Böse Augen - Bashing

Die Linke „erbt“ bei den Piraten – Das war’s mit den Piraten

Veröffentlicht am Veröffentlicht in Berlin, Die Linke, Feminismus, Politik
Der Artikel vom letzten Jahr wurde um aktuelle Fakten ergänzt. Unten 😉

Die Linke bedient sich personell und inhaltlich bei den Piraten und erklärt die Piraten zeitgleich für tot. Der Begriff der Leichenfledderei kommt in den Sinn.

Sie wirbt gezielt Mitglieder ab und gibt Menschen wie „Seeroiber Jenny“ Anne Helm – das ist die mit dieser „Bomber-Harris-Femenaktion“ in Dresden – eine Plattform. Man könnte daraus nun schlussfolgern, wie sehr die Linke moralisch verrottet ist. Es gab kürzlich eine Veranstaltung von berlin XX net.

Das berlinxx.net ist das gemeinsame Bürgerbüro der LINKEN-Abgeordneten Carola Bluhm, Klaus Lederer und Uwe Doering.

Das war’s mit den #Piraten. Was bleibt als Erbe?

Dort ist dann auch dieses Video entstanden.

Der anwesende ex-Pirat und Neu-Linke macht sich darüber lustig, dass nun nicht mehr über Quoten diskutiert wird, sondern Quoten einfach gemacht werden. Während der Feminismus die Piratenpartei nahezu zerstört hat, hat sich der Feminismus in der Linken vollends breitgemacht und wird auch nicht hinterfragt. Was in dem Video auffällt: Es sind weitaus mehr Männer als Frauen anwesend, die 50:50 Quote  wird versucht gnadenlos unkritisiert durchgezogen zu werden. Es scheitert an den Frauen.  Als Frau sind die Chancen dort zum Rederecht zu kommen grundsätzlich um einiges höher als für Männer. Es lebe die Gleichberechtigung.

Ein neues Heim für die Antideutsche

Anne Helm gibt zunächst eine eher trockene, gestraffte Zusammenfassung der Geschichte der Piraten. Sie bekommt artig Applaus für eine grobe Zusammenfassung. Ein wenig unterhaltsamer wird es, wenn sie über durch die Piraten erreichte Dinge berichtet. Sie spricht von einem Rechtsruck in der Gesellschaft, den es gegeben haben soll und dass die Piraten Optimismus in einer Zeit verbreitet hätten, in der Politik über das Mittel der Angst gemacht worden sei. Dann aber kommt es: Sie spricht von den Piraten als „emanzipatorische linke Bewegung“.

Emanzipatorische linke Bewegung – das wurde erst mit dem Auftauchen der Feministen versucht bei den Piraten durchgesetzt zu werden. Ich kenne diesen Ausdruck aus meiner (kurzen) Zeit in der Linken. Anne Helm gehörte zu den feministischen Kräften, die die Piraten mit in den Abgrund gestürzt haben. Sie bezeichnet die Piraten als wenigste demokratische Partei von allen. Dies würde ich über die Linke oder die Grünen sagen, die mit ihren Quotenregelungen die Demokratie schon in der Parteibasis abgeschafft haben.

Anne Helm selbst stolpert ständig über das selbstauferlegte Gendern. Sie spricht „genderkorrekt“ von „Politikerinnen und Politikern“ aber lediglich von Mitgliedern. Gendern ist halt eine künstlich eingeführte Zerstörung der Sprache, die sich selbst bei Feministen nicht so einfach eintrichtern lässt.

Die Linke: bemüht um „Piratenthemen“

Die Linke ist nun bemüht über ehemalige Piraten Themen der Partei aufzunehmen und sich damit brachliegende Wählerstimmen zu sichern. Anne Helm passt mit ihrem Feminismus hervorragend in die Partei. Man erklärt eine Partei für tot und bedient sich an den Themen der Partei, die einen Wählerstimmenzuwachs versprechen. Selbst das IT Know-How der Piraten wurde für diese Veranstaltung übernommen. (Streamen der Veranstaltung.)

Anne Helm spricht von einem Bedürfnis nach mehr Demokratie, sie spricht aber auf einer Veranstaltung auf der Quoten gelten. Quoten sind nicht demokratisch. Das Rederecht wird auf der Veranstaltung so definiert:

Es gibt zwei Stühle. Dort können zwei Frauen sitzen und diskutieren oder ein Mann und eine Frau. Zwei Männer dürfen dort nicht sitzen. Zwei Frauen geht, zwei Männer geht nicht.

Das ist die Demokratie der Linken.

 

Erbärmliches scheitern und beschnittenes Rederecht – für Männer

Diese Regelung scheitert aber auf das Erbärmlichste: Es sind zuwenig Frauen zum Reden da. Die Feminismuskeule Anne Helm reagiert bei ca. 01:18:48 auch ein wenig verwirrt. Ein Redner spricht von anderen „bekannten Strukturen“:

„Nein, ich kenn‘ super Strukturen, da wird die Debatte abgebrochen, wenn drei Männer geredet haben und nur noch Männer auf der Redeliste sind. Das ist vollkommen legitim.“

Nein, es ist nicht legitim, weil es das Rederecht der Männer beschneidet. Außerdem führt es dazu, dass Debatten ergebnislos abgebrochen werden.

Ich habe mir den Clip nicht ganz angetan. Zumindest ist er erhellend: Mit Demokratie hat die Linke schon in der Basis nichts zu tun, was durch Quoten deutlich wird, die in dieser Veranstaltung nicht so konsequent durchgesetzt werden, wie es sonst in der Linken der Fall ist.

„Spannend“ – wurde gefühlte 1.000 mal im Video gesagt – so mag man empfinden:

Wer ist Anne Helm und warum gibt die Linke ihr eine Plattform?

Einige Presseberichte über Anne Helm:

Bild: Partei-Ausschluss gefordert | Nackt-Piratin verhöhnt Bombenopfer von Dresden

Am 13. Februar (69. Jahrestag der britischen Bombenangriffe auf Dresden) posierten zwei Frauen mit nackten Oberkörper vor der Dresdner Semperoper. Eine hatte sich auf die nackten Brüste pinseln lassen: „Thanks Bomber Harris“.

Eine Verhöhnung der 25 000 Bombenopfer von Dresden – denn Arthur Harris (†1984) war im Weltkrieg Befehlshaber der britischen Bomberflotte!

Schnell hieß es: Die Nackt-Aktivistin ist Anne Helm (27) von der Piratenpartei, kandidiert auf dem aussichtsreichen Listenplatz 5 für die Europawahl!

Berliner Kurier: Politikerkarriere beendet? Nackt-Piratin Anne Helm muss sich warm anziehen

Aus der eigenen Partei: Zahlreiche Piraten sind schockiert. Christopher Lang aus der BVV Mitte twitterte vielen aus der Seele: „Traurig“. Immerhin steht Helm auf Platz 5 der Rangliste für die Europawahl, hat gute Chancen, ins Brüsseler Parlament einzuziehen. Katrina Reichert von den NRW-Piraten ließ verlauten: „Nicht die Trauer um Ermordete ist das Problem, sondern der Dank an den Mörder.“

Berliner Zeitung: Piratenpartei streitet über Anne Helm Bomber-Harris-Aktion wühlt Piraten auf

Es geht der Piratenpartei gerade miserabel, was auch am blanken Oberkörper der Berliner Europaparlaments-Kandidatin Anne Helm liegt. Sie hatte sich am Gedenktag der Bombardierung Dresdens durch alliierte Flieger, halbnackt, aber maskiert vor der Semperoper fotografieren lassen. Auf ihrem Oberkörper stand: „Thanks Bomber Harris“, ein Dank an Arthur Harris, den britischen Kommandeur, der Dresden in Schutt und Asche legen ließ. Damals starben etwa 25.000 Menschen.

Mit etwas Zeitverzögerung wurde aus dem Auftritt ein Piratenproblem. Zunächst stritt Helm alles ab. Auch im Gespräch mit Wirth leugnete sie ihre Beteiligung. Danach outete sie sich in der Jungle World. Seitdem fühlt Wirth sich schlicht belogen, das Vertrauensverhältnis sei angekratzt, sagt er. Andere in der Partei fordern, Helm möge von ihrer Kandidatur auf Listenplatz fünf zurücktreten.

Bei jungle world hat sie zugeben, sich bei Bomber Harris bedankt zu haben:

Jungle World: Piratin Anne Helm bestätigt Bomber-Harris-Aktion

Viele Medien spekulieren, dass Sie eine der Frauen auf dem Foto in Dresden sind. Stimmt das? Ja, das war ich. Ich habe die Aktion zusammen mit Deborah Anderson, der Sprecherin von Femen Berlin, gemacht.

Über die Affäre ist genug gesprochen worden. Fraglich ist eben nur, warum eine Femen-Aktivistin, die sich durch die Bomber-Harris-Aktion ins politische Aus katapultiert haben müsste, prominent bei der Linken auf einen Moderationsstuhl gesetzt wird. Das sagt einiges über die Linke aus. Menschenverachtender als Anne Helm in Dresden aktiv geworden ist, geht es kaum.

Es muss beobachtet werden, wie die Linke letztendlich zerstörerische feministische Kräfte aus der Partei „die Piraten“ verkraftet. Ich kann einer solchen Partei allerdings hier kein Glück wünschen. Wie sich die Leichenfledderei auswirkt, werden wir sehen. Feminismus ist in der Linken substantiell. Vielleicht wirkt das Zerstörerische des Piraten-Feminismus anders.

Nachtrag

2016 – Die Piraten vor der Wahl und Fraktionschef Delius findet ein neues Zuhause

Zeit Online berichtet: „Piratenpartei: Wo ist die Euphorie?„:
Die Berliner Piraten waren die ersten, die in einen Landtag einzogen – ein Überraschungserfolg. Seit 2011 sind sie im Abgeordnetenhaus, jetzt fliegen sie wohl raus. (…)

Ausgetreten war Delius, der politisch versierteste der 15 Berliner Piraten-Abgeordneten, schon im Dezember. Öffentlich machte er das mit einem Foto seines durchgeschnittenen Mitgliedsausweises. „Ich habe keine Lust mehr, mich für das Gebaren von Piraten zu rechtfertigen. Das ist nicht mehr zum Aushalten“, sagte er. Delius sympathisierte laut mit der Linken, unterstützte sie im Wahlkampf. Jetzt der letzte Schritt: ein unterschriebener Mitgliedsantrag, ein rotes Notizbuch, eine herzliche Umarmung mit Linken-Spitzenkandidat Klaus Lederer. (…)

Damit ist Delius ein weiterer „prominenter Pirat“, der zu den Linken übergelaufen ist. Die Linke schlägt damit zwei Klappen: Zum einen bekommt sie publikumswirksame Mitglieder, die eventuell Stimmen mitbringen und zum anderen eliminiert sie damit Substanz in einer Konkurrenzpartei.

Allerdings bedient sich nicht nur die Linke an der Piratenpartei:

Nach fünf Jahren im Parlament ist nur noch die Hälfte der Berliner Piraten-Abgeordneten Mitglied der Partei. Vor Delius trat schon der oft streitbare Ex-Fraktionschef Oliver Höfinghoff in die Linkspartei ein. Auch der aus Talkshows bekannte Christopher Lauer sucht eine neue politische Heimat. Ihm sagt man Kontakte zur SPD nach.

Auch eine andere Partei bekam Zuwachs:

Bundesweit ist das Projekt Piraten missglückt. Die Partei zerbrach zwischen Linken und weniger Linken, die manche schon als konservativ bezeichnen. Von den 35.000 Mitgliedern von 2012 sind etwa 12.000 übrig. Viele der prominentesten Köpfe sind weg: Die Ex-Bundesparteichefs Bernd Schlömer und Sebastian Nerz traten in die FDP ein. Schlömer kämpft jetzt für einen Sitz im Berliner Parlament.

Und was wäre ein Artikel ohne AfD-Bashing? Nichts, es würde etwas fehlen:

Berlins Regierungschef Michael Müller (SPD) weint den Piraten fast schon nach: „Es wäre mir lieber, weiterhin eine Hand voll Piraten im Abgeordnetenhaus zu haben, als eine Fraktion von Rechtspopulisten, deren Programm es ist, Menschen gegeneinander auszuspielen“, sagte er der taz. Die AfD wird wohl ins Parlament einziehen, kommt in Vorwahlumfragen auf 10 bis 15 Prozent.

Dies war allerdings im Mai 2015 noch nicht in derart abzusehen, wie man es nun beobachten kann.


 

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12 Gedanken zu „Die Linke „erbt“ bei den Piraten – Das war’s mit den Piraten

  1. bzgl. Anne habe ich ein viel positiveres Bild. Sie hat eine wirklich dumme Aktion gemacht (Bombergate), aber hat danach im Wahlkampf alles gegeben für die Europawahl und musste sogar am Ende (einen Tag nach der Europawahl) drei Wochen ins Krankenhaus. Aus meiner Sicht ist sie stark beeinflusst von linker antideutscher Ideologie, was mir auch nicht gefällt. Als Person erscheint sie mir freundlich und nett, sie ist auch nicht so bösartig wie andere Linke und Feministinnen aus ihrem Umfeld (J. Schramm zB). Auf Twitter habe ich oft den Eindruck, dass sie alten Piratenzeiten nachtrauert, aber das Rad kann man nicht mehr zurückdrehen. Sie engagiert sich in Neukölln viel kommunal und das machen auch nicht viele Piraten.

    1. Wenn man sich so sehr mit dem Feminismus beschäftigt hat wie ich, reicht es schon, wenn jemand dem Feminismus anhängt. Dass sie zu den Antideutschen zählt, ist dann nur noch das i-Tüpfelchen.

      Süß in dem Video ist aber, wie sie versucht auf die Quotenregelung zu beharren, was an der Zahl der Frauen offensichtlich scheitert. Allerdings wird sie in der Linken niemals so die Klappe aufreißen können, wie sie es bei den Piraten getan hat. Die Linke wird in dieser Beziehung etwas robuster und konsequenter sein. Mit den genannten Eigenschaften – antideutsch und feministisch – passt sie gut zur Linken. Auch wenn die antideutsche Mentaltät am Anfang des Clips verneint wird.

      Es kann ja sein, dass sie ansonsten auch freundliche, nette Momente hat, sie ist in der Politik aber nicht zu ertragen. Femen allein sollte schon genug aussagen und völlig ausreichend sein.

      Ich habe sie auf Twitter erlebt. Sowas will man nicht in der Politik haben. So jemanden möchten ich noch nichtmals in meinem Bekanntenkreis haben. Sorry.

      Grundsätzlich finde ich Klaus Leder recht nett. Er ist allerdings auch fernab von gut und böse. Als ich einst bei der Linken Männerrechte angesprochen habe, ist er ganz schnell verschwunden und hat sich aus dem Thema herausgenommen. War ihm wahrscheinlich nicht schwul genug mein Ansinnen und Auftreten. Er hat sich also um eine klare Stellungnahme gedrückt – klar: Es geht ihm ja auch zu gut mit der Linken.

      Sehr lustig finde ich aber, wie man dem quotierten Rederecht in der Linken in dem Video beim Verkacken zusehen kann. 😀

  2. Ich habe den Eindruck, dass J. Schramm ideologisch die Linie vorgegeben hat und die wirkt nicht nett, sondern misanthropisch. Das ist eine Eigenschaft fast aller radikalerer Linken. Als Politikerin sehe ich Anne übrigens nicht, sondern als Aktivistin. Ich mag sie zwar, hätte sie aber nicht auf die Europaliste gewählt. Bei den Linken wird sie kommunal arbeiten können in Berlin, was auch gut ist, überregional glaube ich eher nicht, dass sie das vorankommt.

    1. Europaparlaments-Kandidatin Anne Helm und
      Bezirksverordnete Neukölln
      klingt schon ein wenig nach Politik, oder? Ob man ihr die Befähigung dazu gibt oder nicht. 😉

      Hätte ich in einer Partei etwas zu sagen, würde dort keine Femenfrau überhaupt einen Fuß auf den Boden bekommen. Sie soll aber ruhig bei der Linken „kommunal“ arbeiten. Da richtet sie keinen Schaden an.

  3. Tja, die Karrieristen- und Parasiten-Karawane, die von den Grünen damals in Richtung Piraten gestartet sind, sind nun von den Piraten aus in Richtung neuer zu instrumentalisierender Parteien unterwegs, also zur Linkspartei, zurück zu den Grünen oder eben in die „Männlichkeit überwinden“-SPD. Sonst müßten die sich ja noch einen echten Job suchen, sofern sie jemals einen bekämen…

    1. Parasit ist ein böser Ausdruck aus dunklen Zeiten.

      Diese Domscheidt-Berg ist doch so eine Wanderin von Partei zu Partei. Je nachdem wo es für sie gerade Vorteile bringt.

      Ganz schlimmes Volk. Wenn man sich deren Lebenslauf ansieht, wundert man sich, wie die direkt bei MS einsteigen konnte. Berufliche Qualifikation hatte sie dafür zumindest nicht.

      Die sind irgendwie immer da, wo es gerade vorteilhaft ist. Da spielen politische Grundsätzlichkeiten auch keine Rolle. Das feministische Weib ist anpassungsfähig.

  4. Absolut furchtbar. Damit ist die letzte halbwegs wählbare Partei dahin. Was nun? was tun? Ich denke ich werde in die Satire flüchten, ist eh alles nur noch ein schlechter Witz…

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