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Die Sicht eines Linken auf Trump

Derzeitig muss ich mich öfter mit einem Menschen quälen, der den Freitag offensichtlich als seine Bibel betrachtet. Zumindest redet er ähnlich wie das Magazin.

Keinen Tag regiert, Verantwortung für alles

Mir geht immer die Hutschnur hoch, wenn man über Trump, der noch keinen Tag regiert hat, spricht, als sei er für die derzeitige Situation verantwortlich. Außerdem wird ja alles schlimmer mit ihm: Durch die Annäherung an Russland ist Snowden in Gefahr, blablabla.

Make America great again!„, ist so ein böser menschenfeindlicher Slogan aus Sicht dieses einen Linken als exemplarischer Bessermensch. Es ist nicht zu ertragen. Auf meinen Hinweis, dass dieser Slogan kein neuer ist, weil ihn andere Politiker zuvor ebenfalls benutzt haben, muss sich Trump auch noch für deren (Reagan, Bush, Bill Clinton) Fehler verantworten. Geht es noch? „Wer sich den Slogan zu eigen macht, macht sich die Politik zu eigen.“ „Make America great again“ ist keine politische Aussage. „Heil Hitler“ kann man als politische Aussage werten. Aber das Bestreben ein Land wieder „groß“ zu machen, lässt höchstens auf einen gewissen Nationalismus schließen.

Nationalismus – huch?

Wer aber die Existenz von Ländern nicht bezweifelt, sollte auch einen gewissen Nationalismus nicht anzweifeln.

Nationalismus bezeichnet Weltanschauungen und damit verbundene politische Bewegungen, die die Herstellung und Konsolidierung eines souveränen Nationalstaats und eine bewusste Identifizierung und Solidarisierung aller Mitglieder mit der Nation anstreben.

Historisch erreichten nationalistische Ideen erstmals im ausgehenden 18. Jahrhundert im Zusammenhang mit dem Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg und der Französischen Revolution massenmotivierende praktische Auswirkungen.

Da sich der Nationalismus verschiedenartig äußer kann, ist die Spannbreite hier groß: Sie geht von Rudi Dutschke bis Adolf Hitler. (Hillary Clinton ist allerdings näher an Adolf Hitler als es Trump jemals sein könnte, das will nur kaum jemand wahrhaben.) Der Slogan ist letztlich kein politische Aussage. Der Ehemann Clintons, dieser Ex-Präsident, hat den Slogan ja auch benutzt. Trump muss sich aber nur für die Politik Reagans verantworten – aus linker Sicht.

Wer die Augen aufmacht, wird sehen, dass die derzeitige Situation zum großen Teil durch importierte Konflikte gekennzeichnet sind. Die Terroranschläge sind importiert. Die Christenverfolgungen in Flüchtlingsheimen sind importiert. Die politische Korrektheit importiert viele Probleme über das eigene Wesen. Der Feminismus importiert Probleme, die es grundsätzlich bei uns nicht gab. (Rape Culture, Deutungshoheit in vielen Dingen)

Der eine Präsident, der gegen 7 Länder Krieg geführt hat, bekommt zum Amtsantritt erstmal den Friedensnobelpreis und der andere, der noch nicht einen Tag regiert hat, darf sich für die Vergehen der gesamten Menschheit verantworten… Die Annäherung an Russland ist auf einmal aus linker Sicht falsch? Wegen Snowden? Geht es noch?

„Presse besser lesen“ – ein Schez?

Ich hoffe, dass dieser Bessermensch, der mich aufgefordert hat, doch die Presse „besser“ zu verfolgen, nicht für die Gesamtheit der Bessermenschen steht, ich befürchte es aber doch. Es ist jetzt  links gegen eine Annäherung an Russland zu sein.

Trump erfüllt den Linken doch viele Wünsche

Ich habe ihm gesagt, dass die Linken eigentlich einmal darüber nachdenken sollten, dass Trump ihnen das gibt, was sie immer wollte: Den Ausstieg aus TTIP und weniger Kriege. Daraufhin bekomme ich zu hören, dass es Trump bei den Plänen weniger Kriege zu führen, um finanzielle Interessen geht. Was denn jetzt? Kriege werden aus wirtschaftlichen Interessen geführt. Das ist gerade bei den USA der Fall. Will Trump auf einmal keine Kriege führen, geht es aber primär um finanzielle Interessen. In welchen Gedankenkonstrukten leben diese Menschen? Diese Menschen denunzieren und diskreditieren andere, zweifeln ständig das Wahlrecht für bestimmte Personenkreise an, merken aber selbst nicht, dass ihre gesamte Einstellung völlig demokratiefeindlich ist.

Hauptsache: Anti-Neoliberalismus

In der Diskussion ist mir aufgefallen, dass immer wieder das Wort „Neoliberalismus“ gefallen ist. Welche Politik Trump in Endeffekt betreibt, muss man abwarten. Seine Pläne im sozialen Bereich wirken eben nicht neoliberalistisch. Ich gehe davon aus, dass man seine Wirtschaftspolitik nicht eindeutig einordnen können wird. Der Linke an sich aber hat sich einen Teufel gesucht und ihn im Neoliberalismus gefunden. Aus linker Sicht ist die Diskreditierung über Schlagworte wichtiger als die Realität: Etwas ist neoliberal oder aber man ist direkt Nazi. Dass man hier aus historischer Sicht einiges zu diskutieren hätte, spielt keine Rolle.

Die Gleichung „Teufel = Neoliberalismus = Nazi = Trump“ muss doch irgendwie stimmen! Da reicht das bloße Wahlergebnis, um die Politik eines Politikers beurteilen zu können.

Da will man nicht mehr links sein.

Tief im Herzen bin ich Alt-Links. Wenn links aber bedeutet, so einen Mist von sich zu geben, dann ziehe ich mich jetzt auf mein Altenteil zurück und bezeichne mich nur noch als „Humanist“. Obwohl: Das geht ja auch nicht – dort wird ja auch Hillary Clinton von den Linken gesehen.

Man muss sich das einmal überlegen: Die Linken hätten Hillary Clinton lieber als Präsidentin gesehen. Sagt das nicht schon alles über den Zustand der Linken aus?

Sorry, das war jetzt ein wirrer RANT.


 

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3 comments to Die Sicht eines Linken auf Trump

  • Vielleicht bist Du eher ein klassischer Liberaler
    https://de.wikipedia.org/wiki/Klassischer_Liberalismus
    als Alt-Links ?

    Bei Trumps politischer Agenda ging es doch eindeutig um Nationalismus vs. Globalismus. Die Neoliberalen fuehlen sich zwar in beiden Systemen wohl, haben aber durch den Globalismus erhebliche Vorteile – zum Nachteil der Bevoelkerung.

    Die Nachplapperer der Mainstream-Medien sind willige Befuerworter des „betreuten Denkens“. Entweder sind sie zu dumm um sich etwas selbst zu erschliessen oder fuehlen sich einfach wohler, wenn sie sich der vermeintlichen Mehrheitsmeinung anschliessen.

    • Wolf Jacobs Wolf Jacobs

      Ich weiß gerade nicht mehr, was ich überhaupt bin. Es gibt Überschneidungen mit alten linken Ideen, aber tatsächlich auch viele mit dem Liberalismus. Zuletzt habe ich eher klassisch liberalistisch gewählt. Richtig. 😉

  • vortex

    Für mich ist die Kollektivistisch-Individualistisch-Achse viel wichtiger. Links und Rechts sind immer im Fluss, daher relativ unwichtig.

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