Über den Begriff „Lügenpresse“

Eine kurze Betrachtung des Begriffes „Lügenpresse“

Der Gedanke, mich einmal kurz mit der Geschichte der „Lügenpresse“ zu beschäftigen, kam mir in den Sinn, als mir die Nazikeule gegenüber Menschen, die diesen Begriff nutzen, so langsam zuviel wurde – auch ich benutze ihn. Mir hat man die Nazikeule auch in diesem Zusammenhang immer wieder um die Ohren gehauen. Zuletzt sprach die Dozentin eines Kurses immer wieder davon, dass der „ganz schlimme Ausdruck ‚Lügenpresse‘ als Ausdruck der Nazis“ nicht tolerierbar sei.

Mir war nun schon länger bewusst, dass der Ausdruck lange vor der Nazizeit geprägt worden ist und auch durch unterschiedlichste politische Strömungen verwendet wurde. Der Begriff der Lügenpresse ist dementsprechend politisch nicht einzuordnen.

Auch wenn die Wikipedia den Ausdruck ebenfalls als einen Begriff rechtsradikaler Kreise zu definieren versucht,

Seit Beginn des 21. Jahrhunderts wird der Begriff Lügenpressezumal in Deutschlandvorrangig von als rechtsextrem und rechtspopulistisch, oder auch als fremdenfeindlich und islamophob bezeichneten Kreisen verwendet, zunächst von Teilen der Hooligan-Szene, bekannter seit 2014 als Parole bei den von Dresden ausgehenden Pegida-Demonstrationen sowie bei Demonstrationen der AfD. Hier ist sie mit Gewaltdrohungen und Gewalt gegen Journalisten eng verbunden.

kommt sie nicht daran vorbei, die Geschichte des Ausdrucks im späteren Verlauf des Artikels einigermaßen zu erwähnen.

Zunächst aber muss ich feststellen, dass der oben zitierte Absatz der Wikipedia die Eigenschaften einer Lügenpresse sehr gut trifft. Man könnte sagen: „Der Täter definiert das Opfer als Täter.“ Hier versucht sich die Wikipedia einmal wieder als Träger einer Definitionsmacht. Hier sind alle Schlagworte enthalten, die von der Lügenpresse gegen den unliebsamen politischen Gegner ins Feld geführt werden:

  • rechtsextrem
  • rechtspopulistisch
  • fremdenfeindlich
  • islamophob
  • Pegida
  • AfD
  • Gewalt gegen Journalisten

Gewalt gegen Journalisten – sind die Journalisten gemeint, die ausschließlich Twitter mit Aussagen aus linksextremen, linkspopulistischen, deutscheindlichen Antifakreisen, die gewalttätig gegen Bürger werden, zitieren oder die Journalisten, die auf AfD- und Pegidademos ziehen, um die Demonstranten lächerlich zu machen? Oder sind etwa noch andere gemeint?

Wer in diesem Clip etwas anderes als unfaire Propaganda sieht, der sollte überprüfen,
ob diese nicht schon zu gut gegriffen hat.

„Die Jungs haben Recht, “ wenn sie euch auf die Fresse hauen wollen.

Wenn man sich mit Hilfe Googles die Häufigkeit des Wortes in Büchern auf Deutsch ansieht, sieht man, dass der Ausdruck im Laufe der Geschichte „mehrere Spitzen“ hat. 1849, 1869, 1917 (größter Ausschlag nach oben) und 1941. Das heutige Vorkommen des Begriffs mutet dagegen sehr bescheiden an. Die Medien allerdings werden nicht müde, den Begriff von Anfang an als „rechts“ zu brandmarken.

1848 ist europaweit ein Jahr der bürgerlich-revolutionären Erhebungen gegen die zu dieser Zeit herrschenden Mächte der Restauration und deren politische und soziale Strukturen. Angefacht von der französischen Februarrevolution, greift die Revolutionäre Stimmung auf die Staaten des Deutschen Bundes, das Reich der Habsburger, Italien und sogar Brasilien über.

Der deutsche Schriftsteller Johann Wilhelm Meinhold hat den Ausdruck bereits 1848 in seinem Buch Die babylonische Sprachen- und Ideen-Verwirrung der modernen Presse als die hauptsächlichste Quelle der Leiden unserer Zeit (S. 5) verwendet.

Seinen Ursprung hat der Begriff also in revolutionsgeschüttelten Zeiten der „Staaten des Deutschen Bundes„.

Um 1917 herum – wiederum in kritischen Zeiten (1. Weltkrieg) – erlebt der Begriff eine weitere Renaissance. Auffällig ist jetzt bereits eine Nutzung in schwierigen Zeiten. Betrachtet man diese Zeiten ist klar, dass in diesen Zeiten sehr viel mit der Lüge gearbeitet wurde (oder werden musste).

Immer wieder wird der Begriff mit Goebbels in Verbindung gebracht. In „Die Zeit ohne Beispiel – Reden und Aufsätze aus den Jahren 1939 (40/41)“ (Goebbels) findet sich der Ausdruck insgesamt vier mal. Auf arabisch: „4“.

Wer die ehemalige DDR als Naziregime bezeichnen möchte, kann dies gerne tun. Ich werde es nicht.

Zudem nötigte die Mannschafts-Leitung den DDR-Athleten eine Selbstverpflichtung ab: Erst wenn die Bundesdeutschen die „Agenten-Tätigkeit, der Pöhland zum „Opfer fiel, verurteilen“, dürfen sie wieder mit ihnen sprechen. Auch die leitenden DDR-Funktionäre verweigerten Vertretern der „kapitalistischen Lügenpresse“ (so Alfred Heil, Chef der DDR-Presse-Delegation) Interviews jeder Art.

Auch die DDR verwendete den Begriff zu Propagandazwecken. Den Ausdruck als rechtsextremen und -populistischen Begriff zu definieren, kann nicht funktionieren. Solcherlei Definitionen lassen den kritischen Menschen nämlich zum Begriff der Lügenpresse greifen.

Die Häufigkeit des Begriffs „Lügenpresse“ in Büchern

Es gibt einen weiteren Begriff, der zu Unrecht als Naziausdruck diskreditiert wird: Es ist der Begriff der Autobahn. Sehen wir uns aber einmal die Nutzung des Ausdrucks an, sollte man lieber auf den Begriff der Autobahn als auf den Begriff der Lügenpresse verzichten. Ein Vergleich der beiden Ausdruck liefert die zweite Grafik.

Wer aber wird so etwas ernsthaft vorschlagen und gutheißen?

Der Begriff wurde zwar vor dem 3. Reich erfunden, populär gemacht wurde er allerdings erst in der Zeit des Naziregimes und gelangte erst nach dieser zu seiner jetzigen Popularität.

Ich schließe aus meinen Betrachtungen, dass der Ausdruck „Lügenpresse“ eine lange turbulente Geschichte hat und sich die Lügenpresse durch gezieltes Untergraben des Ausdrucks verzweifelt gegen den Untergang des eigenen Rufes erwehrt. Verkaufszahlen und immer lauter werdende Lügenpresse-Rufe deuten zumindest daraufhin. Es wird sich auch bemüht, den immer selben Gegner verkrampft mit der Nazizeit in Verbindung zu bringen. Dies ist nicht nur rhetorisch falsch, es zeigt auch den charakterlichen Kern desjenigen, der nicht müde wird, mit verbalen Keulen um sich zu schlagen.

Ein Ausdruck wird nicht falsch, nur weil ihn die falschen oder „fremdernannt“ falschen Leute verwenden.

Die Begriffe Autobahn und Lügenpresse im Vergleich


 

Die beiden Artikel
„Lügenpresse!“ – Ein neuer alter Kampfruf (Die Presse) und
Von der Journaille zur Lügenpresse (Faz) scheinen meine Folgerungen zu bestätigen.

Related Images:

17 Gedanken zu „Über den Begriff „Lügenpresse“

  1. Interessant ist ja, daß dieser Wächterrat der deutschen Sprache wohl aus Journalisten besteht. Ich weiß es nicht genau. Jedenfalls aus links-alternativen Gutmenschen. Und die wählen genau die Begriffe als Unwörter, die ihre eigene Verblendung berühren.

    Interessant hierbei ist, daß auch das Wort „Entlassungsproduktivität“ als Beispiel für eine zynische ökonomistische Sprache gewählt wurde – wie ich finde, völlig zu recht. Das Lustige: In ökonomischer Hinsicht bin ich durchaus links, auch in ökologischer Hinsicht und anderswo. Nur eben da nicht, wo Linkssein Feminismus, Gender, Refugees Welcome, Islamophilie, Deutschlandabscheu etc. bedeutet. Aus diesem Gutmenschensektor kommen eben häufig die Unwörter. Bzw. aus diesem Hintergrund heraus werden sie gewählt.

    Daran sieht man schön, wie bekloppt die normalen Linken heutzutage sind. Sie reflektieren nicht mehr, was genau eigentlich ihren Werten entspricht und was Schmu ist (linke Folklore).

    Will sagen, es gibt auch „richtige“ Unwörter. 🙂

    Und deshalb checken diese Leute auch nicht, daß es Leute wie uns gibt, die durchaus links sind, aber eben Wörter wie Opferabo, Gutmensch oder Lügenpresse beherzt und ohne schlechtes Gewissen verwenden.

    1. Was gibt es noch jetzt zu sagen?
      Nicht viel. 😉

      Ich kenne einige Menschen, die sich von den derzeitigen Meinungsterroristen, den angeblich Linken, distanzieren. Ich habe Menschen kennen gelernt, die als Linke sehr entsetzt über die „politische Korrektheit“ und die angestrebte Meinungs- und Deutungshoheit sind.

      Man wird als rechts dargestellt, obwohl man mehr als jeder „Neu-Linke“ die klassischen linken Werte vertritt.

      Danke für Deinen Kommentar. 🙂

  2. Danke für den Artikel!
    Ich gehe davon aus, dass die versuchte Tabuisierung dieses Worts ganz einfach eine Selbstimmunisierung von Journalisten ist. Ich zum Beispiel verwende das Wort nicht für „die“ Presse, wie es ja immer unterstellt wird, sondern selektiv dann, wenn ich es in einer bestimmten Situation für angebracht halte, und dann auch nicht für alle. Und ich glaube auch nicht an eine Verwschwörung „der“ Presse gegen die Bürger oder sowas.
    Es ist ja sowieso Quatsch dass eine größere Menge Menschen nur dann synchron Unfug reden, wenn sie einer zentralen Führung untergeordnet sind. Die psychologische Forschung bestätigt das ja auch. Schon in einer kleinen sozialen Gruppe gibt es solche Effekte. Zum Beispiel hat man Versuche gemacht, wo alle bis auf eine Person geheime Mitarbeiter des Versuchsleiters waren. Und dann wurde auf eine Frage hin eine unsinnige Antwort gegeben, die auch von den anderen (angeblichen) Versuchspersonen so wiederholt wurden. Das Ergebnis: Die echte (und einzige) Versuchsperson bekommt Selbstzweifel und tendiert dazu, ebenfalls die unsinnige Antwort zu geben. Aber mehr noch, sie tendiert außerdem dazu, sich selbst Erklärungen zurechtzulegen, warum die unsinnige Antwort richtig ist. Und es ging bei dem Versuch um sehr triviale einfach beantwortbare Fragen!
    Warum also soll es solche Effekte nicht bei Journalisten geben? Und „Massenhysterien“ (also rein emotionale Reaktionen) kommen ja noch hinzu.

    Nein, ich halte das Wort „Lügenpresse“ für einen erstklassigen Volltreffer, den unsere Presse braucht, um langsam mal wieder auf den Teppich zu kommen und selber nachzugucken, was in der Welt los ist, statt bloß 1:1 nachzuplappern, was bei Twitter&Co. gekreischt wird und uns dann fertig vorzukauen, auf welche Weise wir ihre Scheinrealität zu verdauen haben. Ich will saubere Fakten, um mir selber ein Bild von der Welt machen zu können.

    Man müsste auch mal ein anderes Wort als „links“ finden. „Links“ hat den Nachteil (Vorteil?!), dass es im Grunde gar nichts beschreibt und sich jeder Psychopath oder Yuppie oder Spinner bequemerweise so nennen kann, weil er Jack-Wolfskin-Klamotten trägt und eine 2-Etagen-Luxuswohnung im Prenzlauer Berg oder einen Schicki-Micki-Bunker in Pankow sein Eigen nennt. Sonst ist ja von Bhagwan bis Kim Il Sung alles links und ich muss mir was Anderes suchen.

    1. Kann ich praktisch alles unterschreiben. Mind. 40 Jahre der feministischen Sozialisierung greifen halt irgendwann. Es wurde ein einheitliches Wahrnehmen der Gesellschaft vermittelt. Das schlägt sich halt irgendwann nieder, ohne dass eine weitere großartige Kontrolle erfolgen muss. Die feministisch Sozialisierten kontrollieren sich selbst.

      Ich benutze das Wort Lügenpresse auch, wenn es angebracht sind. Hin und wieder ist in der Presse-/Medienlandschaft auch noch ein Lichtblick vorhanden. Daher gilt das Wort auch nicht für die gesammte Presse-/Medienwelt.

      Das Problem mit den Begriffen „links“ und auch „rechts“ sehe ich auch immer mehr. Spätestens seit der Feminismus „links“ für sich entdeckt hat und alles Linke unterwandert, ist der Ausdruck „links“ verbrannt.

  3. Ach na ja, die Trotzkisten, Maoisten, Antideutschen und sonstigen Linkssektierer waren ja schon noch schneller, aber ich hab den Eindruck, seit denen ist das Proletariat und damit die proletarische Weltrevolution abhanden gekommen ist, wollen die beim Frauenbefreien mitmischen und damit wird der Feminismus noch absurder, als er vorher schon war. Ach ja, und als Kompott noch eine weitere Steigerung von PC dazu 😉 Ich stelle mir das dann immer vor wie Stille Post, zum Schluss kommt stets und immer der größe Schwachsinn raus, wenn man nicht ab und zu einen Realitätsabgleich macht.
    :-)))))

  4. Im von Dir verlinkten Artikel aus „Die Presse“ findet sich folgendes Zitat:
    „„Die Aufnahmefähigkeit der großen Masse ist nur sehr beschränkt, das Verständnis klein … aus diesen Tatsachen heraus hat sich jede wirkungsvolle Propaganda auf nur sehr wenige Punkte zu beschränken und diese schlagwortartig solange zu verwerten, bis auch bestimmt der letzte unter einem solchen Worte das Gewollte sich vorzustellen vermag.“ (Mein Kampf). Ein offenes Bekenntnis zur Verachtung der Masse.“

    Wie beschränkt die Aufnahmefähigkeit der Masse ist, kann man beispielhaft anhand folgenden Interviews erkennen:
    „Maria und Joseph Ö3“, https://www.youtube.com/watch?v=6A8Y13S2A8Y

    Da haben moderne Meinungsmacher ein leichtes Spiel, wenn sie z. B. Männerrechtler schlagwortartig als Nazi darstellen, siehe z. B. Rosenbrock, Kemper, usw. Die scheinen die Anleitung zur „wirkungsvollen Propaganda“ sehr genau gelesen zu haben und wenden es auch an.

    Silone’s Befürchtung scheint sich zu bewahrheiten: „Wenn der Faschismus wiederkehrt, wird er nicht sagen: «Ich bin der Faschismus» Nein, er wird sagen: «Ich bin der Antifaschismus».“ https://de.wikipedia.org/wiki/Ignazio_Silone#Antifaschismus-Zitat

    Womit man sofort im gleichen Veitstanz einsteigt, wenn man die anderen des Faschismus bezichtigt. Irgendwie habe ich den Eindruck, dass eine sachorientierte Diskussion in unserer Gesellschaft nicht mehr möglich ist. Ich mag mich täuschen, aber diese Entwicklung scheint mit der Einführung der „Basta-Politik“ begonnen zu haben.

    1. Die Aufnahmefähigkeit scheint tatsächlich sehr beschränkt zu sein. Ich stelle auch fest, dass der Wille gar nicht da ist, sich nach bestimmten Schlagworten weiter zu informieren. Wird ein bestimmtes Schlagwort genannt, wird es direkt zugeordnet und das Urteil ist klar. Sagt man KZ , ist man zum Abschuss freigegeben. Da kann dann auch schon einmal der Versuch eine Existenz zu ruinieren hinterstecken.

      Das Beispiel mit „Maria und Joseph“ ist traurig, aber realistisch.

      Womit man sofort im gleichen Veitstanz einsteigt, wenn man die anderen des Faschismus bezichtigt. Irgendwie habe ich den Eindruck, dass eine sachorientierte Diskussion in unserer Gesellschaft nicht mehr möglich ist.

      Man darf jetzt aber nicht im Umkehrschluss folgern, dass man faschistoide Tendenzen des Gegners nicht mehr anmerken darf. Dann überlässt man ihm eine Freiheit in der Handlungsweise, die eben nicht erwünscht ist. Feminismus ist für mich faschistisch und das werde ich auch weiterhin anmerken.

      Momentan ist eine sachorientierte Diskussion tatsächlich nicht mehr möglich. Männer dürfen sich nicht mehr gegen den Feminismus äußern; denn sie sind ja Männer. Viele Argumente, die Männer schon seit Jahren liefern, müssen von Frauen geäußert werden, damit sie zumindest einigermaßen ernst genommen werden. Der Bessermensch allerdings verwirft sowieso alles ohne Prüfung und markt es als rechtspopulistisch.

      Die politische Korrektheit hat uns jede Möglichkeit der sachorientierten Diskussion genommen.

      Ich mag mich täuschen, aber diese Entwicklung scheint mit der Einführung der „Basta-Politik“ begonnen zu haben.

      Diese Art der Politik scheint sich fest etabliert zu haben. Das Volk wird nicht gefragt, das Volk stimmt aber zu – warum auch immer.

      1. „Man darf jetzt aber nicht im Umkehrschluss folgern, dass man faschistoide Tendenzen des Gegners nicht mehr anmerken darf. Dann überlässt man ihm eine Freiheit in der Handlungsweise, die eben nicht erwünscht ist. Feminismus ist für mich faschistisch und das werde ich auch weiterhin anmerken.“

        Da bin ich voll bei Dir.

        Es war auch nicht auf Dich gemünzt.

        Das Problem bleibt ganz objektiv bestehen: Denn wenn ich die anderen des Faschismus bezichtige, begebe ich mich automatisch auf deren Level. Das ist auch deren volle Absicht, denn dann können sie sofort „Gewalt“ und „Hilfe“ schreien. Ihr eigenes Geschwätz wird dann nicht mehr beachtet.

        Mir ging es darum diesen Kreislauf zu durchbrechen: Faschistoide Tendenzen jederzeit anprangern, ohne sich selber angreifbar zu machen.

        Solche Techniken sollten wir vielleicht im Rahmen einer „Männerakademie“ ausarbeiten? Die wissensmanufaktur scheint so etwas drauf zu haben.

        1. Es war auch nicht auf Dich gemünzt.

          Habe ich auch nicht so verstanden. Ich wollte nur vorbeugen, dass niemand zu diesem Schluss kommt. 😉

          Mir ging es darum diesen Kreislauf zu durchbrechen: Faschistoide Tendenzen jederzeit anprangern, ohne sich selber angreifbar zu machen.

          Dann aber mit Verzicht auf die Keule. Es muss nicht nur bei diesem Thema wieder mehr fundierte Argumentation Einzug finden.

          Solche Techniken sollten wir vielleicht im Rahmen einer „Männerakademie“ ausarbeiten? Die wissensmanufaktur scheint so etwas drauf zu haben.

          Mit der Wissensmanufaktur muss ich mich mal ausführlicher beschäftigen. Kann ich gerade nichts zu sagen.

          Was verstehst Du unter einer Akademie in dieser Hinsicht? Ich bin immer an interessanten neuen/anderen Wegen interessiert.

          1. „Was verstehst Du unter einer Akademie in dieser Hinsicht? Ich bin immer an interessanten neuen/anderen Wegen interessiert.“

            Wir brauchen Rhetorik-Kurse aber auch z. B. fundierte Geschichtskenntnisse. Wir brauchen Multiplikatoren. All das liesse sich über eine „Männerakademie“ realisieren. Bin der Meinung, dass dies eine echte Marktlücke ist: Es gibt nämlich keine Möglichkeit für Männer ihre Positionen auszuformulieren und zu begründen. Was auf diesem Gebiet abläuft ist weder systematisch noch einer breiten Öffentlichkeit zugänglich. Durch eine Männerakademie könnte man diese Mankos ausmerzen.

            1. Ich sehe das Problem eher darin, dass unsere Argumente gar nicht erst angehört werden. Die Rhetorik des Gegners ist grundsätzlich primitiv. Der Gegner hat aber den Rückhalt des Systems.

              Wenn wir uns auf Rhetorikkursen herumtreiben, auf denen wir Dinge beigebracht bekommen, die gar nicht erst zum Einsatz kommen, weil man uns sowieso nicht zuhört, ist die Frage, ob wir unsere Kräfte nicht anderweitig einsetzen sollten.

              Warum hört man einer Anne Wizorek überhaupt zu und sie hält Einzug in ein Ministerium? Sie ist rhetorisch eine Katastrophe.

              feminismus fuckyeah!“

              Wie ist es möglich, dass sich die ganzen Lügen ohne Substanz so derartig gegen Argumente halten können?

              Helfen dagegen Rhetorikkurse? Ich bezweifle das. (Auch wenn ich durchaus glaube, dass uns diese Kurse in Podiumsdiskussionen helfen könnten – nur: wir kommen gar nicht erst auf diese Diskussionen.)

              Eine Lösung kann ich leider auch nicht bieten. Die Gesellschaft muss aus ihrer linken Bessermenschen-Schlafphase erwachen.

              1. Ein Rhetorikkurs kann nur einer unter vielen sein. Eine Akademie lebt von Seminaren, Workshops, also von Meinungsildung durch Meinungsaustausch und vor allem durch die Erziehung einer offenen Geisteshaltung.

                Die meisten Männer sind ja nicht in der Lage zu erkennen, dass sie als „Unterdrücker“ arbeiten gehen MÜSSEN, während die „Unterdrückte“ zu Hause bleiben DARF! Der Sklavenhalter geht arbeiten, damit die Sklavin zu Hause bleibt?

                Da wir keine Stelle haben, wo wir den Männern die Augen öffnen können (also z. B. eine Männerakademie) hat ein Wiczorek freie Bahn für ihre krude Theorien.

        1. Den Artikel habe ich geschrieben, weil mir eine „Bessermenschen-Uschi“ auf den Nerv gegangen ist, die ständig in den Chor der Presse einstimmt, ohne zu merken, dass sie ein Opfer von dem geworden ist, was sie verteidigt. 😉

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.