerade sexuell
    so ist, dass man entweder zusammen passt oder auch nicht? Sexuell
    liegt es immer am Mann. Wir wachsen so auf.“

    Ich hab die leidige Diskussion der Frage, ob der Mann die Unzulänglichkeiten der Frau zu recht ausgleichen muß oder nicht, ob der Frau die alleinige Beurteilungskompetenz über die Qualität geteilter Sexualität zusteht oder nicht, mal weggelassen, denn es geht mir hier um etwas anderes – zwei Punkte:

    Der erste ist offensichtlich, insofern ich dir zustimme: Denn wenn das sexuelle
    Selbstverständnis des Mannes sich auf die Dienstleistung an der Frau beschränkt, dann hat er einfach keine Gelegenheit, seine eigene Sexualität zu entwickeln: Er ist immer auf die Frau konzentriert und auf ihre Lust, während er sich dabei vergißt. Meiner, sich inzwischen auf mehrere Ländern auf mehreren Kontinenten erstreckende persönliche Erfahrung geht dahin, daß es neben der eben charakterisierten Gruppe nur noch eine weitere größere Gruppe gibt, sie zusammen die überwältigende Mehrheit der Männer auf sich vereinen: diejenigen, denen beim Sex die Frau total egal ist und die nur an sich denken. Diese Gruppe ist meiner Erfahrung nach sehr viel kleiner als die Dienstleister.

    Folgerung: Sehr viele Männer haben vergessen, daß sie im Bett auch als Mensch und nicht nur als Sextoy von Frauen eine Rolle spielen sollten. Ich bezeichne das auch als Verletzung der sexuellen Würde der Männer. Meines Wissens gibt es dazu im Netz gar nix und awareness von Frauen schon überhaupt nicht.

    Der zweite Punkt ist nicht die Erwartungshaltung von Frauen im Bett, sondern die Tatsache, daß der von im beschriebene Sachverhalt impliziert, daß Frauen Sexualität nicht mehr als Kommunikation über Intimität und auch darüber betreiben, was man darunter versteht. Damit ist gemeint, daß Sexualität eine der wenige Möglichkeiten ist, innerhalb von persönlichen Beziehungen zu quantifizieren. (Hinweis: Mathematisch ist Messen immer ein Auszählen.) Zwar
    wird innerhalb persönlicher Beziehungen nichts ausgezählt, aber es wirs eine
    größer-gleich-Relation praktiziert a la „Das war für mich jetzt so toll, daß ich mit dir x mache.“ In meinen Augen bedeutet es einen enormen Verlust an Intimität zwischen Mann und Frau, wenn man vergißt, daß Sexualität Kommunikation über Intimität ist, denn man lernt sich einfach nicht mehr so gut kennen.

    … nur zwei Gedanken, aus denen du vielleicht irgendwas machst. 🙂

    1. Dein Kommentar ist es wohl wert, dass ich ihn in einen Artikel übernehme – natürlich mit Quellenangabe. Ich hoffe, morgen ein wenig Zeit zu haben.

      Ich danke Dir auf jeden Fall für Deine Gedanken und muss gestehen, dass ich mir für Deinen zweiten Punkt ein wenig mehr Zeit nehmen muss. 😉

      1. Den zweiten Punkt kann ich die gerne näher erläutern:

        Dahinter steckt eine Ordnungsrelation. Nimm an, es wäre eine der Größe, dann könnte man Zahlen anordnen z.B. 3 -3.

        Das kann man mit Ereignissen zwischen Menschen/Personen auch machen z.B.

        „Für mich war das jetzt toll genug, um dich zu küssen.“ oder
        „Ich bin grade so begeistert von dir, ich MUSS JETZT sofort mit dir schlafen.“ oder
        „Das war so schön, daß ich sich SO umarmen will.“

        Es ist natürlich klar, daß solche Entscheidungen Menschen als Personen stark charakterisieren und was gemacht wird, ist gerade eine solche Anordnung.

        Biologisten können solche Nuancen übrigens nicht erfassen. 😉

      2. @elmar, da du mir in letzter zeit mehrfach durch selbstbewusst vorgetragenes naturwissenschaftliches und mathematisches halbwissen unangenehm aufgefallen und weil ich deinen letzten satz als abwertung empfinde, erlaube ich mir meine ansicht ueber relationen und ordnungsrelationen darzulegen.

        mathematische realationen beschreiben, ob zwei dinge in beziehung stehen oder nicht. der begriff ist sehr allgemein und gibt allein zu wenig struktur, als dass sich interessante konsequenzen ergaeben. die aequivalenzrelation gibt wohl am meisten her. eine ordnungsrelation sagt nichts anderes, als das jedes element mit jedem vergleichbar ist, jedes element mit sich selbst in beziehung steht und wenn a in beziehung zu b steht, und b zu c, dann auch a zu c. prominentestes beispiel ist kleiner gleich.

        lass uns doch mal pruefen, ob dies irgendwie auf deine beispiele zutreffen kann: ws sind den die elemente? die sexuelle praktiken. die relation? verdient, belohnung fuer. fellatio ist belohnung fuer cuniligulus. wegen der reflxivitaet muss felatio belohnung fuer felatio sein, was nicht passt. was sollen die andeutungen implizieren, @elmar. ein tipp, die transitivitaet ist meist die groesste huerde.

        1. erste Antwort an albert:

          „da du mir in letzter zeit mehrfach durch selbstbewusst vorgetragenes naturwissenschaftliches und mathematisches
          halbwissen unangenehm“

          Dieses Kompliment muß ich leider zurückgeben, ich bin aus Zeitmangel (bin von Moskau nach Berlin umgezogen) und
          anderer Prioritäten (blog umbauen, um Männern zu helfen) nur noch nicht dazu gekommen, all dem Unsinn, den die
          Biologisten auf meinem blog beim letzten post hinterlassen haben, nachzugenen.

          Insbesondere scheint es einen Zusammenhang zwischen einer Neigung zu biologistischen Erklärungen und einem
          bestimmten wissenschaftstheorischen Standpunkt zu geben – was ich sehr interessant finde und wohl in einem zweiten
          Artikel versuchen werde, aufzuklären. Da wird auch deine paradigmatische Kritik dann sehr ausführlich besprochen
          werden und selbst verständlich darfst du dazu alles posten, was dir gefällt.

          Leider warte ich immer noch auf Christians Rückmeldungen zum Biologismusproblem, es wäre der Vollständigkeit schön,
          wenn ich seine Ansichten noch berücksichtigen könnte.

          „eine ordnungsrelation sagt nichts anderes“

          Mir ist leider entgangen, daß beim posten des Kommentars meine spitzen Klammern (wohl um Manipulationen vorzubeugen)
          vermutlich automatisch gelöscht wurden. Das hätte ich wohl als HTML-Umschrift eingeben müssen. Die kleiner-gleich-Relation
          war genau mein Beispiel, denn auf Vergleichbarkeit kam es mir gerade an. Das konntest du, Albert, natürlich nicht
          ahnen – my bad.

          1. Mir ist Ähnliches mit „spitzen Klammern“ letztens auch in einem anderen Blog passiert. Da wurde mein Ironie-Tag gefressen.
            Klammern scheinen grundsätzlich gefressen zu werden… Da mus ich mal sehen, wie man das besser filtert. …wenn ich Zeit habe.

        2. @elmar, ich darf dir versichern, dass mich das fehlende „kleiner gleich“ nicht gestoert hat und wollte lediglich darlegen, dass um „besser als“ als mathematische ordnungsrelation zu betrachten, mehr als gefuehl noetig ist. man muss schon pruefen, ob die definierenden eigenschaften, die ich benannt habe, erfuellt sind. das vermisse ich immer noch. selbst wenn es gelaenge, was haette das fuer implikationen?

          1. „und wollte lediglich darlegen, dass um “besser als” als mathematische ordnungsrelation zu betrachten, mehr als gefuehl noetig ist.“

            Damit hast du ja auch recht.

            Leider hattest du übersehen, daß ich Ordnungsrelationen als Vehikel benutzen wollte, um einer unausgegorenen Idee von mir darüber, wie wir

            „man muss schon pruefen, ob die definierenden eigenschaften, die ich benannt habe, erfuellt sind.“

            Ich bezweifle, daß Handlungsgründe eine algebraische Struktur haben. Und es war nie mein Projekt, nachzuweisen, daß irgendeine bereits eingeführte Ordnungsrelation hier erfüllt ist. Ich weiß auch nicht, welchen epistemischen Nutzen das hätte. Den empistemischen Nutzen, Handlungsgründe überhaupt zu anzuordnen, kann ich dir natürlich sagen: Wir verstehen (möglicherweise, das will ich ja gerade rausbekommen) damit Personen – und zwar auf eine Weise, die wir sonst (eventuell, das wäre noch zu zeigen) nicht zur Verfügung haben.

            „das vermisse ich immer noch.selbst wenn es gelaenge, was haette das fuer implikationen?“

            Wie gesagt – du bist dir im Unklaren darüber, was gezeigt, was entwickelt werden soll: Ich behaupte gar nicht die Existenz irgendwelcher Implikationen.

          2. Sorry, da ist schon wieder was verschluckt worden, ich ergänze:

            Leider hattest du übersehen, daß ich Ordnungsrelationen als Vehikel benutzen wollte, um einer unausgegorenen Idee von mir darüber, wie wir Wissen über Intimes akkumulieren.

      3. @elmar, dann ziehst du deine behauptung „dahinter steckt eine ordnungsrelation.“ also zurueck.

        genau das kritisiere ich an deinen beitraegen. du stellst bezuege zur mathematik her, begruendest sie eloquent und gibst dies als einsicht aus. schaut man etwas genauer hin, bleibt wenig übrig. genau diese kritische distanz gegenüber den eigenen gedanken vermisse ich bei dir. der satz „ich habe eine vage vermutung, dass sich dahinter eine ordnungrelation verbirgt“ waere in so einem fall ehrlicher und angemessener.

  5. zweite Antwort an albert:

    „lass uns doch mal pruefen“

    Find ich gut, bin ich dabei.

    „was sind den die elemente? die sexuelle praktiken.“

    Nein, das hast du leider nicht verstanden. Und so verwunderlich ist das gar nicht, da ich etwas „anordnen“ wollte, was
    Biologisten wie du notorisch zu übersehen scheinen: Gründe für Handlungen, also etwas, was man verstehen muß und
    (bisher) wohl nicht ohne weiteres in zerebrale Zustände übersetzen kann.

    Wenn man Menschen als Personen, d.h. als autonome, lokalisierte Zentren verantwortlicher, freiwilliger Handlungen, die
    innerhalb eines sozialen Kontexts Subjekte von Rechten und Schuldzuschreibungen sind, charakterisieren will, dann
    kann man das z.B. so machen, daß man versucht, diejenige Rationalität darzustellen, die realisiert wird, wenn die
    Person irgendetwas zu einem Grund für eine Entscheidung macht. Setze nun – als Vereinfachung – die Entscheidung und die
    Handlung als gegeben (fest) an. Dann kannst du diese Gründe – nicht die Handlungen, die sexuellen Praktiken – anordnen und
    zwar nach (irgendwelchen) Eigenschaften dieser Gründe. Das ist nützlich, weil sich die Person offenbar (partiell)
    in der Auswahl von irgendetwas als Entscheidungsgrund gleichsam kondensiert. Ist die Auswahl zu seltsam, nennen wir
    die Person verrückt. Das „Umgekehrte“ geht offenbar nicht. Man kann nur sehr schwer Handlungen oder Entscheidungen
    finden, die unter allen Umstnden verrückt wären, aber vermutlich fast immer Umstände, die eine vorgegebene,
    irgendwie extreme Handlung als verständlich erscheinen lassen, klar?

    Gut, dann wissen wir jetzt, wo das diskriminatorische Potential für Personen steckt, daß es für Biologisten nicht
    erreichbar ist, und gehen damit einen Schritt weiter.

    1. jetzt komme ich mit, @elmar. handlungsgruende sind die elemente, die mittels einer ordnungsrelation „besser oder gleich“, „ethischer oder gleich“ verglichen werden. aber die drei von dir genannten beispiele setzen doch motivationen „begeistert“ mit handlungen „schlafen“ in beziehung. das ist dann aber keine ordnungsrelationen mehr.

      oder willst du zum ausdruck bringen, dass jeder mensch motivationen anordnet? also diese motivation ist staerker als jene?

  6. dritte Antwort an albert:

    „dann ziehst du deine behauptung “dahinter steckt eine ordnungsrelation.” also zurueck.“

    Nein, wie kommst du nur darauf? Ließt du eigentlich, was ich schreibe? Im Gegenteil, ich bemühe mich, die Phänomene so herauszupräparieren, daß man mit guten Gründen von einer Ordnungsrelation sprechen kann. Leider scheint du nicht zu bemerken, daß diese Arbeit erst mal gemacht werden muß.
    Daher siehst du natürlich auch nicht die Notwendigkeit, andere darüber aufzuklären, was man da gerade schreibt.

    „der satz “ich habe eine vage vermutung, dass sich dahinter eine ordnungrelation verbirgt” waere in so einem fall ehrlicher und angemessener.“

    Nur in formalen Kontexten ist so eine Formulierung überflüssig. In blogs, die ja dafür da sind, was Neues zu entwickeln, muß man nicht ständig daraufhinweisen, daß man ins Unreine spricht und natürlich alles nur im Sinne meiner Meinung zu verstehen ist. Ich glaube, man kann erwarten, daß
    Blogleser verständig genug sind, aus eigener Kraft solche Absicherungen hinzuzufügen.

    Offenbar siehst du Diskussionen als Rang- und Hackordnungskämpfe an. Ich hoffe, damit stehst du allein, denn ich sehe sie als Chancen an, etwas Neues zu verstehen. Entsprechend verhalten wir uns im blog völlig unterschiedlich.

    „verdient, belohnung fuer.“

    Nein, keineswegs, leider hast du das nicht verstanden und zwar … wie soll ich sagen … unter verschiedenen Aspekten nicht. Schauen wir mal, ob ich das für dich entwickeln kann.

    Der erste Aspekt, unter dem du die Sache nicht verstanden hast, ist der, daß Leute zu belohnen zwar Personen charakterisiert, dies aber von den Entscheidungen her gemacht wird (größere oder kleinere Belohnung heißt
    mehr oder weniger großzügig), nicht aber von den Entscheidungsgründen her – was nach meiner zweiten Antwort aber offenbar der falsche Weg ist.

    Der zweite Aspekt, unter dem du die Sache nicht verstanden hast, ist der, daß eine Art Fairniß des Ausgleichs sexueller Handlungen zwischen zwei Personen ein normative Angelegenheit ist. Mir geht es aber um was Deskriptives, um beschreibende Aussagen über nur eine Person und damit um eine Teilantwort auf die Frage, wie sich zwei Personen unterscheiden. Daß Biologisten dazu nichts beitragen können, liegt gewissermaßen in der Natur der Sache, wenn zwei Menschen dieselbe Evolutionsgeschichte haben, aber dennoch völlig
    unterschiedlich handeln.

    Der dritte Aspekt, unter dem du die Sache nicht verstanden hast, ist der, daß die durch die Wahl von „verdient, belohnung fuer.“ als Relation die erreichbaren Charaktirisierungen von Personen Präferenzen sind. Präferenzen sind klarerweise ahistorisch handlungsleitend. Nur sie sind regelmäßig mehr oder weniger optimal und informieren nicht über die handlungsbegründen Intention der Person. Sie spielen vor allem als bedingte Grundsatzentscheidungen in strategischen Zusammenhängen eine Rolle, sie sind monoton, können hierarchisch angeordnet werden und bedingt sein. Das Problem ist offenbar, daß ein auf diese Weise gegebenes Personenverständnis recht grobkörnig ist: Zwei Personen können dieselben Präferenzen haben, sich aber darin unterscheiden, wie sie zu diesen Präferenzen stehen, ob z.B. sie sie voll bejahen oder nur als temporären Kompromiss ansehen. Und letzteres spielt für die Frage, welche Person vorliegt offenbar eine Rolle.

    Und damit kommen wir zu meiner letzten Teilantwort an dich, die aber auch an Pelz geht.

    1. Ich mache es kurz,@Elmar.

      *… daß diese Arbeit erst mal gemacht werden muß.* – Doch weiß ich, sonst hätte ich nichts gesagt.

      *… aus eigener Kraft solche Absicherungen hinzuzufügen.* – Also, muss dies vom Leser oder Dir doch hinzugefügt werden, um entscheiden zu können, ob es sich um eine Tatsache oder eine Spekulation handelt. Vielen Menschen hilft dieser Hinweis beim Verständnis, Du bist offensichtlich anders gestrickt.

      *Wall-of-Text und Aspekte 1, 2 und 3″ – Ich will eigentlich nur verstehen was die von Dir reklamierte Ordnungsrelation sein könnte. Dazu muss ich wissen: Was sind die Elemente und wie ist deren Ordnung zu verstehen, also was entspricht dem klassischen „kleiner gleich“. Sag es halt oder lass es bleiben. Wenn Du es nicht sagst, dann ist es unmöglich Deine Idee von der Ordnungsrelation zu verfolgen.

  7. „Sex is like a pizza, even if it’s bad it’s still pretty damn good.“
    Warum strengen wir uns an, dass wir beim Sex mit Frau gut sind? Damit wir nochmal Sex haben können. Weibliche Sexualität ist knapper als männliche, deswegen machen wir uns da krumm (meine meinung). Aber gerade in einer beziehung ist das schon ein geben und nehmen.. sonst funktioniert das nicht.
    Bei den kids.. ich hab 2 Töchter (5 und 7). Mangelnde rebellion kann ich da auch nicht beklagen. Und ich tue auch wirklich alles, dass ich bald nen grund habe, „ihnen“ Lego Mindstorm zu kaufen. Die beiden bauen auch gerne, keine frage, trotzdem sind puppen der größere hit. Mit papa in die werkstatt gehen macht beiden trotzdem immer großen spass (weihnachtsferien löten wir ein KW Radio zusammen).
    Trotzdem.. auch kids wachsen in den Rollen auf. Ein guter Freund der Großen hat sich nun sehr zurückgezogen, weil ihn die anderen Jungs der klasse als „mädchenfreund“ aufgezogen haben.. gibt sich vielleicht wieder, aber ja, is halt so. Wenn ich den beiden irgendwas beibringen kann, dann ist es Selbstvertrauen und Verantwortung.

    1. Bei mir sind alle geschlechter- bzw. geschlechterneutralen Erziehungsmaßnahmen in die Hose gegangen. Sprich: Sie haben sich ihre Rollen selbst gesucht und auch irgendwo gefunden. Beide Kinder – mein Sohn und seine Halbschwester – sind von selbst in die Rolle „Mädchen“ und „Junge“ geschlüpft. Damals war ich ja auch noch auf dem Trip der krampfigen Neutralität in der Beziehung. Mittlerweile denke ich ja, dass das die Kinder eher verwirrt. Über manche Dinge sollte man sich halt irgendwie nicht soooo viele Gedanken machen.

      Es ist auch gut, dass Du Deinen Töchtern ein wenig Männlichkeit vorlebst. Weiblichkeit bekommen sie schon im Kindergarten und der Schule genug vorgelebt. Bei mir kommt nur hinzu, dass ich merke, dass mein Sohn mittlerweile schon aufgrund seines Geschlechts anders behandelt wird als seine Klassenkameradinnen. Das bedeutet jetzt nicht, dass er besser behandelt wird. 😉

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