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Ich gebe es zu:
Ich bin ein Literaturpreisträger :D

Okay, heute ist es dann so weit:

Ich gebe es zu. Ich bin ein Literaturpreisträger. Ja, ich habe einen Preis gewohnen. Einen sehr renommierten Preis sogar. Ich habe den

1. Langenfelder Literaturpreis – Prosa

gewonnen.

Es gab sogar eine Urkunde. Eine sehr professionelle Urkunde, die dem Preis durchaus gerecht wurde:

literaturpreis

Ich möchte Euch das Werk, dass mich dieser Ehre zu teil werden ließ, nicht vorenthalten. Viel Spaß. 😉


W. Jacobs

Wie eine Fledermaus aus der Hölle

 

Like a bat out of hell I’ll be gone when the morning comes.

When the night is over like a bat out of hell I’ll be gone gone gone…

Diesen Song, den ich in diesem Moment hörte, verfolgte mich schon seit langem. Stets verursachte es ein Herzklopfen, das ich zum ersten mal spürte, als ich mich verliebte.

I’m gonna hit the highway like a battering ram on a silver black phantom bike

Gerade in diesem Moment, als der Song richtig abging, wurde ich aus meiner Phantasie von einem, wie sich später herausstellte, schicksalhaftem Klopfen gerissen.

Es war meine Mutter. Sie wollte mir den neuen Nachbarjungen vorstellen.

Er kam herein und sagte: „Ah, Du hörst Fettsack!“

Als er das gesagt hatte, wusste ich, dass ich ihn hassen würde, denn wer Meat Loaf beleidigte, beleidigte auch mich.

Ich antwortete: „Noch einen Ton gegen Meat Loaf und du fliegst raus!“ Ich hatte kein Interesse ihn kennenzulernen. Er reagierte ruhig, ging zuu Plattenspieler, hob die Nadel hoch und sagte: „Ich mach‘ mal eben die Scheiße aus.

Nichts, aber auch nichts konnte mich in diesem Augenblick halten. Eine rasende Wut stieg in mir hoch, wie ich sie noch nie verspürte hatte. Ich stürzte mich auf ihn. Meine Mutter stand immer noch an der Tür. Sie versuchte mich wie einen Hund zurückzurufen, aber es war schon zu spät. Während ich zuschlug schrie ich, er solle nie wieder Meat Loaf oder mich beleidigen.

Auf einmal wurde ich zurückgerissen, es war mein Vater. Er muß wohl von meiner Mutter geholt worden sein.

Der Nachbarjunge, der übrigens Mike hieß, stürzte blutend aus meinem Zimmer.

Mein Vater versuchte aus mir herauszuholen, warum ich ihn zusammengeschlagen hatte. Er verstand nicht, warum ich es wegen „so einer Lapalie“ getan hatte.; er hatte halt keine Ahnung. Ich blieb den ganzen Abend in meinem Zimmer und erledigte Hausaufgaben, dich ich sonst wohl nie erledigt hätte.

In der Schule erlebte ich eine große Überraschung. Meine Klassenlehrerin kam mit Mike herein und erklärte, dass er ein neuer Mitschüler von uns wäre. Er grinste mich böse an. Bei diesem Blick dachte ich an Meat Loafs Textzeile

There’s a man in the shadows with a gun in his eyes…“

und spürte, dass er mir die Schlägerei heimzahlen wollte.

Er versuchte ständig, mich in der Schule zu reizen. Einmal mussten mich die Jungen aus meiner Klasse zurückhalten. Ich hätte ihn wohl umgebracht.

Er wiederholte jeden Tag seine, für mich grausame Folter. Tag für Tag mussten mich meine Mitschüler zurückhalten.

Nachdem ein paar Tage vergangen vergangen waren, hasste ich ihn so sehr, dass ich ihm alle Qualen dieser Welt wünschte. An genau diesem Tag kam ich mit meiner Maschine nach Hause, als er gerade mit seinem Fahrrad wegfahren wollte.

Er begrüsste mich mit einem: „Du fährst ja nur Motorrad, weil diese fette Sau auch fährt.

Diese Worte reichten. Surrend zog ich den Reißverschluss meiner Lederjacke auf und das Springmesser heraus. Er erschrak und hatte plötzlich Schiss.

Klick.

Dieses Geräusch des aufspringenden Messers klingt noch immer in meinem Ohr. Langsam ging ich auf ihn zu. Als er nicht mehr ausweichen konnte, er war mit dem Rücken vor eine Mauer gestoßen, stieß ich zu. Zehn, zwanzig, dreißig Mal und mehr. Sein lebloser Körper sackte zusammen.

Plötzlich saß ich auf meiner Maschine und fuhr Richtung Autobahn.

„I can see myself tearing up a road…

…but I never see the sudden curve until it’s way to late…“

In diesem Moment steuerte ich das Motorrad vor die Leitplanke.
Es war ein erhebendes Gefühl des Aufpralls.

Ich hörte die Worte:

Then I’m dying at the bottom of a pit in the blazing sun;
torn and twisted at the foot of a burning bike…“

Ich wusste, dass ich sterben musste, obwohl ein wohlig warmes Gefühl meinen Körper beherrschte. Das Klopfen meines Herzens drang an mein Ohr.

And the last thing I see is my heart;
still beating; an‘ breaking ot of my body and flying away…“

Ich brüllte ein letztes Mal: „Like a bat out of hell!“ und sah mich sterben – wie eine Fledermaus aus der Hölle.

Ende.


Ach so:

Klappe halten. Damals war ich 14 und es war eine Strafarbeit. 😉

Es ist aber lustig, diesen Text nach so langer Zeit nochmal zu sehen und dann auch noch abzutippen. Ja, damals war ich schon recht düster. …und unlogisch. Macht aber nix, ich war ja pubertierend und erst 14. 😉

12 Gedanken zu „Ich gebe es zu:
Ich bin ein Literaturpreisträger :D

    1. 😀

      „ungeschliffen“ – sehr nett ausgedrückt. 😀
      Ich habe aber der Versuchung widerstanden, etwas zu ändern. Das wäre ja geschummelt gewesen.

      1. Ach, Frau Pelz, muss ich Dir das wieder erklären: das nutzlos und dämlich bezieht sich auf #aufschrei, deshalb stehen die Begriffe auch davor. Einen Bezug zu Dir hsst Du auf Grund einer Befindlichkeit lediglich sozial konstruiert, weil Du auch mal ein Opferabo haben wolltest 😉

        1. Ich könnte es Dir jetzt erklären wo genau der Beziehung liegt, aber das wären ja wieder Perlen vor die Schweine. 😀

          Außerdem wollte ich auch mal sozial konstruieren. Heute dekonstruiere ich irgendwas. „Dekonstruieren“ ist ein selten dämlicher Ausdruck – in etwa so wie „Negativwachstum“.

          1. Vor allem ist es immer „lustig“, wenn dummsabbelnde Soziologie-Schwätzer etwas „dekonstruieren“ wollen, was z.B. naturwissenschaftlich mit harten Fakten x-fach belegt ist, siehe Chromosomen, Genetik etc.pp. Wann werden die Gender-Spinner und Feminazis endlich als das wahrgenommen, was sie sind: Dummschwätzer, Hassprediger, Hochstapler und akademische Betrüger?

            1. Das passiert, wenn es wahrscheinlich zu spät ist. Wenn Frauen keine Kerle mehr abbekommen, weil die keinen Bock mehr haben, wenn Frauen bemerken, dass zu Wissenschaft und Arbeit mehr als reine Weiblichkeit gehört usw.

              Ich muss jetzt „Frauen“ sagen, weil Frauen dieses ganze System – wenn oft auch nur passiv – unterstützen.

              Sorry, liebe Frauen, aber ihr solltet Euch auch wehren.

              1. Korrekt, aber glaubst Du ernsthaft, das die Nutznießerinnen dieses ganzen idiotischen Gender-Systems dagegen aufbegehren werden? Ich glaube da nicht dran, dazu sind die meisten Frauen IMHO schlicht zu opportunistisch, nein, zu schlicht und opportunistisch.

  1. Nun ja, viele Frauen haben Jungs, das ändert schon oft fundamental die Sichtweise. Oder Ehemänner, deren Karrieren durch Quoten massiv behindert, wenn nicht verhindert werden. Nicht jede Frau ist alleinstehend oder alleinerziehende Mutter. Die Hoffnung ist also berechtigt…

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