Meine Männlichkeit –
Was ist Männlichkeit überhaupt?

Diesen Artikel wollte ich lange schreiben. Er war zunächst als mögliche Blogparade gedacht, die aber nie stattgefunden hat.  Daher schreibe ich ihn nun „alleine„. 😉

Allerdings muss ich mir gestehen, dass ich mir nie darüber so wirklich Gedanken gemacht habe, was Männlichkeit überhaupt ist. Ich fühle mich einfach männliche. Klar, ich habe alles, was man dazu braucht, im biologischen Sinne als männlich durchzugehen. Ich habe es sogar zu Nachwuchs gebracht. Ich ziehe diesen Nachwuchs sogar alleine auf. Ich glaube aber nicht, dass männliche Fortpflanzungsfähigkeit gemeint ist. 😀

Was macht mich – also ausgerechnet mich! – männlich? Ich glaube, es ist u. a. die Art und Weise, wie ich zu meinen Ansichten und Meinungen stehe. Meine Ansichten und Meinungen sind allerdings nicht in Stein gemeißelt. Ich habe sehr oft „alles ist fließend“ von mir gegeben. Dem ist ja so. Ich lasse mich gerne eines besseren überzeugen, bin aber der Ansicht, dass ich mir meine Meinungen schon abwägend, so gut es geht, objektiv gebildet habe.

Zu Dingen, zu denen ich mir keine richtige Meinung bilden konnte, versuche ich auch in derart zu kommunizieren. Ich kann dann auch selbstbewusst sagen: „Sorry, da konnte ich mir noch keine wirkliche Meinung zu bilden!“ Auch das empfinde ich als männlich. Die Fähigkeit zu Dingen zu stehen, ist männlich.

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Vor Ewigkeiten auf dem Dynamo Open Air – lange Haare hat er noch 😀

Klar, ein Fragebogen der Uni Zürich hat letztens festgestellt, dass ich überwiegend weibliche Anteile hätte. Dort ist die Rede von „gesellschaftlich weiblich gesehenen“ Eigenschaften. Wer mich kennt, würde diese Eigenschaften allerdings an mir niemals als weiblich interpretieren. Die Frage ist also weiterhin: Was ist Männlichkeit? Wenn „weibliche Eigenschaften“ nicht mehr als „weibliche Eigenschaften“ empfunden werden, weil sie ein Mann besitzt, was ist dann Männlichkeit und was ist Weiblichkeit?

Oftmals sind es optische Dinge. Wenn ich eine Frau sehe, kann ich sie einordnen: weiblich, eher burschikos und Rest. 😀 Ein muskulöser Typ ist auch eher männlich in meiner Wahrnehmung. Mich beeindrucken bei einem Mann allerdings auch Intelligenz und Intellekt. Gerade die s. g. „soziale Intelligenz“ beeindruckt mich immer schwer. Das ist für mich auch Männlichkeit.

Wenn es um optische Dinge wie groß, muskelbepackt, Bartwuchs usw. geht, habe ich sowieso verloren. Ich bin klein, eher dürr, langhaarig, mein Bartwuchs entspricht dem Bartwuchs eines Indianers… Dennoch: Ich empfinde mich als richtigen Mann – ich empfinde mich als männlich.

Ich höre z. B. auch fast nur Musik, die von Männern eher für Männer gemacht ist. Leichte Melodien liegen mir nur, wenn sie auf einem gewaltigen Teppich liegen. Musik liegt mir, wenn sie fragmentiert und chaotisch erscheint, dennoch aber einen Plan besitzt. Ich finde, ich höre männliche Musik. Okay, ich höre allerdings auch Tina Dico. 😀

Ach, seht doch einfach selbst: Mein lastfm-Profil.

Ich überlege gerade, ob meine Heterosexualität eine Rolle spielt. Ich glaube nicht. Ich glaube, ich würde meine Männlichkeit ebenso empfinden, wenn ich homosexuell wäre. Bin ich aber nicht. Ich denke auch, dass es eher schädlich ist, überhaupt über so etwas nachzudenken. Lustig sind in diesem Zusammenhang dann Sätze wie: „Wat? Der is‘ schwul? Dat hätte ich von dem nie gedacht!“ 😀

An mir sind die Probleme, die mit einer Homosexualität einhergehen vorbeigegangen. Ich habe aber auch selbst genug Probleme. Ich habe hier ja schon einige Dinge über die Diskriminierung alleinerziehender Väter geschrieben. Auch hier stelle ich gerade fest: Mein Umgang mit diesen Problemen oder aber auch der Umgang mit meinen angeblich weiblichen Eigenschaften ist männlich.

Das alles macht mich jetzt nicht zum Vorzeigemann. Auf gar keinen Fall machen mich diese Dinge zum Vorzeigemann. Es zeigt aber zumindest mir, dass zu einer Männlichkeit mehr als reine Körperlichkeit gehört. Ach so… …und in Sachen „reiner Körperlichkeit„… …aber lassen wir das. Meine letzte und immer noch Liebe (für mich), hat mir gezeigt, dass viele Dinge so egal sind, wenn man einmal gewisse Höhen erklommen hat.

Auch der Uumgang mit meinem Sohn zeigt mir Männlichkeit. Ich lasse ihm zwar immer die Wahl, dass es sich auch für Mädchendinge entscheiden darf, im Endeffekt entscheiden wir uns aber immer für den Kram für die Jungs. Das ist bei LEGO und auch bei der Wahl seines Sports, seines Instruments usw. so. Er spielt Schlagzeug und macht Karate – in seiner Karategruppe sind aber ganz viele Mädchen. Das macht ihm aber gar nichts, er ist ja schließlich auch kein Sexist. Obwohl er schon bemerkt hat, dass Mädchen in der Schule anders wahrgenommen werden als Jungs.

Was soll nun aber dieser Artikel, der so absolut keine Antworten gibt?

Tja, was soll dieser Artikel? Vielleicht soll er einfach zum Nachdenken anregen. Nachdenken… …das wurde die letzte Zeit an einigen Stellen leider unterlassen.

Ich weiß also nicht, was es genau bedeutet, männlich zu sein. Ich weiß nur, dass ich mich ganz klar und eindeutig als Mann sehe und auch noch stolz und glücklich darüber bin. 😉

4 Gedanken zu „Meine Männlichkeit –
Was ist Männlichkeit überhaupt?

  1. Schöner Artikel, liest sich „einfach mal so von der Seele heruntergeschrieben“! 🙂

    Das Metal-Foto löst doch starke Emotionen in mir aus. Du siehst aus wie viele in meinem Bekanntenkreis.

    1. 😀

      Hier im Blog schreibe ich das meiste recht schnell herunter. Daher kommt es oft vor, dass der Titel nichts mehr mit dem „Artikel“ zu tun hat.

      Alter Jedi ich aber jetzt bin. 😉

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