BorderlineMännerPolitik

Gastartikel:
„Warum ich keinen Vaterschaftstest machen lasse“

Dieser Artikel erschein zuerst im kuckucksvater-Blog. Der Blog für falsche Vaterschaften und Kuckuckskinder. Empfehlung!
Geschrieben hat ihn Armin von NICHT-Feminist.de


 

Zunächst einmal wird dies kein Plädoyer dafür, keinen Vaterschaftstest machen zu lassen. Es gibt sehr viele Gründe dafür. Diese Gründe wurden oft besprochen und ausführlich geschildert.

gemalt01Meine – nein “unsere” – Geschichte liegt allerdings anders. Ich bin alleinerziehend und jetzt bereits seit über 6 Jahren mit meinem Sohn alleine. Seine Mutter ist eben vor dieser Zeit verstorben. Seitdem lebt mein Sohn bei mir. Mein Sohn wurde damals ihr bezüglich des Aufenthaltsbestimmungsrechts zugesprochen. Die Geschichten, wie es einem Mann ergeht, der um das Aufenthaltsbestimmungsrecht seines Sohnes kämpft, sind offene Geheimnisse. Nahzu jeder weiß um die Ungerechtigkeiten gegenüber dem Vater, aber niemand spricht offiziell darüber.
Wie dem auch sei: Ich war zunächst in einer Situation, in der sich viele Väter nach einer Trennung befinden: Ich wurde mit dem Besuchsrecht erpresst, es ging um Unterhaltszahlungen, das Jugendamt und sämtliche Behörden sind mir in den Rücken gefallen usw. Eine Geschichte wie sie tausendfach in Deutschland passiert. Dabei spielt es auch keinerlei Rolle, ob die Mutter des Kindes unter einer schweren psychischen Erkrankung (Borderline) litt. Eine Frau bleibt eine Frau und ein Mann bleibt ein Mann. Die Wertigkeit der beiden bestimmt die Gesellschaft.

In dieser Situation hatte ich mir schon sämtliche Dinge besorgt, die für einen nötigen “heimlichen Vaterschaftstest” nötig gewesen wären. Ich wollte zumindest einen deutlichen Verdachtsmoment haben, bevor ich mich in die “Schlacht der Vaterschaftsfeststellung” gestürzt hätte. Offiziell hätte ich keinen Test machen können, da die Mutter nicht einverstanden gewesen wäre; es gibt aber andere Wege, sich zumindest vorab zu bekräftigen oder zu entkräftigen – je nach Ergebnis. Diese Möglichkeiten gab es zumindest damals.

Ich hatte also alle Dinge beisammen. Allerdings habe ich mich nie durchringen können, dies auch durchzuführen. Dies habe ich auch irgendwie nicht geschafft, nachdem ich vor Gericht verloren habe. Die Mutter wusste es, mich durch Besuchskontakte, die hin und wieder stattfanden, irgendwie bei Laune zu halten. Diese Laune hielt bis zu jenem schicksalhaften Anruf in dem mir von dem Schlaganfall der Mutter berichtet wurde.
Die Mutter meines Sohnes lag also zunächst im künstlichen Koma. Alles war bei der Großmutter meines Sohnes passiert. Er hat sich also dort aufgehalten. Da ich durch meine bisherigen Erfahrungen wusste, dass es wichtig ist, sein Kind so schnell wie möglich zu sich zu holen, weil jeder Tag, den das Kind woanders verbringt, gegen einen spielt. Je länger das Kind bei anderen Menschen ist, umso mehr wird argumentiert, dass das Kind ja nun dort seinen Lebensmittelpunkt gefunden hätte. Die Zeit spielt unterschiedlich für die betroffenen Väter als für die Mütter. Väter sollten sich nicht länger als zwei Wochen von ihren Kindern trennen lassen.

Warum ich aber nun keinen Vaterschaftstest machen lasse:
Mein Sohn hat niemanden außer mir. Wir leben jetzt seit über 6 Jahren alleine zusammen und haben eine sehr enge Bindung. Die Gedanken, ob er von mir ist oder auch nicht, sind unwichtig geworden. Selbst wenn er nicht mein biologischer Sohn ist: Er ist auf jeden Fall mein Kind, dass ich sozialisiert habe. Ich bin der Vater, der ihm Kultur, Moral, Ethik und auch ein wenig Wissen vermittelt hat. Ich habe die Verantwortung gerne übernommen und werde auch immer zu dieser Verantwortung stehen.
Es soll keine Gewissheit über biologische Dinge meine Gefühle und mein Verantwortungsbewusstsein gegenüber meinem Sohn stören. Aus diesen Gründen zweifele ich auch nicht an meiner Vaterschaft. Mein Sohn war immer mein Sohn. Durch die letzten 6 Jahre steht dies völlig außer Frage.
Fragen hätte ich vielleicht stellen können. Die Borderline-Erkrankung der Mutter meines Sohnes hatte einige klassische Folgen: Am Ende der Partnerschaft war sie sehr promiskuitiv (sexuell freizügig). Sie hatte am Ende vier oder fünf Kerle neben mir, was mir zumindest einen sogenannten Aidstest eingebracht hat.
Was mich allerdings beruhigt hat, war die Tatsache, dass sie am Anfang der Beziehung als mein Sohn gezeugt wurde, keine Zeit für andere Abenteuer hatte. Daher kann ich zu nahezu 100 % ausschließen, dass etwas anderes neben mir lief. Es ist allerdings bekannt, dass eine Frau, die fremd gehen will, auch fremd gehen kann. Zu 100 % wird man sich nie sicher sein.

Das alles aber spielt keine Rolle mehr. Durch meine soziale Verantwortung verspüre ich auch eine sehr starke biologische Bindung, bei der es keinen Sinn macht, diese zu hinterfragen. Was wäre ich für ein sozialer Mensch, wenn ich meine Beziehung zu meinem Sohn hinterfragen würde?
Schlussendlich kann ich sagen, dass mein Sohn und ich noch Glück gehabt haben; auch wenn die Mutter verstorben ist, hat er einen Vater, der extrem wichtig für einen Jungen ist. Die Mutter wäre durch ihre Erkrankung auch gar nicht in der Lage gewesen, ihrer Rolle als Mutter nachzukommen. So hat mein Sohn jetzt ein geregeltes Leben und muss sich nur mit mir herumschlagen.

Ich verstehe aber jeden Vater, der in gewissen Situationen einen Vaterschaftstest machen lassen möchte. Ich bin auch dafür, dass der Vaterschaftstest bei Geburt eingeführt wird; auch wenn dies zu einigen Trennungen führen wird. Nicht nur wir Männer haben Verantwortung.

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