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Vater-Kind-Kur: Die Gesprächsgruppe „Väter“ – Runde 1

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Geh! Los! Geh!

Wenn ich schon die Möglichkeit habe, mich mit anderen Vätern auszutauschen, mache ich das auch. Während der Vater-Kind-Kur wird eine Gesprächsrunde für Väter angeboten. Heute war ich beim ersten Termin. Meine Kurzzusammenfassung.
Die Gesprächsrunde ist freiwillig, daher waren auch nicht alle kurenden Väter anwesend.

Die Gruppe war gut gemischt:

  • ein Landwirt
  • ein weiterer Landwirt, selbständig in der Tierhaltung
  • ein Lehrer und Bürgermeister
  • ein hauptberuflicher (Kirchen-)Musiker
  • ein Polizist (Hundeführer)
  • ein IT-Freelancer

Der einzige Alleinerziehende der Gruppe war ich. Daher unterscheiden sich meine Erfahrungen und Wahrnehmungen grundsätzlich ein wenig von denen der anderen Väter. Das Grundthema war Stress.

Wir sprachen zunächst darüber, was Stress für uns überhaupt bedeutet und wie Stress für uns entsteht. Die anwesenden Sozialpädagogin stellte uns dann ein Phasenmodell vor, dass sich irgendwie auf das Leben eines Urzeitmenschen bezieht. Ich selbst fand dieses Modell nicht „wirklich“ zeitgemäß. Es mag auf manche Berufsgruppen passen – der Polizist sah bei sich einige Parallelen – für die meisten aber ist ein Modell, das sich auf die Jagd von wilden Urzeittieren bezieht, nicht so ganz passend. Okay, da hat Frau Sozialpädagogin, die die Gruppe leitet, wohl ein Modell aus ihrem Studium angebracht.

Die größten Unterschiede zwischen mir und den meisten der anderen Väter gab es beim Stichwort „Stressbewältigung und -abbau“. Andere Väter haben gesagt, Familie und ihre Kinder würden ihnen beim Stressabbauch helfen. Ich selbst habe als „Familie“ lediglich meinen Sohn und wir stressen uns mittlerweile recht häufig gegenseitig. Stressabbau ist für mich Zuhause also nicht gegeben. Wenn ich Zuhause bin, muss ich halt noch sämtliche Dinge, die meinen Sohn anbelangen erledigen und kann eben keinen Stress abbauen. Das ist halt so und soll auch so sein: Mein Sohn ist für mich halt das coolste Lebewesen unter der Sonne. Es sagte nur ein anderer Vater, dass ein Kind auch Stress bedeuten kann.

Interessant war zu hören, dass sich viele Stressfaktoren trotz unterschiedlicher Tätigkeiten grundsätzlich gleichen. Ein wichtiges Stichwort war für mich der Stressfaktor „paralleles Aufkommen von Stressfaktoren“. Man kann eine angebliche Multitaskingfähigkeit haben, wie man will. Wenn etwas richtig ordentlich erledigt werden soll, muss man sich auf eben diese eine Sache auch konzentrieren.

Es ist etwas anderes Haare für Tante Erna oder aber einem Topmodel die Haare zu schneiden. Ein Programmierer muss sich anders konzentrieren als ein Masseur. Gerade in den Bereichen, in denen ich tätig bin, muss man sich häufig extrem fokussieren. Dann stört jede noch so kleine Störung. Hinzu kommt meine extreme Wahrnehmung von Geräuschen. Es ging anderen Vätern genauso wie mir, dass sie keine übermäßigen Multitaskingfähigkeiten benötigen, sondern eher die Möglichkeit des Fokussierens haben müssen.

Beeindruckend fand ich die Beschreibung des Polizeibeamten, der mit seinem Hund z. B. auf Fußballveranstaltungen eingesetzt wird und dort auf Hooligans trifft. Für ihn ist das, was für andere eine extreme Stresssituation wäre, fast zur Normalität geworden. Er sagte zwar, dass er sein Adrenalin hochschießen würde, er aber äußerst konzentriert und überhaupt nicht nervös dabei sei. Solche Schilderungen finde ich faszinierend. Ich würde einnässen – denke ich jetzt mal spontan.

Ein Landwirt von einer der östlichsten Inseln von Deutschland beschrieb seine Tätiigkeit ebenfalls als sehr stressig. Es kommt wohl vor, dass er von morgens 7 bis abends/nachts um 0:00 Uhr praktisch nur auf dem Traktor sitzt. Schade ist dann natürlich für ihn, dass er seine Tochter umso weniger sieht.

Für mich war dieses erste Treffen sehr interessant. Ich denke, dass in einer Frauengruppe die Stressschwerpunkte ganz andere gewesen wären.

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Ich freue mich allerdings darauf, meine Zusammenfassung der „Alleinerziehendenrunde“ zu schreiben. Dort waren neben mir aussschließlich Frauen. Es wurden natürlich die Ex-Partner thematisiert. Das Thema „Väterentsorgung“ ist ganz tief in vielen Menschen eingepflanzt. Es war streckenweise erschreckend. Die Zusammenfassung folgt.

Ich komme leider momentan nur sehr gehetzt zum Schreiben. Hätte nicht gedacht, dass eine Kur so stressig sein kann.

Ein Gedanke zu „Vater-Kind-Kur: Die Gesprächsgruppe „Väter“ – Runde 1

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