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Beschneidungen in Israel

Heute morgen habe ich beim Fefe gelesen, dass in Israel eine Frau zu einer täglichen Geldstrafe verurteilt wurde, weil sie ihren einjährigen Sohn nicht beschneiden lassen will.

Der Beitrag von Fefe ist hier. Ein Artikel auf Englisch dazu hier. Israel ist ja immer gegen Menschenrechte im Bereich der Genitalverstümmelung von Jungs. Ich halte mich jetzt mal ein wenig mit Israelkritik zurück. Zu schnell wird man als s. g. „Maskutroll“ in die Naziecke gestellt. Ich überlasse es Euch, darüber zu urteilen, was man von einem Staat halten muss, der alles für ein Fortbestehen der Genitalverstümmelung bei Jungs tut. (Ähnliche Kritik gilt übrigens auch für Deutschland.)

Die Frau allerdings, die sich weigert, ihren Sohn beschneiden zu lassen, verdient die größtmögliche Bewunderung. Da muss man gespannt sein, wie sehr sie jetzt diese Strafe beeindruckt.

Ich habe mehrfach über die Beschneidung bei Jungs und auch bei Mädchen geschrieben.

Ich muss es erneut erwähnen: Beschneidungen können sie schweren psychischen Problemen und zu einem enormen Qualtiätsverlust in Sachen Sexualität führen. Gerade zweiten Punkt verspüre ich immer mehr je älter ich werde.

Warum allerdings die Beschneidung von Jungs im Vergleich zur Beschneidung von Mädchen – die es in unterschiedlichen Abstufungen gibt und sogar freiwillig durchgeführt werden – so heruntergespielt werden, ist mir allerdings nicht klar. Halt! Doch! Es geht ja nur um den Mann. 😛

23 Gedanken zu „Beschneidungen in Israel

  1. Es ist aus maskulistischer Sicht interessant, dass nicht kritisiert wird, dass die Wünsche das Vaters, unterstützt von einem Gericht, keine Rolle spielen. Also darf im Zweifel die Frau entscheiden, was mit dem Kind passiert?

  2. Ich finde ja, dass niemand entscheiden darf, jemanden zu verstümmeln.

    In diesem Fall sind mir Männerrechte total egal, weil hier einzig und allein das Menschenrecht greifen sollte.

    Beschneidung ist Verstümmelung. Da bin ich ganz klar und eindeutig.

    Sollte jetzt alles nicht böse klingen. 😉

  3. Das (Menschen)Recht auf Religionsfreiheit besagt aber, dass Sohnematz beschnitten werden darf, weil Eltern entscheiden, was das beste ist. Und wenn Papa der Meinung ist, ein Bund mit Gott ist wichtiger als die körperliche Unvesehrtheit seines Kindes, muss man das einfach erstmal akzeptieren. Ich persönlich halte Mitgliedschaft von Menschen die nicht selbst entscheiden können, in religiösen Gemeinden für falsch, aber wer bin ich schon.

  4. Religionsfreiheit entsteht nicht dadurch, dass man anderes Menschenrecht verletzt. Es ist ein Irrtum zu glauben, dass etwas legitim ist, nur weil es Teil einer Religion ist.

    Ja, ich finde Kindtaufen, Beschneidungen usw. auch fürchterlich. Ich kann Dir aber sagen, wer ich bin. 😀
    „Ich bin der Geist, der stets verneint!“ 😉

  5. Es ist aber oft so, dass sich diverse Rechte gegenseitig wider sprechen können. Meinungsfreiheit vs Würde des Menschen. Pressefreiheit und das Recht auf Privatsphäre.

    Bei Geistern ruft man die Ghostbusters.

    1. Wir könnten aber alle Dinge sinnvoll ausdiskutieren, warum was sinnvoll ist und was nicht. 😉

      Vom Titellied von Ghostbusters gibt es eine geile Coverversion von… Englische Metalband aus den 80er/90er-Jahren… Verdammt, mir fällt der Name gerade nicht ein. Irgendwas mit „rrrrrrrrrrrrrrrrrr“….

  6. Schlimm genug, dass man mit „Religionsfreiheit“ den Krach der Kirchen und das Quälen von Tieren (Schächten) rechtfertigen kann, aber dass darunter jetzt schon die körperliche Unversehrtheit leiden muss, ist ein Skandal.
    Achso, stimmt ja, religiöser Fanatismus zur weiblichen Beschneidung wird ja generell in den Medien immer wieder als Böse aufgebauscht, beim Mann ist es aber OK – das sagen jedenfalls viele Frauen.

    1. Das sagen leider nicht nur viele Frauen. Das sagen auch viele Männer.

      Es wird aber auch vehement daran gearbeitet, dass Beschneidungen bei Jungen/Männer eine gut Sache wäre. Es gibt allerdings kein gutes Argument für eine Beschneidung, wenn keine medizinische Notwendigkeit vorliegt. Eine medizinische Notwendigkeit liegt allerdings extrem selten vor.

      Ich finde ja nicht nur die Praxis der Beschneidung falsch. Ich finde auch den allgemeinen Umgang mit der Beschneidung falsch.

      „Falsch“ ist noch sehr nett ausgedrückt, weil viele große Probleme mit der Beschneidung einhergehen.

      1. Oft wird angeführt, dass man ja als Mann eh nur Vorteile hat. Man „hält länger durch“ – klar, weil einem erogene Zonen weggeschnitten wurden. Und man seltener als Überträger für Gebärmutterhalskrebs (HPV) fungieren.

        Und im Zusammenhang wird dann nochmal betont, dass männliche und weibliche Beschneidung absolut nicht vergleichbar sind. Punkt. Wieso eigentlich nicht? Wenn ich mir überlege stimmt eigentlich alles überein, es wird aus religiösen (fanatischen) Gründen an den Genitalien herumgeschnitten. Ich sehe da keinen großen Raum für Differenzierung.
        Besonders lächerlich und traurig sind ja Behauptungen wie „naja, männliche Säuglinge können so jung ja noch gar keinen richtigen Schmerz empfinden, deswegen ist es OK, wenn wir Nicht-Ärzte auch auf jegliche Medikamente verzichten“.

  7. Das mit dem „länger durchhalten“ ist kein Vorteil. Zum einen: Für wen oder was länger durchhalten? Ist da nicht wieder nur die Frau Maßstab? Wer sagt denn, dass der Mann irgendwas durchhalten muss, bis die Frau kommt oder nicht kommt? Es ist wie immer einseitig. Ein langes Durchhalten wirkt sich bestimmt nicht positiv auf die Fortpflanzung aus.

    Ich bin beschnitten. Ich halt länger länger durch. Es ist aber bei mir so, dass ich mittlerweile – es wird immer schlimmer, je älter ich werde – recht wenig bis gar nichts dabei empfinde. Das ist ein toller Vorteil. Vor allem für mich. 🙁
    Dass es auch nicht gerade vorteilhaft im sensiblen Umgang mit dem anderen Geschlecht ist, ist hoffentlich klar.

    Ich musste auch schon häufig Frauen trösten, dass meine Orgasmusunfähigkeit nicht an ihnen liegt. Ich muss also „danach“ auch noch Psychotherapeut spielen….

    Auch diese Argumentation mit dem Gebärmutterhalskrebs… Es geht immer nur um die Frau. Dass der Mann durch die Beschneidung aus gewissen Gründen eine höhrere Neigung dazu hat, sich mit Aids anzustecken, spielt wieder keine Rolle. (Ich schrieb nicht umsonst „Neigung“.)

    Ich muss Dir leider mitteilen, dass ich Deinen kompletten Kommentar leider kritiklos stehen lassen muss. 😉

    DANKE!

  8. Es ist nunmal üblich, das Freiheit Kosten hat, die man auch in körperlicher Unversehrtheit/Blut zahlt. Es sterben Menschen durch Verkehrsunfälle (Reisefreiheit), es sterben Menschen während sie für unser Recht auf Wohnung ihr Recht auf Arbeit ausüben (Bauarbeiter fallen von Gerüsten). Ebenso sterben viele Menschen, wenn sie ihr Recht auf Genuss ausüben, z.B. durch Rauchen (auch Passivrauchen) oder Alkohol.

    1. Halt! Stop!

      Das sind alles Äpfel und Birnen.

      Du kannst doch Verstümmelungen einer anderen Person nicht mit Unfällen (Verkehrsunfälle, Arbeitsunfälle), selbstverschuldete gesundheitliche Risiken (Alkoholkonsum) usw. vergleichen.

      Jemand anderen zu verstümmeln ist etwas anderes als selbst durch einen Unfall oder den Konsum einer Sache zu sterben. Das eine ist selbstbestimmt, das andere ist fremdbestimmt.

  9. Ist beides Obst.

    Wenn z.B. Alkoholisierte Mitbürger anderen Menschen Verletzungen antun, z.B. durch Autofahren oder durch eine Gesunkene Gewalthemmschwelle, ist das nicht Selbstbestimmt. Wieviele Verkehrsunfälle passieren, weil der Verursacher sich fahrlässig verhalten hat, Suff, unaufmerkam, zu schnell, und wieviele passieren aufgrund höherer Gewalt. Der Unterschied zwischen Vorsatz und extremer Fahrlässigkeit ist für mich relativ gering.

    Wieso wird erlaubt, dritte zu Gefährden, wenn man es als Unfall bezeichnet. Unterbindung von motorisierten Individualverkehr und Zwangsumstieg auf ÖPNV (zumindest im Stadtgebieten) dürfte viele Menschenleben und Gesundheit retten.

  10. Alkoholisiert Unfälle zu verursachen steht unter Strafe. In nahezu jedem Bereich. Mir fällt kein Bereich ein, in dem man durch Alkohol Unfälle verschulden darf.

    In diesem Fall ist es selbstbestimmt am Verkehr teilzunehmen und sich der Gefahr „Verkehr“ auszusetzen. Es ist fremdbestimmt, wenn man als Kind – Säugling, Kleinkind, Kind – einer Operation ausgesetzt wird, die einem unnötig einen Teil des Körpers entfernt. Das Kind setzt sich nicht freiwillig der Gefahr „Verstümmelung“ aus.
    Ein Kind zu so etwas zu überreden führt auch noch keine Selbstbestimmung herbei, da Kinder dazu neigen, Erwachsenen zu vertrauen.

    Dein letzter Abschnitt verursacht nur eins:
    Eine radikale Einschneidung der Freiheit des Menschen. Solche Ideen führen zu Dingen, wie sie immer selbstverständlicher werden: Rauchverbote in Kneipen, Zwangs-Veggie-Day in Kantinen usw.
    Dass solche Dinge sich immer mehr durchsetzen und die Vernunft des Menschen ausgeblendet wird, zeigt sich an vielen Details:
    Genderung der Straßenverkehrsordnung, Genderung der Sprache im allgemeinen, „Professorin“ an der Uni, Quoten für Frauen usw.

    Am besten wäre natürlich ein „Im-Bett-bleib-Gebot“. Wer im Bett bleibt, kann keine Unfälle erleiden. 😛

    1. Wie selbstbestimmt ist es, sich dem Verkehr auszusetzen, wenn die Alternative Hungertod lautet.

      Stimmt, mein Absatz schrenkt die Freiheit ein, nur müssen wir die Grenze setzen, wo die Freiheit des einen endet und die des anderen anfängt.

      Wieso darf ein Autofahrer mit seinem Feinstaub die Gesundheit seiner Mitbürger gefährden (Nutzung des ÖPNVs wäre in der Hinsicht weit besser), während gleichzeitig ein Vater sein Kind nicht gefährden darf, damit seine Seele gerettet wird.

  11. Jetzt überforderst Du mich.

    Hungertod? Verkehr? Mir fehlt das bindende Glied. 😉

    Feinstaub ist Realität. Seelen sind „theologisch konstruiert“. 😉

    Ich bin ja selbst der Meinung, dass viele Menschen gar kein Auto bräuchten und der ÖPNV besser ausgebaut werden müsste, die Anreize erhöht werden müssten, um auf das Auto zu verzichten… …aber… …der Vergleich zur Erretung der Seele durch einen Vater erschließt sich mir nicht auf Anhieb… …eher momentan gar nicht… 😉

    1. Ich muss Lebensmittel konsumieren um nicht zu verhungern. Da die in meiner Wohnung lebenden Insekten nicht ausreichen, langfristig meinen Kalorienbedarf zu decken, muss ich Einkaufen gehen also am Verkehr teilnehmen. Unabhängig davon, dass ich am Verkehr teilnehmen muss um das Geld für die Lebensmittel zu erhalten, sei es auf dem Weg zur Arbeit oder auf dem Weg zum Arbeitslosenbespassungszentrum um den Hartzantrag abzugeben.

      Es gibt sehr viele Menschen, die an die Existenz der Seele glauben. Und noch mehr Menschen glauben an die Existenz von Selen.

  12. Okay, habe Deinen Gedankengang jetzt verstanden.

    Ich glaube übrigens an Selen. Bei Seelen halte ich es wie mit der Homöopathie – alles Voodoo für mich. Können andere dran glauben.

    Ich bin da eher Atheist – auch wenn mir mancher den Agnostiker unterstellt – und Skeptiker. 😉

    So, jetzt ins Bett und dann ein Hörspiel….

  13. Homöopathie ist auch gefährlich und es ist nicht verboten. Es sind schon Kinder gestorben, weil ihre Elis sie mit Zuckerkugeln statt mit Penicilin behandelt haben. Ärzte sind halt böse Vertretetr der Evidenzbasierenden Schulmedizin und der Pharmamafia.

  14. Ich bin mir sehr wohl bewusst, dass es einige Verschwörungstheorien bezüglich der Pharmaindustrie gibt, die durch die Realtität bei weitem übertroffen werden. Mir glaubt nur nie jemand. 😉

    Homöopathie ist im eigentlichen Sinn nicht gefährlich. Gefährlich ist hingegen das Nichtbehandeln mit gängiger Medizin. „Zuckerkugeln“ anstatt Chemotherapie sind zumeist böse tödlich, ja.

    In Berlin ist Homöopathie momentan anscheinend sehr angesagt. Wenn mir ein Arzt da was von verschreiben will, bringe ich meinen Voodoospruch: „Ne, danke! Ich stehe nicht so auf Voodoo!“

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