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Lange nichts mehr geschrieben – es wird MIR zu aggressiv da draußen

Ich habe lange nichts mehr geschrieben/veröffentlicht. Zunächst lag es an einer kräftezerrenden Fortbildung, was am eher besch… Dozenten lag. So hat auch kaum jemand der Fortbildung erfolgreich abgeschlossen. Der Mensch war zu sehr mit aktiver Flüchtlingshilfe beschäftigt. Er hat sich während der Fortbildungszeit mit aktiven Bemühungen um Leute aus dem Irak aufgerieben.

Während der Unterrichtszeit erzählte er viel von Flüchtlingen, die nach ein wenig Deutschkurs besser Deutsch als so mancher Deutsche sprechen etc. Außerdem zeigte er uns ein Video einer „seiner“ Familienzusammenführungen. Es wirkte wie eine Party von weltentrückten „Kopftuchmädchen“.

Die ersten Absätze zeigen, warum ich keine Lust mehr habe, mich ausführlich zu äußern. Die beiden Absätze reichen, um als Nazi beschimpft zu werden. Ich habe es während der Fortbildung erlebt, dass ich lautstark durch den Fortbildungsraum als „Fascho“ beschimpft worden bin. Welche Bedeutung dies in mancher Großstadt hat, kann man sich vielleicht ausmalen.

Ich schreibe seit Jahren zu vielen kontroversen Themen und werde auch kontrovers wahrgenommen. Dem ist allerdings nicht so. Wer mich persönlich kennt, empfindet mich als sehr umgänglich. Sämtliche immer mehr verbreitete Vorwürfe an den Großteil der Gesellschaft, greifen weder dort noch bei mir. Die Zeiten der freien Diskussion, in denen man auch mit Vertretern kontroverser [oder anscheinend kontroverser] Ansichten diskutieren konnte sind vorbei. Die Presse ging voran und die Gesellschaft hat sie überholt. Es wird auch nicht vor Gewalt zurückgeschreckt, was ich in meinem näheren Umfeld erleben musste und weiterhin erlebe.

Ich bin also mittlerweile sehr gehemmt in meiner Meinunsäußerungsfreiheit.

Es geht auch nicht nur um mich und meine Stellung in der Gesellschaft, ich muss auch Rücksicht auf andere nehmen.

Natürlich kommt jetzt wieder von Seiten der Vertretern der Meinungsbestimmer ein: „Mimimi“ o. ä. Zum einen ist das kein Argument und zum anderen fällt diesen Menschen das Verständnis für die „Gegenseite“ aus diversen Gründen schwer bzw. ist gar nicht vorhanden.

Was ich meine:

Ein Beispiel aus der Fußballwelt

Ich lese mittlerweile täglich den hervorragenden Newsletter von Pit Gottschalk, da ich mich nicht mehr den ganzen Tag mit der völlig entrückten Politwelt und den sozialen Problemen in der Welt beschäftigen will.

Heute geht es bei Pit Gottschalk u. a. um Pyros und Gewalt in den Stadien der Bundesliga

(…) In Hamburg baten Polizisten und Ordner elfjährige Kinder, das Vereinslogo auf der Jacke zu verbergen, damit es nicht, so wörtlich, “zu Übergriffen durch Ultras im Stadion” kommt. So wird ein Bundesliga-Stadion zu einem rechtsfreien Raum. Ihr beim DFB, tut endlich etwas! (…)

Es ist krank: 11jährige Kinder müssen den Aufnäher ihres Lieblingsvereines bedecken, damit es nicht „zu Übergriffen durch Ultras“ kommt. Kinder, deren Freude und Hobby es ist, sich mit ihrem Verein zu beschäftigen, sich zu freuen, mit dem Verein zu leiden usw., werden durch Ultras an dieser Freude gehindert. Es ist krank.

Es ist allerdings ein Beispiel dafür, wie groß das Problem in der Gesellschaft mit Gewalt mittlerweile ist.

  • Gewalt gegen Politiker der AfD?
    „Selber schuld! FCK AFD!!!!111“
  • Gewalt gegen deutsche Schüler?
    Selber schuld! Wahrscheinlich haben die sich zu deutsch, zu nazi, zu weiß benommen!
  • Vergewaltigte, ermordete Frauen?
    Alles Einzelfälle, du Nazi!
  • (…)

Wie dies zu mehr Gewalt im Stadion führt? Fragt mal den Herrn Fischer von der Eintracht Frankfurt. Seine Äußerungen werden nicht kritisiert, weil er gegen die AfD eingestellt ist. Das gibt natürlich Bonus bei den Bessermenschen, da dürfen Stadien auch schon einmal brennen. Dass er Pyros meint, ist klar. Dass Pyros und Gewalt eng miteinander verknüpft sind, ist auch klar. Er ist aber einer der Guten, daher: Schwamm drüber!

Er ist allerdings nicht allein:

(…) Präsident Oke Göttlich hatte in einem Mopo-Interview vorher gesagt, er würde sich über Pyrotechnik beim Derby “nicht ärgern”. Die Geister, die ich rief: Warum nicht mal einen so verantwortungslosen Funktionär sperren? (…)

Es ist ein Beispiel von vielen. Gewalt wird toleriert [manche behaupten sogar gefördert], wenn es die ideologisch „richtige“ Gewalt ist. Das erlebe ich im realen Leben in der Großstadt, im schulischen Bereich eines verwandten Kindes und kürzlich sogar im Fortbildungsbetrieb. Es ist schon lange so, dass Menschen sich vorsichtig umschauen, wenn sie systemkritische Dinge von sich geben.

Erstaunlich aber: Während meiner Fortbildung durfte ich feststellen, dass Menschen mit direktem Migrationshintergrund sich deutlicher äußern können als s. g. „Bio-“ oder fast noch „Biodeutsche“. Deren Äußerungen würde sich bei deutscherem Hintergrund direkt in die Naziecke katapultieren. Darüber kann man sich einmal Gedanken machen. Der deutsche Bessermensch hat die Vernunft nicht gepachtet, eher im Gegenteil.

Meine Welt ist nicht so beschränkt, wie es das Beispiel Fußball viele vermuten lässt. Exemplarisch hat es für mich allerdings heute getaugt.

Nach mehreren Jahren in denen in beschimpft worden bin [ich habe auch an anderen Stellen geschrieben], habe ich keine/kaum Lust mehr. Mal sehen, ob ich wieder Lust haben werde, mehr zu schreiben. Es werden immer mehr Themen politisch, so dass man sich mit diesen in die Nesseln setzen und sich somit den Hintern verbrennen kann.

[Der Flüchtlingshelfer hat nichts mit der Linuxfortbildung zu tun, es schloss sich noch eine andere an, die nicht viel mit Linux zu tun hatte.]

 

 

4 Gedanken zu „Lange nichts mehr geschrieben – es wird MIR zu aggressiv da draußen

  1. Tja, wenn schon der Präsidentschaftsbewerber der US-Demokraten und Gouverneur von Washington Jay Inslee glaubt, sich dafür entschuldigen zu müssen, dass er weiß, männlich und heterosexuell ist und es überhaupt wagt, irgendeine Meinung zu äußern, was glaubst Du, was dann passieren muss, wenn man eine abweichende Meinung äußert?
    Aber tröste Dich, am meisten kratzen sich die selbsternannten Progressiven gegenseitig die Augen aus. Verzogene verwöhnte egozentrische Rotzgören, denen es lange nicht mehr reicht, alles sofort und umsonst zu kriegen, sie wollen auch noch als unfehlbar gelten und angebetet werden. Und wehe, wenn nicht.
    Hast schon recht, dass man langsam auf Eigensicherung achten sollte, aber es gibt Massen von Leuten, die das genauso ankotzt wie dich. Man muss halt gucken, dass man seinen Mund nicht überall aufmacht, im Zweifel hilft es, das Soziotop zu wechseln. Und dann staunst du plötzlich, dass man atmen kann.

  2. Kann man niemandem vergönnen in dieser Zeit…
    Die Spatzen pfeiffen es so von den Dächern, dass das, was jetzt geschieht, nicht ganz unähnlich der Zeit vor dem Ende der DDR ist. Jede kritische Äußerung wird als Angriff wahrgenommen, jeder ist nur noch ein Feind, wenn er nicht mit dem Strom mitschwimmt… Links von der Partei überholen – geht gar nicht. Warum? Weil die Partei dann als eine Ansammlung von Trotteln dasteht, genauer gesagt: Ihre obersten Köpfe. Weil dann als Thema auf dem Tisch erscheint, dass sie einen Fehler nach dem anderen begehen und sie dem Job anscheinend nicht mehr gewachsen sind, ihn besser anderen überlassen sollten.
    Heute nur noch etwas komplizierter, weil die Politiker lediglich die Vortänzer und Erfüllungsgehilfen von anderen sind.

    Die Sichtweise ist aber nicht ganz von der Hand zu weisen, weil die Auswüchse, die man jetzt sieht, wirklich typisch sind für ein Imperium, das kurz vor dem Implodieren steht. Wohlgemerkt, selbstverschuldet. Durch falsche Entscheidungen und durch systeminbegriffene Bugs, um die man sich nie gekümmert hat, sie eventuell zu beheben.

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