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EMMA – Du hast lichte Momente?

Ich war gerade höchst erstaunt, als ich den folgenden Link:  „Interview mit der Nobelpreisträgerin Prof. Christiane Nüsslein-Volhard: Emma“ auf Cuncti gefunden habe, als ich „Fördert endlich die Jungen!“ gelesen habe.

„Huch? Ein link auf die EMMA? Das passiert doch nur mir im Scherz! Da muss ich aber mal gucken!“

Gesagt, getan. Ich habe mich schwer gewundert. Wie konnte es der EMMA passieren, dass sie ein Interview, das kritisch die Rolle der „modernen Frau“ in der Forschung beleuchtet so – gefühlt – unkritisch veröffentlicht?

Sie haben in diesem Jahr von zwölf Stipendien nur die Hälfte vergeben. Warum?
Es waren einfach nicht genug geeignete Kandidatinnen da. Wir hatten 50 Bewerberinnen, davon haben wir zwölf eingeladen, aber nur bei sechsen hatten wir den Eindruck, dass es etwas wird.

Die Antwort zeigt mehrere Dinge:

Es geht um ein Stipendium ausschließlich für Frauen. Während normalerweise Stipendien geschlechtsunabhängig vergeben werden, gibt es Stipendien rein für Frauen. Außerdem zeigt es, dass Frauen gar nicht in der Lage sind einige Anforderungen zu erfüllen. Warum kommt man dann eigentlich auf die Idee, man könne sich mit einer Quote qualifizierte Frauen herbeizaubern?

Ist es nicht eher angebracht nach Qualifikation einzustellen? Die Frage ist ja nun, wenn alles so konstruiert ist, warum konstruieren sich Frauen dann nicht endlich so, dass sie von sich aus – abseits ihres Geschlechts – den Anforderungen entsprechen? Nun ja, mit Quote ist es natürlich angenehmer. Wenn dann noch eine gleiche Karierre – Aber bitte in Teilzeit! – herausspringt: Jippie! Es ist so schön, eine Frau zu sein!

Es haben lediglich 6 von 12 geschafft, die Anforderungen zu erfüllen! Ich nehme an, die Anforderungen waren dann natürlich von Anfang an sexistisch.

Und was sind Ihre Kriterien dafür, dass es „etwas wird“?
Wir wollen die Frauen ja nicht fördern, weil sie ein Kind haben oder weil sie arm sind. Wir wollen sie fördern, weil sie begabt sind. Es müssen also Frauen sein, die richtig top sind.

Da! Ich habe es gewusst! Da ist die sexistische Kackscheiße! Die Frauen sollen begabt sein! Sie sollen top sein! Leistung? Hallo!?!? Es geht hier doch um die quotenverwöhnten Frauen!

Wie müsste ich mich benehmen, wenn ich von Frau Prof. Nüsslein-Volhard aus­gewählt werde?
Ganz ehrlich sein! Sie sollten uns begeistert von Ihrer Forschung erzählen. Wir müssten das Gefühl haben: Sie brennen. – Wir fragen die Frauen auch immer, wie sie das mit ihren Kindern organisieren. Und manche machen das so dämlich, dass man gleich weiß: Das wird nie was. Und wir fragen sie auch, ob ihre Männer sie unterstützen. Und dann ist es leider oft so, dass umgekehrt die Frauen ihre Männer unterstützen, weil die noch kein Geld verdienen. Das wollen wir natürlich nicht fördern.

Es ist durchaus legitim vom Bewerber einen gewissen Einsatz zu fordern.

Mir fällt bei dieser Antwort lediglich auf, dass es umgekehrt völlig uninteressant ist, ob im Falle eines Stipendiums ein männlicher Stipendiat eine Frau unterstützt oder unterstützen „muss“. Wenn Männer Frauen unterstützen ist dies an jeder Stelle legitim – umgekehrt soll dies nicht unterstützt werden. Das ist aber nur ein gesellschaftliches Detail, das Feministinnen nicht so wirklich zu Bewusstsein kommt.

Als Sie das Putzfrauen-Stipendium 2004 initiiert haben, gab es da mehr relevante Bewerberinnen?
Ja. Es werden weniger. Viele moderne ­Frauen sind unglaublich nervig, haben weder Disziplin noch Motivation, nur Sinn für Schönheit und andere „Soft Skills“. Manche wissen so gar nicht, was sie wollen, lassen sich treiben. Wie soll man da Frauen fördern! Es gibt natürlich Ausnahmen von ganz Tollen, aber die reichen doch bei weitem nicht aus, um die geforderten Quoten zu erfüllen! …

Tja, sollten es nicht eigentlich mehr Frauen werden? Geht da vielleicht irgendwas schief und nach hinten los?

Wie ließe sich dieses Missverhältnis ändern?
Es wird heutzutage ja wahnsinnig um die Frauen geworben, dass sie in diese naturwissenschaftlichen Fächer gehen und dass sie Leitungsrollen übernehmen. Ich halte es für einen Fehler. Es ist zwar richtig, dass man sagt, dass es Diskriminierung von Frauen gibt, und dass Frauen das genau so gut können wie Männer. Gar keine Frage! Es gibt auch Top-Frauen. Aber es ist einfach zu beobachten, dass die meisten Frauen nicht so gerne forschen und auch nicht so gerne leiten. …

Houston! Wir haben ein Quotenproblem!

Die Elite, die sowieso schon gut versorgt ist, wird ja bald mit gut bezahlten Führungsstellen auf Quote versorgt. Die Frage ist nur: Wo kommen die weiblichen Leistungsträger her? Ich nehme an, das ist alles sowieso nur konstruiert und entspricht nicht der Realität. Frauen sind ja praktisch Männer im anderen Gewand und haben ja auch dieselben Interessen. Klar. Alles konstruierte Kackscheiße. 😉

Und die Doktorandinnen?
Die sind leider häufiger damit beschäftigt, gut auszusehen als gut zu forschen. Im vergangenen Jahr hatte ich vier Doktorandinnen, die abbrechen mussten. Eine aus schierer Unfähigkeit. Eine, weil sie Liebeskummer gekriegt und die Motivation völlig verloren hatte. Und zwei, weil ihre Männer weggezogen sind und sie dann mitziehen wollten. …

Habe ich schon etwas über unser Problem gesagt, Houston? Hat man schon einmal jemanden so über Männer im Beruf reden hören? Höre ich da doch gewisse Unterschiede? Diese Unterschiede sollen ja nichts über den Wert oder die menschliche Qualität aussagen: Sie sind aber existent. Man könnte meinen, dass die Gläsernen Decken, die Frauen so verspüren, selbst konstruiert sind. (Feministinnen konstruieren und dekonstruieren ja so gerne!)

Kann man sagen: In Ihrer Generation waren die äußeren Hürden für eine Frau noch sehr hoch – jetzt sind es eher die inneren Hürden?
Genau. Früher war die Ausrede möglicherweise berechtigt, man wolle ja so gern, dürfe aber nicht. Jetzt aber müssen die Frauen selber bekennen, dass sie oft selber gar nicht wollen. Die Max-Planck-Gesellschaft muss und will ihren Frauenanteil unter den ­Direktoren erhöhen, was bedeutet, dass in Zukunft fast jede zweite Stelle mit einer Frau besetzt werden soll. Das ist gar nicht machbar. Außerdem würde es zu einer Diskriminierung der Männer führen! Es gibt heute einfach noch nicht so viele gute Frauen in den Naturwissenschaften. Auch wenn einige es wirklich geschafft haben

Frau Prof. Christiane Nüsslein-Volhard merkt an, dass viele Quten gar nicht sinnvoll umzusetzen sind, weil es eben nicht genug qualifizierte Frauen gibt und es zu einer Diskriminierung der Männer durch die Quote kommt. Solche Dinge spricht der als Nazi beschimpfte Humanist immer und immer wieder an. Man schenkt ihm leider kein Gehör. Hoffentlich schenkt man wenigstens Frauen ein Gehör, die diese Dinge anmerken.

Abschließend gibt sie den jungen Frauen von heute folgenden Tip:

Welchen Rat würden Sie einer jungen Frau, die es schaffen will, heute geben?
Ich würde sagen: Geniert euch nicht, das zu tun, was euch glücklich macht. Und wenn ihr keinen Bock auf Naturwissenschaften oder eine Leitungsfunktion habt, dann lasst es. Denn ohne Leidenschaft und Ehrgeiz geht es nicht.

hm. Ich bin jetzt mal Feministinnen gegenüber kackscheißig sexistisch:
Es reicht wohl nicht, ohne das Vergewaltigungsinstrument Penis geboren zu sein. Ihr müsst da jetzt ganz stark sein. (Nur mal im Vorbeiflug: Ihr macht gerade einiges durch Quote, Gender Studies usw. kaputt. Beim Wissenschaftsstandort Deutschland seid ihr ja schon recht erfolgreich und bald klappt das auch in den Führungsetagen.)

Die Alice muss gerade Geld gezählt haben, als ihr dieser Beitrag durchging. 😀 Danke auch an Cuncti und Frau Prof. Christiane Nüsslein-Volhard für diesen Artikel. Ein Artikel, mit dem etwas anfangen kann… In der EMMA…! 

Nicht, dass man jetzt denkt, ich finde Prof. Christiane Nüsslein-Volhard doof, da ich auch Kritik an ihren Worten geübt habe, das sollte eher Gesellschaftskritik sein. Viele Dinge ziehen sich ja quer durch die Gesellschaft und man kann sie Personen erst zum Vorwurf machen, wenn sie die genannten Dinge vehement verteidigen oder zementieren wollen.

Ich glaube, Prof. Christiane Nüsslein-Volhard hat ganz gute, gesunde Ansichten.

21 Gedanken zu „EMMA – Du hast lichte Momente?

  1. “ Die Max-Planck-Gesellschaft muss und will ihren Frauenanteil unter den ­Direktoren erhöhen, …“

    Warum die MPG das muss wird überhaupt nicht gefragt oder begründet. Aber immerhin hat der Femidoppelname „Nüsslein-Volhard“ was. So wie „Dosen-Pfirsich“ …

    1. Ein Beispiel für gerechte Geschlechterpolitik ist der Artikel natürlich nicht. 😀

      Allerdings kommt er ganz ohne Polemik gegen den bösen Mann aus. Finde ich.
      Es werden allerdings nie Zustände hinterfragt, die uns der s. g. Staatsfeminismus eingebrockt hat. Diese Dinge sind ja alle angeblich im Sinne der Gleichberechtigung und der „Geschlechtergerechtigkeit“.

      Einen Dreck sind sie aber. Sie bedeuten ja Diskriminierung des Mannes in höchster Vollendung.

      Du weißt das ja. Man muss es aber immer wieder schreiben: Vielleicht kommt es aber irgendwann endlich an.

  2. Ich habe das Interview gerade gelesen und muss dir ein bisschen widersprechen.

    Stipendien dürfen von mir aus gerne ausschließlich für Frauen vergeben werden. Die entscheidende Frage ist doch die Finanzierung. Wird die Stiftung mit öffentlichen Geldern gefördert oder nicht? Leider hab ich auf die Schnelle keine Antwort dazu gefunden.

    Ich muss zugeben, dass der Rahmen und die Kriterien recht undurchsichtig sind. Genau genommen haben es auch nur 6 aus 50 Bewerberinnen geschafft. Also gerade mal 12%.

    Die Frage ob die Anwärterin einen Mann unterstützt ist klar daneben. Passt aber irgendwie auch nicht so richtig zum Rest des Interviews. Eine Frau ist begabt kann aber nicht unterstützt werden weil der Partner Kommilitone ist und ebenfalls noch kein Einkommen hat? Klingt für mich wie ein Schuss ins eigene Knie.

    Im Großen und Ganzen vertritt Prof. Christiane Nüsslein-Volhard doch eine nachvollziehbare Meinung. Gerne mehr Frauen wenn sie den die erforderliche Leistung bringen wollen und können. Ich kenne keinen normal tickenden »Masku« der so einer Aussage widersprechen würde. Warum auch?

    Edit:
    Mir fällt gerade noch auf. Vielleicht war der Artikel auch der Aprilscherz 2012. 😉

      1. Ich halte Frauenförderung nicht per se für schlecht. Von mir aus gerne auch noch mehr davon. Was mir sauer aufstößt ist die mangelhafte Förderung von Jungen und Männern. Mein Interesse liegt in einer möglichst guten Förderung beider Geschlechter.

        Ich halte es daher für falsch auf einem Stipendium für Frauen herum zu hacken. Sinnvoller ist es meiner Meinung nach mehr Förderung für Jungen und Männer zu fordern. Im Idealfall wird ganz auf die sexistische Unterscheidung verzichtet und streng nach Leistung und Qualifikation sortiert. Aber das Konzept Gleichberechtigung wird ja leider immer mehr durch den Missgriff Gleichstellung ersetzt.

        1. „Ich halte es daher für falsch auf einem Stipendium für Frauen herum zu hacken.“

          Das musst Du mir jetzt aber zeigen.

          Du bringst das Argument ja selbst, dass ich angedeutet habe. Eine Unterscheidung nach Geschlecht ist grundsätzlich einmal sexistisch. Das wäre mir in einem gewissen Rahmen ja auch noch egal, die Realität sieht allerdings etwas anders aus. Von einem gewissen „Rahmen“ kann man ja nicht mehr sprechen. Der ist nämlich schon lange gesprengt. 😉

  3. Das Problem ist wie du sagst der Rahmen. Kein Mensch würde sich über 1000 Stipendien für Frauen aufregen wenn es ebenfalls 1000 Stipendien für Männer gäbe.

    Aber es ist auch so, dass man den wenigsten Männern MINT Fächer näher bringen muss. Das sind nun mal in Industrienationen gefragte Fähigkeiten. Das Interesse unter Frauen, egal aus welchem Grund, ist deutlich geringer. Unterstützung bei der Orientierung halte ich daher auch für wichtig.

    Der Punkt für mich ist einfach. Wenn jemand privates Geld für sexistische Förderung ausgeben will sehe ich das nicht als Problem. Erst dann wenn öffentliche Gelder ins Spiel kommen die von beiden Geschlechtern aufgebracht wurden. Ob das jetzt aber konkret der Fall ist kann ich nicht sagen und wird auch nicht aus dem Interview deutlich.

    1. Mir waren bisher nur geschlechtsunabhängie Stipendien bewusst. Frauenstipendien bringen ja eben genau das ins Spiel, was sie eigentlich eben nicht sollen: Sie sind sexistisch.

      Warum muss man Frauen MINT-Fächer näher bringen?
      Sind Frauen durch MINT-Fächer glücklicher?
      Brauchen die MINT-Fächer mehr Frauen?

      Das sehe ich alles nicht. Das wird doch auch in dem Interview deutlich: Für Frauen scheinen MINT-Fächer unattraktiv zu sein. Außerdem wird über ständiger Frauenförderung vergessen, die wahren Bildungsverlierer zu fördern: Die Jungs. Sie sind es nämlich, die in der Schule langsam aber sicher bewusst abgehängt werden. Sie müssten eigentlich gefördert werden.

      Ich habe selbst erlebt, wie es so langsam anfing, dass ein Studiengang durch „Attraktivitätssteigerung für Frauen“ in der Qualität schwer nachgelassen hat. Die Informatik wird so langsam zum Laberfach, weil soziales Gelaber ja soooo attraktiv für Frauen ist, wenn sie ein Fach studieren wollen.

      Es werden ja auch z. B. Zugangsvoraussetzungen für Frauen heruntergesetzt, damit es in gewissen Fächern mehr Frauen gibt. Damit ist doch niemandem geholfen: Den Frauen nicht und vor allem dem Studiengang nicht.

    2. „Warum muss man Frauen MINT-Fächer näher bringen?
      Sind Frauen durch MINT-Fächer glücklicher?
      Brauchen die MINT-Fächer mehr Frauen?“

      Ganz genau. Jeder kann frei wählen. Das war schon lange so.

      Da ist eine Obsession, ein Fixierung, eine Art gesellschaftlicher Fetisch im Gang. Frauen müssen nicht überall speziell für sie den Weg geebnet bekommen, genauso wenig wie Männer (oder Mädchen und Jungen).

      Chancengleichheit, Wahlfreiheit etc., die hatten wir bevor dieses verlogene wie tatsächlich diskriminierende feministisch- genderistische Gleichstellungsgier, die ausschließlich immer und in jeder Fasson Frauen oder „Frauen-artiges“ bevorzugt und offenbar jedem Fall immer Männer und Jungen benachteiligt und nur dort auftritt wo Frauen darüber was für sich privilegieren können.

      Eine im Kern und aus dem weiblichen Ego entspringende vordringlich Männer-missachtende Ideologie, die u.a. einst gute emotional tiefsitzende Werte und Instinkte auch bei Männern missbraucht und zu ernsthaften Rassismus-artigen Diskriminierungen und negativer männlicher Identität führt.

      Es fragt sich warum Frauen, als auch die ach so „liberale“ Gesellschaft, solch einen Drang dazu haben, sich männliche Sklaven oder disponible männliche Untermenschen zu halten. Warum dieser Fetisch der Empathielosigkeit und Ungerechtigkeit? Weil es zur Zeit gut möglich ist und manche sich das gut zunutze machen können? Sich damit einer eingebildeten Schuld zu entledigen keine Frauen zu unterdrücken? Bildet man sich ein, dass wäre dann souverän und tolerant?

      1. Ja, mir ist mein Fehler auf aufgefallen.

        Ich habe gesagt, Frauen haben die gleichen Chancen.
        Das stimmt ja nicht. Sie haben mittlerweile durch unser Bildungssystem die bessseren Chancen. Man möge mir diesen Schnitzer verzeihen. 😉

    3. Warum muss man Frauen MINT-Fächer näher bringen?

      Weil es sich hier ganz konkret um ein Korrektur handelt. Naturwissenschaftliche Fächer waren vor dem zweiten Weltkrieg bei Frauen deutlich beliebter. 1933 wurden viele Wissenschaftlerinnen aus politischen Gründen entlassen.

      Zusammen mit der »Amerikanisierung« in der Nachkriegszeit hat sich die Situation festgefahren. Dass die Fächer unattraktiv sind liegt zum Teil auch an der Sozialisierung. Da sehe ich Handelsbedarf. Quoten sind deshalb noch lange nicht gerechtfertigt, gesellschaftlich erwünscht oder gar sinnvoll.

      Die angesprochenen Probleme wie aktive Benachteiligung von Jungs, Abwertung der Qualität oder Reduzierung der Zugangsvoraussetzung haben damit nichts zu tun. Das sind politische Fehlleistungen um schnelle sichtbare Ergebnisse zu erzielen.

      Wenn jemand Angst hat im Dunkeln nach Hause zu laufen empfehle ich einen Selbstverteidigungskurs oder besser eine Kampfsportart. Das steigert nebenbei auch das Selbstbewusstsein.

      Die Alternative sind öffentlich geförderte Frauennachttaxis. Dadurch wird der Opfer-Status zementiert und das kollektive Selbstbewusstsein sinkt weiter. Die Gefahr muss ja schließlich enorm sein wenn es sogar extra Taxis gibt.

      1. Warum handelt es sich um eine Korrektur? Wenn Du das anhand von empirischen Zahlen nachweisen kannst, was Du nicht können wirst, wäre mir geholfen.

        Du weißt aber schon, dass Deine Argumentation insofern hakt, dass es in den USA mehr Wissenschafterlinnen gibt als in Deutschland? So groß kann der Zusammenhang also nicht sein. Auch in dem hier behandelten Interview wird dieses Thema angesprochen.

        Genau hierin liegt der Fehler. Warum soll alles von staatlicher Seite im Sinne von Ideologien geändert werden? Es ist eine Ideologie, dass man Frauen aus Gründen einer angeblichen Korrektur heraus fördern muss. Warum? Frauen haben genau die gleichen Chancen in Deutschland wie Männer. Ich sehe keinen Bedarf an gezielter Frauenförderung. Sehr wohl sehe ich aber einen Bedarf Jungs zu fördern. Die werden mittlerweile nämlich überhaupt daran gehindert, überhaupt studieren gehen zu können.

        Hier muss man korrigieren.

        Du argumentierst hier sehr feministisch.

        Natürlich hat die Diskriminierung von Jungs etwas mit dem Thema zu tun. Man kann Förderung nicht einseitig betreiben. Warum sollte es nicht legitim sein, im Bezug auf eine einseitige Förderung, die andere Seite anzusprechen? Das ist auch eine feministische Art und Weise, Kritik von Anfang an auszuschalten. Wenn es um Förderung des einen Geschlechts geht, muss man auch darüber reden, warum man das andere nicht fördert und so ganz und gar untergehen lässt.

        Mit Deiner Argumentation spricht man Frauenförderung im Bezug auf Geschlechtergerechtigkeit von jeder Kritik frei.

        Die Sache mit der Kampfsportart verstehe ich in diesem Zusammenhang nicht. Sorry.

        Es gibt Frauenparkplätze.
        Es gibt die Forderungen, dass Männer nachts die Straße wechseln sollen, wenn vor ihnen eine Frau geht.
        Das gibt es alles.

        1. Ich weiß nicht ob ich mich wirklich so undeutlich ausdrücke, auf dem Holzweg bin oder du mich nicht verstehen willst.

          Ich habe Zahlen gesehen die ich aber gerade nicht zur Hand habe. Reiche ich nach sollte ich sie wiederfinden. Lassen wir den Punkt vorerst weg.

          Die USA ist Deutschland da immer so circa 10-15 Jahre voraus. Wie sah das also in der USA um die Jahrtausendwende mit Frauen in der Wissenschaft aus? Vergleichbar?

          Auf den Punkt wollte ich aber nicht hinaus. Frauen wurde im 3. Reich zwar die Rolle der Mutter zugeschrieben. Gearbeitet haben aber viele dann doch. Einfach weil die Arbeitskraft in den Fabriken benötigt wurde – den die Männer waren ja als Soldaten im Feld. Im Nachkriegsdeutschland haben sich die Frauen dann später nach dem amerikanischen Vorbild der Ernährer, Mutter, 2 Kinder Familie aus der Arbeit zurück gezogen.

          Um dein Argument aufzugreifen. Es gibt in der USA mehr Wissenschaftlerinnen als in Deutschland. Das lässt doch vermuten, dass tatsächlich Frauen keine wissenschaftliche Tätigkeit aufnehmen obwohl sie die Leistung auch erbringen könnten. Oder sind deutsche Frauen doofer? Wenn nicht gibt es doch offensichtlichen Förderungsbedarf.

          Ja, Jungs werden benachteiligt und benötigen mehr Förderung um mittlerweile überhaupt noch mithalten zu können. Trotz, und das lässt sich auch aus dem Interview entnehmen, höherem Leistungswillen.

          Ich sehe da zwei Punkte. Frauen sind im internationalen Vergleich unterrepräsentiert und die Bildung in Deutschland geht den Bach runter.

          Der Vergleich mit dem Kampfsport ist insofern relevant. Mit Frauenparkplatz, Frauennachttaxi, Frauenquote wird an den Symptomen geschraubt. Nicht aber die Ursachen bekämpft. Genau das Gleiche findet statt wenn Studiengänge vereinfacht und verwässert werden um für Frauen attraktiver zu sein.

          Davon abgesehen finde ich es sehr sexistisch Frauen wie Behinderte zu behandeln. Also weg mit dem Blödsinn.

      2. Die vermeintlivhe „Unattraktivität“ der MINT-Fächer unterstellt immer implizit, dass das irgendwie an den Männern liegen soll. Frauen werden dort seit Jahrzehnten bevorzugt.

        Es ist die Materie und es sind die mehr „dinglichen“ Welten, das damit zusammenhängende und auch so notwendige Denken z.B. mathematische Logik etc. die vielen Frauen nicht so liegen. Manchen schon und die bekommen keine Steine in den Weg gelegt und müssen auch nicht mehr leisten, im Gegenteil (die Bevorzugung wurde ja extra eingerichtet).

        Wieso diese fetischhafte Fixierung auf mehr Frauen in diesem Bereich und nicht den gleichberechtigten natürlichen Lauf der Begabungen und Geschmäcker? Wozu dieser Stress diese angeblich gute aber widersinnige Utopie per Zwang und tatsächlich er Diskriminierung?

        Am Beispiel Schweden zeigt sich u.a. auch das Paradox, dass die Geschlechter dann eben doch nach ihren Vorlieben auswählen und weiter Ausdifferenzieren.

        Da schwingt doch diese paternalistische wie missachtende und einschränkende Schuld- und Überlegenheitsgefühlskultur der sog. „Liberalen“, „Egalitären“, Linken wie Rechten etc. mit. Und gerade Männer habem hier ja große Bedürfnisse, die der Feminismus geradezu virtuos manipuliert.

        Auch Frauen dürfen sich ein bischen anstrengen und Selbst- und Mitverantwortung übernehmen, genauso wie Männer – in einer tatsächlich gleichberechtigten Welt.

        1. Darf ich auf das „Warum?“ antworten?

          Weil Frauen durch die gezielte Förderung Einkommen, Status und Stellung mehr oder weniger geschenkt bekommen.

          Man denke an die ganzen Professorenstellen im Bereich des Gendermülls. 😉

        2. Es ist die Materie und es sind die mehr “dinglichen” Welten, das damit zusammenhängende und auch so notwendige Denken z.B. mathematische Logik etc. die vielen Frauen nicht so liegen.

          Ich denke wir kommen dem Missverständnis langsam näher. Ich lehne es ab, Frauen durch geringere Leistungsanforderungen oder Zugangserleichterungen zu fördern. Aber ich befürworte es Frauen klar zu sagen, dass sie die notwendigen Fähigkeiten besitzen könnten. Mann sein bedeutet ja auch nicht zwangsläufig, dass man ein Mathegenie ist.

          Auch Frauen dürfen sich ein bischen anstrengen und Selbst- und Mitverantwortung übernehmen, genauso wie Männer – in einer tatsächlich gleichberechtigten Welt.
          sic!

  4. „Ich weiß nicht ob ich mich wirklich so undeutlich ausdrücke, auf dem Holzweg bin oder du mich nicht verstehen willst.“

    Ich verstehe tatsächlich nicht, was einige Deiner Aussagen mit meinem Text zu tun haben.

    Ich habe Zahlen gesehen die ich aber gerade nicht zur Hand habe. Reiche ich nach sollte ich sie wiederfinden. Lassen wir den Punkt vorerst weg.

    Diese Zahlen sind auch irrelevant. Mit der Vergangenheit argumentieren Feministinnen immer, wenn sie sagen, „dann kann der Mann halt auch mal Ungerechtigkeit ertragen“.
    Aus der Vergangenheit soll man lernen. Die Vergangenheit aber als Argument für heutige Ungerechtigkeiten herbei zu beten, ist falsch.

    Die USA ist Deutschland da immer so circa 10-15 Jahre voraus. Wie sah das also in der USA um die Jahrtausendwende mit Frauen in der Wissenschaft aus? Vergleichbar?

    Um die Jahrtausendwende war ich kurz an den Unis von Toronto – okay, ist Kanada – dort sah nichts nach unterdrückter Frau aus. Es war eher schon eine latente Unterdrückung des Mannes anhand des Feminismus‘ zu spüren.

    [..3. Reich..]

    Sorry, aber was hat das 3. Reich hier zu suchen? Ich lebe im hier und jetzt. Ich spreche vom hier und jetzt. Deine historische Betrachtung ist übrigens falsch. Frauen haben in Fabriken gearbeitet, weil sie mussten. Nicht weil sie wollten.

    Die s. g. Trümmerfrauen gab es in diesem Ausmaß z. B. auch nicht. Du überschätzt die Produktivität von Frauen ungemein. Ich muss das leider so feststellen. Historisch gesehen, haben Frauen aus unterschiedlichen – ja, auch zu verurteilenden Gründen – nicht sehr viel gearbeitet. Ich meine jetzt gearbeitet im Sinne von „bezahlter Tätigkeit nachgegangen“. Hausarbeit wurde immer zu schlecht bewertet, das soll aber hier jetzt nicht das Thema sein.

    Um dein Argument aufzugreifen. Es gibt in der USA mehr Wissenschaftlerinnen als in Deutschland. Das lässt doch vermuten, dass tatsächlich Frauen keine wissenschaftliche Tätigkeit aufnehmen obwohl sie die Leistung auch erbringen könnten. Oder sind deutsche Frauen doofer? Wenn nicht gibt es doch offensichtlichen Förderungsbedarf.

    Also… Zum einen ist es nicht so wirklich mein Argument. Die Interviewte hat von einem Unterschied von Deutschen und US-Wissenschaftlerinnen gesprochen.
    Außerdem machst Du den Fehler und urteilst nach Dingen, die man Dir glaubhaft machen will. Schau Dir die Zahlen der Studierenden an und Du wirst sehen, dass es keinerlei Förderungsbedarf gibt.

    Frauen wollen einfach andere Lebensplanungen für sich realisieren. Deshalb besteht doch noch lange kein Förderungsbedarf. Oder kommst Du auf die Idee und willst Männer in der Medizin fördern? Dort sind die Frauen nämlich mittlerweile weit in der Überzahl. Da spricht aber niemand von Förderung.

    Ja, Jungs werden benachteiligt und benötigen mehr Förderung um mittlerweile überhaupt noch mithalten zu können. Trotz, und das lässt sich auch aus dem Interview entnehmen, höherem Leistungswillen.

    Wie kommt es dann, dass Du fast ausschließlich von Frauenförderung sprichst?

    Ich sehe da zwei Punkte. Frauen sind im internationalen Vergleich unterrepräsentiert und die Bildung in Deutschland geht den Bach runter.

    Die Bildung in Deutschland gegen wegen des Genderterrors den Bach runter. Das stimmt sehr wohl.

    Woran machst Du fest, dass deutsche Frauen im internationalen Vergleich unterrepräsentiert sind? Es wurden lediglich die USA und Deutschland genannt. Dann leider auch noch ohne Zahlen. Zu „international“ gehört mehr.

    Der Vergleich mit dem Kampfsport ist insofern relevant. Mit Frauenparkplatz, Frauennachttaxi, Frauenquote wird an den Symptomen geschraubt. Nicht aber die Ursachen bekämpft. Genau das Gleiche findet statt wenn Studiengänge vereinfacht und verwässert werden um für Frauen attraktiver zu sein.

    Dann war das nicht ersichtlich. 😉

    Davon abgesehen finde ich es sehr sexistisch Frauen wie Behinderte zu behandeln. Also weg mit dem Blödsinn.

    Wo siehst Du das jetzt? Ich habe echt oft Schwierigkeitn, bei Dir die Zusammenhänge zu erkennen. Sorry.

    Ich muss allerdings sagen, dass ich lediglich auf die heutige Situation in Deutschland aufmerksam machen wollte. Historische Betrachtungen liegen mir nicht so wirklich. 😉

  5. Die Vergangenheit aber als Argument für heutige Ungerechtigkeiten herbei zu beten, ist falsch.

    Richtig. Ich schreibe auch nicht von Ungerechtigkeiten sondern von historischen Entwicklungen. Das Geschlecht taugt meiner Meinung einfach nicht um über Fähigkeiten wie Empathie, Logik oder naturwissenschaftliches Verständnis zu urteilen. So wie es falsch ist Männern »weibliche« Fähigkeiten abzusprechen halte ich es auch für falsch das bei Frauen zu tun.

    Frauen haben in Fabriken gearbeitet, weil sie mussten. Nicht weil sie wollten.

    Habe ich etwas anders geschrieben? Arbeitende Frauen waren schon immer normal. Nur eben häufig in der schlecht bewerteten Haus- und Hofarbeit. Und die war vor Staubsauger, Geschirrspüler und Waschmaschine ganz sicher keine Kleinigkeit. Dass Hausarbeit so schlecht bewertet wird ist aber ein feministisches Konstrukt.

    Trümmerfrauen

    … waren nachweislich zum größten Teil Männer. Zumindest für München gibt es eine Erhebung.

    Zahlen der Studierenden

    Ich meine ganz im speziellen naturwissenschaftliche Fächer. Geisteswissenschaften sind eine ganz andere Baustelle. Von dem ganzen überflüssigen Genderblödsinn will ich noch nicht einmal anfangen.

    Wie kommt es dann, dass Du fast ausschließlich von Frauenförderung sprichst?

    Weil das Thema Jungenförderung ja nicht das Thema ist. Sondern die Aussage, dass Frauenförderung pauschal unnötig sein soll.

    Woran machst Du fest, dass deutsche Frauen im internationalen Vergleich unterrepräsentiert sind? Es wurden lediglich die USA und Deutschland genannt. Dann leider auch noch ohne Zahlen. Zu “international” gehört mehr.

    Da habe ich mich verleiten lassen. Allerdings fehlen im Moment die Zahlen um die Aussage zu be- oder widerlegen.

    Wo siehst Du das jetzt?

    Es gibt seit Jahren gesetzlich geschützte Behindertenparkplätze, geförderte Fahrdienste und Quoten für größere Unternehmen um die Benachteiligung Betroffener auszugleichen. Fair ist das nicht. Hilft aber besondere Probleme einzudämmen und ein menschenwürdiges und selbstbestimmtes Dasein zu führen. Privilegiert sind diese Personengruppen deshalb noch lange nicht.

    Der Verdacht liegt also nahe, das Frauen nicht Männern sondern Behinderten gleichgestellt werden.

    1. 😀 Entweder springst Du recht rasant für meine Auffassungsgabe oder ich entdecke gerade die Langsamkeit für mich. 😀

      Ja, stimmt. Frauen machen sich irgendwie selbst zu Behinderten. „Behinderte“ darf man übrigens überhaupt gar nicht mehr sagen. 😉 Das verbietet die politische Korrektheit… (puke)

      Ich denke, dass gerade die historischen Entwicklungen eher zum Vorteil der Frau führen bzw. geführt haben.

      Habe ich gesagt, dass Frauenförderung unnötig sei? Echt? Muss ich nochmal suchen.
      Mir ist momentan nur gerade kein Bereich bewusst, in dem man Frauen speziell fördern müsste. Vielleicht im Bereich der Wahrnehmung, dass es nicht weiter zu feministischen Fehlwahrnehmungen kommt.

      Förderungswürdig sind mittlerweile die Jungs. Sie werden schon im Kindergarten auf das Übelste diskriminiert. Ich kann Lieder davon singen.

      1. Vielleicht bin ich tatsächlich ein wenig schnell und holprig. Ich befürchte gerade, dass ich Annahmen unterschlage die für mich eigentlich klar sind.

        Vielleicht im Bereich der Wahrnehmung, dass es nicht weiter zu feministischen Fehlwahrnehmungen kommt.

        Das ist im Grunde mein Anliegen. Wenn dazu ein paar Euro extra notwendig sind um auf Tatsachen hinweisen zu können stört mich das doch nicht. Insbesondere dann nicht, wenn die Gelder vollständig von privat kommen.

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