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Die Wahnehmung weiblicher Gewalt

Gewalt gegen Männer ist momentan – allein durch das neue Buch von Boris Becker – endlich mal wieder in den Medien. Bzw. sollte es eigentlich sein. Die Medien haben es aber wieder einmal geschickt geschafft, durch den angeblichen „Twitterkrieg“ von Boris Becker und Oliver Pocher vom eigentlichen Thema der weiblichen häuslichen Gewalt abzulenken.

Aber vielleicht ist es ja auch besser, weil die Medien auf die Äußerungen von Boris Becker zur erlittenen Gewalt äußerst sexistisch und menschenverachtend reagieren.  Das ist aber symptomatisch. Gewalt gegen Männer ist etwas ganz anderes als Gewalt gegen Frauen. Gewalt gegen Männer wird gerne als gerechtfertigt, nicht so schlimm oder direkt als gar nicht erst vorhanden gesehen.

Auf Twitter habe ich dann heute den folgenden Tweet gelesen, in dem auf das ebenfalls folgende Video verlinkt wird:

(Falls ihr zwei Videos seht: Das hat was mit Browserkompatibilität zu tun. Muss das mal fixen, dass Twitter-Tweets in jedem Browser ordentlich dargestellt werden.)

In diesem Clip wird die unterschiedliche Wahrnehmung von Gewalt gegen Männer und Gewalt gegen Frauen deutlich gezeigt.

Ich selbst habe es am eigenen Körper und der Psyche erfahren, was es heißt, als Mann Opfer weiblicher Gewalt zu sein. Ich wurde bei der Polizei ausgelacht. Man hat mich dort erst ernst genommen, als ich mit einer heftigen Platzwunde dort aufgetaucht bin, anstatt zum Arzt zu gehen. Ich war so verzweifelt, dass mich selbst die Polizei nicht ernst nimmt, dass ich es lieber in Kauf genommen habe, alles voll zu bluten als zum Arzt zu gehen. Endlich hat man meine Anzeige überhaupt erst aufgenommen.

Ich wurde allerdings zum wiederholten Male als Gewaltopfer der Wohnung verwiesen. In Sankt Augustin hat man mich noch nichtmals zu einem Obdachlosenheim begleitet, wie es einst in Dortmund der Fall war. Als Mann wird man als Gewaltopfer nämlich der Wohnung in die Obdachlosigkeit verwiesen. Als Kommentar auf meine Fassungslosigkeit, warum ich als Gewaltopfer jetzt der Wohnung verwiesen werde, sagte man mir lediglich wortwörtlich: „Das machen wir hier so.“

Daher macht es mich so fassungslos, wie selbst das empathische Wesen Frau Gewalt gegenüber behandelt. Wenn ein Mann auf Gewalt gegen sich oder sein eigenes Geschlecht – ja, es gibt Geschlechter, liebe Genderfaschisten – aufmerksam macht, ist er eine Heulsuse usw. (Solche Kommentare kommen von weiblicher Seite!) Männer sehen Gewalt gegen Männer allerdings oftmals nicht besser. Das haben mir die Erfahrungen mit beiden Geschlechtern bei der Polizei gezeigt.

Es macht mich fassungslos, wie Medien mit dem Thema umgehen. Gewalt gegen Männer ist okay. Es geht ständig um s. g. Alltagssexismus gegen Frauen, sprachliche Anpassungen, weil Frauen sich ja so diskriminiert fühlen, Genderquatsch im allgemein usw. Spricht ein Mann aber Gewalt gegen den Mann an, wird es auf Anhieb in den Medien lächerlich gemacht.

Es bleibt aber festzustellen:

Boris Becker ist MUTIG, die erlittene Gewalt zu schildern.

Er ist mutig, weil die Wahrnehmung eben so ist: Männer die Gewalt erleiden, haben es verdient, sind Schlappschwänze usw. Mein eigener Vater hat z. B. „Du hättest noch viel mehr auf die Fresse bekommen sollen!“ gesagt. Daher ist es mutig von Boris Becker seine Erlebnisse zu schildern. Ihm jetzt einen Kleinkrieg gegen seine Ex‘ vorzuwerfen ist schwach. Er hat sich lange Zeit damit gelassen. Aber ich vergaß: Schildert eine prominente Frau erlittene Gewalt durch einen Mann, wird der Mann öffentlich gesteinigt, schildert ein Mann erlittene Gewalt, ist es Rache usw.

Mittlerweile glaube ich, dass das wahre empathische Wesen der Mann ist.

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