FeminismusMusikPolitik

Tübingen protestiert – ich auch « Turm der Lieder

Einen Linktip habe ich heute noch für Euch:

Es geht um Protest, die 60er-, die 70er- und ein wenig um die 80er-Jahre. Es geht um Poltitik und es geht um Musik. Es geht um bekannte Namen – Christof Stählin, Georg Kreisler, Hannes Wader, Walter Mossmann, Günther Wölfle, Thommie Bayer oder später Wolf Biermann – und es geht um die Weltmetropole Tübingen. Der Artikel ist eine spannende Erzählung aus lebendigen Erinnerungen.

Vor allem aber geht es darum, dass der Feminismus den Protest und die politische Aktivität anderer – nicht-feministischer Menschen – vereinnahmt und für sich selbst in Anspruch nimmt. Den Verdiensten anderer wird der feministische Stempel im Nachhinein berechnend aufgeklatscht. Rücksichtslos. Feminismus war nie imstande ernstzunehmende Kultur „zu veranstalten“, geschweige denn selbst zu erschaffen.

Was liegt da näher, als sich das Bemühen anderer auf die eigene Fahne zu schmieren?

Protest im Zeichen der Gleichstellung

Pustekuchen! Es passt nur, wenn man alles vorher in die große Waschmaschine der Gleichstellung gesteckt hat, die nicht nur alles einfärbt, sondern auch alle Wäschestücke auf ein und dieselbe Größe zusammenschrumpfen lässt.
So macht es die Ausstellung:
Wenn es um die Festivals geht, wird das Protest-Element klein geredet, wenn es ums Stricken geht, wird es aufgemotzt.
Nun hängt alles nebeneinander auf einer Leine, als wäre es alles gleichermaßen bedeutend, alles gleich gültig, alles gleichgütig. Schon die zwanghafte Gleichstellungs-Prosa, in der das Begleitheft verfasst ist, mit den verkrampften „Besucher_innen“ mit Unterstrich, den „Studierenden“ und den „Mitarbeitenden“ (die eigentlich „mitgearbeitet Habende“ heißen müssten, denn nun ist es Vergangenheit) ist bezeichnend. So werden nicht nur die Zeiten platt gebügelt, auch die Wertigkeiten werden eingeebnet.

Tübingen protestiert – ich auch « Turm der Lieder

 Und zur Krönung bekommen wir erklärt, was peinlich und was komisch ist:

Was ist peinlich? Peinlich ist das Unpassende, das nicht zur rechten Zeit am rechten Ort ist. Dabei kann die Verzögerung als Gradmesser dienen: Wenn ich im Januar „Oh-du-fröhliche“-singend mit einem Weihnachtsmannkostüm durch die Stadt laufe, ist das peinlich, wenn ich es im Februar tue, ist es noch peinlicher. Wenn ich es im Mai tue, wird es langsam komisch.

Der Artikel ist lang, aber kurzweilig! Er hat einiges parat. Allein die Namen der Musikgruppen und Musiker werden mich mindestens einen ganzen Samstag beschäftigen. Man kann richtig wehleidig werden, wenn man an die heutigen politisch-korrekten Zeiten denkt, in denen alles niedergebrüllt wird, was eine andere Meinung hat.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.