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Borderline –
Was ist mit den Angehörigen?

Vor einigen Tagen habe ich den Artikel Borderliner: Immer auf der Kippe aus der Zeit gelesen. Diesen nehme ich nun zum Anlass meine – subjektiven – Gedanken und Gefühle zum Thema einmal loszuwerden. Mich hat der Artikel auch wieder geärgert, weil einiges vernachlässigt und anderes schöngefärbt wurde. Ich bin  nach wie vor der Ansicht, dass Borderline nicht heilbar ist. Die Rolle der Angehörigen und Partner wurde außerdem erneut komplett ausgeblendet. Sie sind aber die wirklichen Opfer.

Subjektiv, weil ich persönlich von dem Thema betroffen war. Ich habe ein gemeinsames Kind mit einer Borderlinerin. Mir ist sehr wohl bewusst, dass es einen offiziellen anderen Ausdruck für diese Erkrankung gibt, Borderline ist allerdings geläufiger.

Ich werde mich im Laufe dieses Textes an vielen Stellen wiederholen, da ich viele der geschilderten Dinge schon ein manches Mal geschildert habe. Allerdings muss man viele Dinge immer wieder schildern, damit sie eventuell einmal ins Blickfeld der Menschen geraten.

Ich wusste relativ früh von der Borderlineerkrankung meiner erwählten Partnerin. Sie hat keinen Hehl daraus gemacht, sie habe Borderline. Borderliner haben aber die Fähigkeit ihre Eigenschaften perfekt hinter einer Maske, die intelligent, charmant, kreativ und liebenswert daherkommt, zu verbergen. Erst im Laufe der Zeit wurden immer mehr Dinge offenbar, die schließlich in gelebter Gewalt seitens meiner Partnerin mündeten.

Bereits als wir zusammenzogen fand ich in ihren Umzugssachen einen ganzen Karton voller ungeöffneter Briefe von Gerichten, Gerichtsvollziehernn usw. Als gelernter Justizangestellter, der zeitweise in der Zwangsvollstreckung eines Amtsgerichtes tätig war, schwante mir Fürchterliches. Ich ahnte, dass sie überschuldet sei. Auf meine Anfrage hin, teilte sie mir mit, dass alles schon lange erledigt sei. Blind vor Liebe glaubte ich es.

Ich glaubte ihr auch, dass sie unter einer nicht akuten Form der Leukämie litt. Dass dies eine Lüge war, stellte ich erst später fest, nachdem sie mir vorgespielt hatte, sie sei täglich in einer Chemotherapie und in ärztlicher Behandlung. Sie verließ täglich zur selben Zeit das Haus und bei Wiederkehr spielte sie mir mit Kotzgeräuschen Nebenwirkungen der angeblichen Chemotherapie vor.

Mir wurde auch weisgemacht, sie habe sich sterilisieren lassen und könne keine Kinder mehr bekommen. Aus Gründen, die mit meiner Beschneidung zusammenhängen, habe ich dann allerdings lediglich einen Treffer gelandet, der sie schwanger werden ließ. Da es damals bereits in unserer Beziehung schwer kriselte, war ich eher damit beschäftigt, zu hoffen, unsere Beziehung würde sich durch das weitere Kind wieder „normalisieren“, als festzustellen, dass sie mich ganz übel bezüglich ihrer Sterilisierung angelogen hat. (Sie hatte bereits ein Kind von einem anderen Mann.)

Während der Schwangerschaft fanden die gesundheitlichen Hiobsbotschaften natürlich kein Ende. Zunächst musste ich mir Sorgen um das ungeborene Leben machen, weil sie lange überlegt hat, das Kind evtl. abtreiben zu lassen. Hier war natürlich ihre Ansicht „Mein Bauch gehört mir!“ ausschlaggebend. Ich durfte die Klappe halten, bis sie ihre Entscheidung getroffen hat. Ich durfte lediglich ein „Egal, wie Deine Entscheidung lautet, ich stehe zu Dir!“ äußern. Tief im Inneren wollte ich dieses Kind aber haben, obwohl niemals ein Kind in meiner Lebensplanung war.

Ach so. Die Hiobsbotschaften… Nach einem weiteren angeblichen Besuch beim Arzt – sie verschwand lediglich immer für mehrere Stunden aus der Wohnung und trieb sich irgendwo herum – teilte sie mir mit, dass sie wegen der Schwangerschaft die Chemotherapie abbrechen müsse, sie allerdings nun mehrere Gehirntumore habe und die Schwangerschaft eventuell mit einer künstlich eingeleiteten Frühgeburt früher abgebrochen werden müsse.

Ihre Krankheitsgeschichten waren immer lebensbedrohlich. Zunächst lediglich für sie und dann für das ungeborene Leben. Man kann sich vorstellen, wie sehr solche Dinge an einem sensiblen Menschen nagen können. Ich lebte in der ständigen Angst zunächst sie und dann auch noch das ungeborene Leben zu verlieren.

Während der Schwangerschaft wurden allerdings die Widersprüche innerhalb ihrer Geschichten immer größer. Ihre Lügen wurden offensichtlich. Ich stellte sie irgendwann zur Rede und erntete, wie immer ein großes Schweigen zu meinen Vorwürfen, die man keinem Menschen machen möchte. Man zweifelt normalerweise nicht an, wenn ein Mensch einem erzählt, er habe Krebs. Man zweifelt es nicht an, wenn man erzählt bekommt, dass ein Mensch Gehirntumore hat. Kein Mensch erwartet, dass solche Geschichten erlogen sind, weil die Betroffene Person im Mittelpunkt stehen will. Niemand rechnet damit, mit solchen Geschichten angelogen zu werden. Es ist derartig unmoralisch, sich mit solchen Geschichten zum Zentrum zu machen, dass es niemand erwarten kann, derartig hinters Licht geführt zu werden.

Nachdem ich ihr also – einseitig, von ihr kam ja nur Schweigen – durch gewisse Begebenheiten nachgewiesen habe, dass sämtliche ihrer Krankheitsgeschichten erlogen waren, kam das nächste Problem. Das Geschlecht des ungeborenen Kindes wurde bestimmt.
Es war ein Junge. Diese Nachricht ließ sie in tiefste Depressionen fallen, die sich in Aggressionen gegenüber dem ungeborenen – meinem Sohn – äußerten. Nachdem sie zuvor das Rauchen eingestellt hatte, fing sie nun wieder an. Zunächst heimlich auf dem Klo. Sie müsse so oft auf das Klo, weil sie Magenprobleme habe usw. Da ich ja empfindlicher geworden war, was Gerüche von Tabakwaren anbelangte, habe ich dann doch irgendwann gerafft, dass sie heimlich auf dem Klo raucht. (Ich hatte gemeinsam mit ihr am Anfang ihrer Schwangerschaft das Rauchen aufgehört.) Nun war auch die Hemmnis gefallen, überhaupt zu rauchen. Sie rauchte zeitweise sogar mehr als vor ihrer Schwangerschaft. Das Kind musste erst einmal nach der Geburt unter Nikotinentzug leiden und entwickelte sich zu einem Schreikind, das nächtelang durchschrie. Ich vermute nach wie vor einen Zusammenhang zu ihrem Tabakkonsum.

Natürlich kümmerte ich mich nachts um das Kind. Dass ich damals noch regelmäßig arbeiten gegangen bin, störte sie nicht. Nach der Arbeit kaufte ich noch ein und durfte nach Rückkehr in die gemeinsame Wohnung direkt erstmal das Kind wickeln. Sie hat es immer unterlassen ihn zu wickeln, bevor ich nach Hause kam. Die Einkäufe musste ich auch noch wegpacken und die Windeln, die während meine Arbeitstages in der ganzen
Wohnung verteilt auf dem Boden lagen, entsorgen.

Es ging an die Grenzen meiner körperlichen Belastbarkeit. Die Differenzen und Probleme wurden größer. In dieser Zeit wurde auch ihr Drogenkonsum stärker. Als sie anfing, die Kinder mit auf „Drogenmeetings“ zu schleppen, versuchte ich sie zunächst daran zu hindern, die Kinder mitzunehmen. Es endete in körperlicher Gewalt, die von ihr aus ging. Ich musste die ersten Male die Polizei verständigen. Ich wurde – damals noch in Dortmund – zum ersten Mal als Gewaltopfer der Wohnung verwiesen. An einem Abend wurde ich von der Polizei vor einem „Männerhaus“ abgesetzt. Was man mir als „Männerhaus“ verkauft hat, war tatsächlich die Obdachlosenunterkunft. Das zeigt die Wertigkeit des Mannes als Gewaltopfer. Ich habe erst später wahrgenommen, dass es keine Männerhäuser gibt. Zusätzlich verwies man mich natürlich der Wohnung für zwei Wochen. An diese Order konnte ich mich natürlich nicht halten, da ich mir Sorgen um den Säugling und ihr anderes Kind machen musste. Ich konnte und durfte doch nicht riskieren, dass ihnen etwas passiert. Es waren ja mittlerweile Drogen im Spiel.

Eines Tages – als ich nicht mehr konnte – teilte ich ihr mit, dass ich wieder nach Bonn gehen müsse, weil dort meine ganzen Freunde verblieben sei. Merkwürdigerweise wollte sie bei mir bleiben. Naiv wie ich war, hoffte ich immer noch, dass sich alles wieder „normalisieren“ würde. Es wurde allerdings alles noch schlimmer. Die Gewalttägigkeiten wurden nach unserem Umzug nach Sankt  Augustin immer häufiger. Auch hier wurde ich als Gewaltopfer der Wohnung verwiesen. Ich wurde bei der Polizei ausgelacht, als ich
eine Anzeige erstatten wollte. Erst als ich blutüberströmt in der Wache auftauchte, nahm man mich ernst. Ich durfte also eine Anzeige erstatten. Diese wurde aber dann relativ zügig durch die Staatsanwaltschaft eingestellt. Eine Gewalttat, die eine Narbe über meinem rechten Auge hinterließ, wurde also eingestellt.

Es ging alles irgendwann nicht mehr. Ich war psyschisch fertig. Ich kotzte täglich mehrere Stunden und kein Arzt konnte feststellen, was mir fehlt. Mittlerweile weiß ich, dass dies alles psychisch bedingt war. Ich zog endlich aus der gemeinsamen Wohnung aus. Da die Kinder nicht beide von mir waren, konnte ich sie auch nicht gemeinsam mitnehmen. Ich wollte sie auch nicht voneinander trennen. Daher nahm ich mir eine Wohnung, die ich glücklicherweise auf der gleichen Etage im gleichen Haus bekommen konnte.

Die Gewalt hörte aber nicht auf. Bei nahezu jeder „Kindsübergabe“ ging sie auf mich los. Das führte dann dazu, dass das Jugendamt, das ich irgendwann einmal eingeschaltet hatte, bestimmte, dass ich die Kinder zunächst nicht mehr sehen dürfe, weil es ja bei den Übergaben immer zu Gewalt käme. Ich wurde also für ihre Gewalttätigkeit bestraft und sie wurde indirekt belohnt.

Meine Sorgen bezüglich der Kinder wurden in dieser Zeit ja nicht geringer. Lediglich meine Hoffnungen beide Kinder zu retten, wurden Stück für Stück zerstört. Ich wollte also das Aufenthaltsbestimmung für meinen Sohn. Die Verhandlung war der einzige Hohn.  Sie durfte in den höchsten Tönen von ihrer Borderlinererkrankung schwärmen und meine Schilderungen bezüglich ihrer Gewalt mir gegenüber wurden ganz unterbunden. Der Richter lachte mich gar aus. Natürlich konnte sie das Aufenthaltsbestimmungsrecht für unseren Sohn behalten. Auch wenn sie attestiert schwer psychisch krank war und sich zu der Zeit auf Weisung des Jugendamtes in einer Tagesklinik befand.

Fairerweise muss ich dazu sagen, dass mein Alkoholproblem in der Gerichtsverhandlung thematisiert wurde, das sich während der Beziehung zu ihr ergeben hat. Am Tage der Gerichtsverhandlung war ich allerdings schon längst trocken. Ich bin es bis heute. Es gibt ja keinen Grund mehr für mich.

Nachdem ich vor Gericht gescheitert war, konnte ich also nur noch sehen, dass ich aus meiner Wohnung heraus, wenigstens einen Blick auf des Kindeswohl zu werfen und mein Leben ansonsten wieder einigermaßen ins Reine zu bekommen. Aufgrund ihrer sexuellen Ausschweifungen am Ende der Beziehung musste ich einen Aidstest über mich ergehen lassen, da die Gefahr einer Ansteckung wegen ihres Verhaltens außerhalb der Beziehung sehr groß war. Sie hatte am Ende tlw. 4 oder 5 Sexualpartner regelmäßig neben mir. Ich habe die schönste Dinge darüber auf unserem gemeinsamen Rechner lesen dürfen, weil sie es recht schlecht getarnt hat. Es war ihr offensichtlich egal, ob ich ihre ganzen Ausschweifungen mitbekomme. Ich habe Dinge von der eigenen Partnerin gelesen, die man niemals von jemandem lesen möchte, den man einst liebte.

Obwohl es mir nach der Trennung, dem negativen Aidstest usw. langsam aber stetig besser ging, wurde deutlich, dass ich eine Therapie benötigte. Etwas, das ich früher als Schwäche abgetan habe, wurde mir nun selbst zuteil. Ich ging also in Therapie.  Meine Einstellung gegenüber Therapien hat sich nun ins Gegenteil gewandelt. Ich sehe den Menschen nun als zerbrechliches Wesen, das es sich durchaus gestatten darf, seine Schwächen zuzugestehen und sich helfen zu lassen.

Lange Rede kurzer Sinn: Sie verstarb kurze Zeit nach dem Gerichtsprozess und ich konnte zumindest meinen Sohn zu mir nehmen. Er war zum Glück noch so jung, dass er keinen richtigen Schaden durch sie nehmen konnte. Anders sieht es bei seiner Schwester aus: Sie war bzw. ist auch noch Jahre später Bettnässerin und hat auch schon einige soziale Defizite. Eins z. B. ist es, dass sie immer recht bösartige Dinge zu einem sagt, obwohl sie etwas nettes zu einem sagen möchte. Sie kann es in dem moment aber einfach nicht und es kommen so richtig fiese Dinge dabei heraus. Ich sehe sie ab und zu zusammen mit meinem Sohn. Leider erging es ihr in der Zwischenzeit tlw. weiterhin nicht besonders gut.

Warum ich das hier aber alles schreibe:
In o. g. Artikel geht es wie immer nur, um den armen Borderline-Betroffenen. Es geht niemals um dessen Opfer. Es geht niemals um den Partner oder die Kinder. Bei diesen werden unendlich große Schäden verursacht. Es wird nicht umsonst festgestellt, dass ehemalige Partner eines Borderliner dringend eine Therapie benötigen. Es ist also bekannt, was Borderliner mit ihren Partnern veranstalten können.

Ich brauchte ja nicht nur eine Therapie. Ich bin ja jetzt auch noch zusätzlich trockener Alkoholiker. Mein Sohn musste direkt nach seiner Geburt erstmal eine Entgiftung machen.  Ihre Tochte ist bzw. war jahrelang Bettnässerin usw. Aber es geht immer nur um die Borderline-Erkrankten.  Viel schlimmer sind aber doch die ganzen Opfer, denen es kein Bisschen besser geht. Dieser Kuschelkurs allein für den Borderliner, der so viel Leid über seine Angehörigen, seine Partner bringt, widert mich an.

Ich bin mit Schulden aus der Beziehung heraus gegangen, meine beruflicher Weg war zerstört, ich leide immer noch unter den Nachwirkungen der Beziehung. Es fällt mir z. B. schwer zu
telefonieren. Während der Beziehung musste ich ja während jedes Telefonats befürchten, es könne wieder eskalieren. Telefonate meinerseits waren Auslöser von körperlichen Gewaltexzessen.

Ich bin immer noch sozial eingeschränkt, weil sämtliche Kontakte von mir durch sie zerstört wurden. Danach ist es mir als alleinerziehender-Alg-II-Mann nicht so wirklich gelungen neue soziale Kontakte aufzubauen. Allein meine Fähigkeit dazu ist extrem eingeschränkt. Das sind alles Nachwirkungen durch EINE Beziehung zu EINER Borderlinerin. Während sie mit anderen Borderlinern in der Tagesklinik kochen, Bilder malen und Sport machen durfte, gab es für mich nichts. Es wird immer nur von den armen Borderlinern gesprochen. Natürlich muss man ihnen  helfen. Viel mehr aber haben Angehörige und Partner Hilfe verdient.

Es ist auch nicht wirklich Zufall, dass zumeist Frauen als Betroffene von Richtern, Staatsanwälten, dem Jugenamt und anderen Behörden geschützt werden. Es ist dasselbe Phänomen, wie das, bei dem Frauen vor Gericht geringere Strafen kassieren oder vor dem Familiengericht wahre Wunschkonzerte feiern dürfen, was den Umgang ihrer Kindern anbelangt. Das alles ist dem s. g. Opferabo geschuldet. Es geht niemals um die Opfer z. B. deren Partner oder etwa die gemeinsamen Kinder. Es geht einzig und allein um das Wohl der Frau. Immer.

Anders ist es nicht zu erklären, dass die Drogen- und Gewaltexzesse meiner damaligen Partnerin und Mutter meines Sohnes überhaupt keine Beachtung fanden. Kinder gehören ja auch immer zur Mutter, ganz genau. Wir haben eine Kultur, in der Frauen als das begabtere, friedfertigere, sozialere  Geschlecht gesehen werden. Ich habe diese Eigenschaften zumindest in dieser Beziehung nicht gesehen. Eine solche Sicht auf ein Geschlecht spricht auch ganz deutlich, dass eins nicht gewollt ist: Gleichberechtigung.

Man entschuldige den langen Text, der auch tlw. wirr erscheinen mag:
Es sind aber nach wie vor Emotionen für mich damit verbunden.


 

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65 comments to Borderline –
Was ist mit den Angehörigen?

  • Wolf Jacobs pelz

    Ist allerdings auch noch stark gekürzt.

  • Kayoyo

    Freut mich, dass es Dir nun besser geht. Den Zeitartikel habe ich auch gelesen und mir erst mal keine Gedanken gemacht, bis ich deinen Kommentar gelesen habe. Ich musste Gottseidank sowas bisher nur indirekt mitmachen, irgendwie hatte ich immer einen guten Riecher, was so kranke Frauen anbelangt. Trotzdem fürchte ich mich auch vor einer Situation, in der ich so hilflos ausgeliefert bin, weil man mir als Mann keinen Glauben schenkt. Beispiele gibt es ja in der jüngsten Zeit genug! Ich wünsche Dir weiterhin Alles Gute und hoffe, dass Du hier mit deinem Blog am Ball bleibst!

  • Und wie sah es bei der Frau selbst mit Therapie aus?

  • Wolf Jacobs pelz

    Das Jugendamt hat dann irgendwann doch mal etwas von ihr verlangt. Sie ist dann zur gemeinsamen Freizeitgestaltung von Borderlinern in eine Tagesklinik gegangen. Als Therapie würde ich gemeinsames Kochen und Sport nicht bezeichnen.

    Ich hatte da schon lange Kontaktsperre zu den Kindern. Ich frage mich allerdings mittlerweile wie rechtlich bindend das alles war.

  • Ich würde nach dem was du beschreibst die Frau als recht untherapiert oder nicht therapiewillig bezeichnen. Das zeichnet ein sehr erschreckendes Bild. Gott sei Dank MUSS das nicht so laufen.

    Diese Freizeittherapien kenne ich nur zu gut. Man kann sich einer solchen Therapie durch Manipulation etc. schon recht gut entziehen. HIer müsste ambulant vorgearbeitet werden.

    Kannte mal eine Dame, die hauptsächlich zum LEute kennenlernen in Therapie ist…

  • Wolf Jacobs pelz

    Ja, sie war nicht wirklich therapiewillig. Die ganze Sache wurde ja auch nur halbherzig durch das Jugendamt verfolgt. Ich habe dann einige Zeit später ein paar von den Dingen gesehen, die sie dort gemacht hat. Das war zum einen ein Stundenplan voller Sport, Kochen und Malen und natürlich noch ein paar der Werke aus dem Malen. Ich erspare mir die Kommentare.

    „…zum Leute kennenlernen…“ – Die Sinnhaftigkeit davon erschließt sich mir gerade nicht so ganz. Alkoholiker treffen sich allerdings auch in irgendwelchen Gruppen. Vielleicht steckt ja mehr Sinn dahinter, als sich mir auf den ersten Blick erschließt. 😉

    Zu meinen ganzen Auslassungen muss ich aber sagen, dass ich sie sehr und noch sehr lange geliebt habe. Ich kann mir auch keine andere Mutter für meinen Sohn vorstellen. Das mag aber an meiner begrenzten Vorstellungskraft liegen.

    Allerdings muss ich auch sagen, dass ihr Tod durch einen Schlaganfall für meinen Sohn und mich in der ganzen Situation das Beste war. So hart es klingt. Mein Sohn hätte sich aber niemals so frei entwickeln können, wie er es jetzt bei mir tut.

    Das Jugendamt hatte ja geplant, entweder die Kinder bei ihr zu belassen oder in ein Heim zu geben. Ich kam in den Plänen des Jugendamtes gar nicht vor.

    • “…zum Leute kennenlernen…” – Die Sinnhaftigkeit davon erschließt sich mir gerade nicht so ganz.

      Ist sehr einfach zu erklären: Sie ist nicht bereit sich helfen zu lassen braucht aber die Aufmerksamkeit durch die Therapie, weil es ihr soo schlecht geht. Dadurch hat sie auch wieder mehr Nachsicht durch die Familie etc. Es geht dabei aber nicht um die Therapie – sondern konkret um Manipulation. Was ist also für so jemanden wichtig? MEnschen zu haben, die ihn verstehen. Das sind andere kranke Menschen und die lernt man eben in einer Klinik am besten kennen… Klingt auch hart – ist aber wahr. Angenommen hat sie bis heute von der Therapie NICHTS.

      • Wolf Jacobs pelz

        Irgendwie schilderst Du gerade genau meine Erfahrungen.

        Sie hat sich gerne mit der ihr gestellten Diagnose wichtig gemacht und Mitleid geerntet. Ansonsten hat sie ihr Borderline-Dasein gerade am Ende extrem ausgelebt. Vor allem ihre „sexuelle Freizügigkeit“. Gerade die war auch nicht wirklich ein gutes Umfeld für die Kinder.

        Ja, von der Therapie hat sie ebenfalls nichts angenommen. Es ist gerade am Ende eher immer schlimmer geworden. Schade nur, dass ich für das Jugendamt nie eine Alternative für die Kinder war.

        • Ich denke es ist hier so wie mit allen anderen Menschen auch… Es gibt solche und solche. Auch ist es finde ich nicht so, dass Angehörige im eigentlichen Sinne zu kurz kommen und den KRanken zu viel Aufmerksamkeit zukommt – es ist m.M. nach leider vielmehr so, dass nicht systemisch gearbeitet wird. GAnz allgemein. BEi dir ist ja leider gar nicht gearbeitet worden, sondern mehr geahlt. Leider recht häufig so.

  • Wolf Jacobs pelz

    Du widersprichst Dir schon ein bisschen selbst, oder? Du findest, es ist im eigentlichen Sinne nicht, aber leider recht häufig so. 😉

    Ich habe jetzt einige Männer kennengelernt, die schlechte Erfahrungen mit Borderlinefrauen gemacht haben. Die Geschichten ähneln sich und alle haben keinerlei Beachtung gefunden. Alle leiden nach wie vor unter ihren Erfahrungen.

    Ich hörte aus meiner eigenen Familie z. B. den Spruch „Du hättest noch viel mehr auf die Fresse bekommen sollen!“ als es um die erlittene körperliche Gewalt ging. Die Missachtung der Opfer fängt in der Familie an und hört noch lange nicht bei Polizei und Staatsanwaltschaft auf.

    Die erste richtige Unterstützung, die erfahren habe, war die, als ich meinem damals 3jährigen Sohn mitteilen musste, dass seine Mutter verstorben ist. Hier ging es auch nicht um mich und meine Erlebnisse, sondern meinen Sohn.

    Ich bin ja auch eher für die ganzen traumatischen Erlebnisse mit der Borderlinerin bestraft worden. Wohnungsverbot, Verbot die Kinder zu sehen usw.

  • Ich finde, dass das Problem nicht ist, dass Angehörige zu kurz kommen und Betroffene zu sehr beachtet werden (sowohl, wenn das Problem angegangen wird als auch anders), sondern, dass zu wenig systemisch gearbeitet wird.

    Ich finde, dass häufig erst gar NICHT gearbeitet wird.

    Ich denke das widerspricht sich nicht (vielmehr hab ich es nicht sher geschickt aneinandergehängt). Es hängt zwar zusammen, aber schließt sich nicht aus. Es sind einfach nur zwei Dinge.

  • Wolf Jacobs pelz

    Es ist genauso wie mit der häuslichen Gewalt gegen Männer:
    Es gibt keine öffentliche Diskussion darüber. Es wird totgeschwiegen oder direkt verneint.

    Die Artikel über Borderline sind nahezu allesamt darüber, wie man dem Borderliner im Kuschelkurs am besten begegnen kann und ihn wieder RICHTIG in die Gesellschaft integrieren kann. Es ist nie die Rede von einer Gefahr durch Borderliner und das bemängele ich.

    Du unterschätzt die Dinge, die für Borderline getan werden. Es gibt Stellen für Borderliner in Tageskliniken, in Kliniken, es gibt psychologische Studien usw. Was gibt es für die Angehörigen und die Partner?

    Für Borderliner wird einiges getan.

  • Starker Bericht zu einem schwierigen Thema – danke.

  • Vielleicht hätte dir damals dieses Buch geholfen:
    http://www.amazon.de/Schluss-mit-dem-Eiertanz-Angeh%C3%B6rige/dp/3867390053

    Inhaltsverz.:
    http://load.doccheck.com/de/load.php/shp/1/cl/download/fid/6e64d6634b1e8d989.01307484/name/BAL-0019-0001_schluss_mit_dem_eiertanz_inhalt.pdf

    Ich war auch mal mit einer (mutmaßlichen) Borderlinerin zusammen, die ich auch ziemlich geliebt habe. Das war ein extrem ausbeuterisches Verhältnis, allerdings habe ich solche krassen Dinge, wie du sie berichtest, nicht erlebt. Es gab in vor allem keine Kinder. Nach anderthalb Jahren habe ich Schluss gemacht, weil sie versuchte, ein Dreicksverhältnis mit einem anderen Liebhaber zu etablieren.

    Mir hat wohl geholfen, dass ich einen sehr starken Freiheitsdrang habe, eher „skeptisch“ als „gefühlsduselig“ drauf bin und mir schlicht die Bereitschaft fehlte, „alles“ zu tun, um die Beziehung zu retten. Abgesehen davon habe ich nie daran geglaubt, dass Menschen sich in ihrer Grundpersönlichkeit ändern können. Die Hoffnung, dass sich die Beziehung „normalisieren“ könnte, ist mir nach etwa einem Jahr verflogen – mir ist klargeworden, dass eine stressfreie Beziehung mit dieser Frau schlicht nicht möglich ist. Allerdings hatte ich auch Angst vor der Trennung, weshalb ich es noch ein halbes Jahr weiterlaufen ließ. Die Trennung war trotzdem sehr schwer für mich, das war eine Art Vernunfthandlung, die ich gegen meine eigenen Gefühle durchgezogen hab, und es hat lange gedauert, über den nachfolgenden Zustand der inneren Leere hinwegzukommen.

    „Erst als ich blutüberströmt in der Wache auftauchte“

    Wie hat sie das eigentlich hingekriegt? Waffeneinsatz?

    • Wolf Jacobs pelz

      Danke für die Links. Bin gerade etwas in Eile. Schaue ich mir alles in Ruhe an!

      Ja, wenn man es so sieht, war es „Waffeneinsatz“. Sie hat mir eine Flasche Cola ins Gesicht geworfen. Die hat mich dann knapp neben dem Auge erwischt und es gab eine nette Platzwunde, die dann ärztlich versorgt werden musste. Eine kleine Narbe ist zurückgeblieben. Vorher waren es ja lediglich „nur“ Blutergüsse u. ä.

      Bei mir war ja das Problem, dass ich wegen der Kinder nicht weg gekommen bin. Wären beide von mir gewesen, hätte ich mir ja beide einfach packen können. Das ging aber auch nicht.

      Aber toll, dass Du es ganz gut geschafft hast. Das mit der Dreierbeziehung deutet wirklich auf Borderline hin. Meine war sexuell ja auch etwas „verschoben“.

      • „Sie hat mir eine Flasche Cola ins Gesicht geworfen.“

        Krass. Wenigstens eine leere Flasche? Interessant, dass die Anzeige eingestellt wurde. Es kann doch nicht Bedingung sein, dass man in getrennten Haushalten lebt, oder doch? (Aus deinem offenen Brief: „Es hilft nur nichts, wenn entsprechende Anzeigen direkt durch die Staatsanwaltschaft eingestellt werden, weil man im gleichen Haushalt verbleibt.“) Wie wäre das mit vertauschten Rollen? Wenn du ihr die Flasche an den Kopf geworfen hättest? Wäre das dann mit der gleichen Begründung eingestellt worden?

        „Das mit der Dreierbeziehung deutet wirklich auf Borderline hin.“

        Da gab es schon ein paar mehr Hinweise, aber ich wollte die Story nicht zu sehr ausbreiten.

        Das verlinkte Buch gehört für mich zu den besseren, die ich über Borderline gelesen habe, vor allem nimmt es sehr konsequent die Perspektive der Angehörigen ein. Das Buch wurde immer wieder in Foren empfohlen, die Amazon-Rezensionen habe ich zwar nicht gelesen, aber die scheinen auch überwiegend postitiv zu sein. Vielleicht gibt es inzwischen Besseres, hab mich seit zehn Jahren nicht mehr mit dem Thema beschäftigt.

        Natürlich hilft so ein Buch nicht gegen gesellschaftliche männerfeindlichen Ressentiments.

        Ich habe selbst alles mögliche über Borderline gelesen, um meine Erlebnisse zu verarbeiten und besser einordnen zu können. Ich bin kurz vor der besagten Trennung auf eine Beschreibung dieser Persönlichkeitsstörung gestoßen, vorher konnte ich mir ihr Verhalten nicht erklären (obwohl ich durchaus in Psycho-Büchern herumgesucht hatte). Bei dir war es ja andersherum – du wurdest von Anfang an darauf hingewiesen.

      • Dagmar Rehak

        Eines muss ich noch anbringen:
        Ich finde das extrem leiwand von dir, dass du wegen dem Kind, das nicht von dir war, so viel auf dich genommen hast. Ich bin mir sicher, wenn sie die Geschichte einmal in voller Länge erfährt, wird sie dir sehr dankbar sein.

        • Wolf Jacobs pelz

          Du meinst die Halbschwester von meinem Sohn?
          Ja, es war ursprünglich geplant, dass das Kind das einzige Kind bleiben wird, dass mit uns zusammen lebt. Dann kam noch mein Sohn.

          Sie war von Anfang an gegen mich eingestellt. Ihr Papa war ursprünglich das Heiligste auf dieser Welt und ich habe ihrem „Papa die Mama weggenommen“. Daher war sie mir gegenüber zunächst sehr übel gegenüber aufgestellt.

          Später hat sie dann gesehen, dass ihr Vater dann doch so einige Defizite hat.

  • Hast du eigentlich eine Antwort auf den offenen Brief bekommen? (Falls du ihn überhaupt ans Ministerium gesendet hast.)

  • Wolf Jacobs pelz

    [..] Wenigstens leere Flasche? Wäre es auch bei vertauschten Rollen eingstellt worden? [..]

    Es gab Zeiten, in denen es auch bei Frauen so war. Die letzten 10 – 15 Jahre hat sich da aber wohl etwas dran geändert– für die Frauen. Es ist ja so: Der Staatsanwalt sitzt in seinem warmen Büro und will zu seiner netten Frau nach Hause und liest in seiner Akte, dass ein Mann von seiner Frau verletzt wurde. Er sieht mich und die Verursacherin ja nicht. Noch weiß er, dass sie psychisch krank ist. Dann entscheidet man halt nach seinen Vorurteilen – wie man aufgewachsen ist. Ich bin ja auch aufgewachsen, dass nur Männer Frauen schlagen und dass man Frauen nicht schlägt. Was man macht, wenn einen die Frau schlägt, war nicht in meiner Erziehung vorgesehen.

    [..] Da gab es schon ein paar mehr Hinweise, aber ich wollte die Story nicht zu sehr ausbreiten.
    [..]

    Musst Du ja auch nicht. Einige Dinge sollten privat bleiben, zumal man als Mann oft verlacht wird – je nachdem, was man für eine Geschichte erzählt. Ich würde die Geschichte auch nicht so erzählen, wenn sie noch leben würde.

    Es muss halt jemand erzählen und den Job mache ich dann halt. 😉

    [..]Hast du eigentlich eine Antwort auf den offenen Brief bekommen? (Falls du ihn überhaupt ans Ministerium gesendet hast.) [..]

    Ja, ich habe den Brief an zwei Ministerien geschickt. Einmal das Bundesministerium und dann an das Ministerium von NRW. Beide haben meinen Brief ignoriert.
    Außerdem habe ich den Brief in meiner unendlichen Naivität an massig Gleichstellungsbeauftragte geschickt. Ich habe nur von einer eine Antwort bekommen. Sie lautete: „Wenn ein Mann unter Gewalt in einer Beziehung durch eine Frau leiden muss, muss man das als „Pech bei der Partnerwahl“ abtun.

    So sieht es in Deutschland aus. Daher schreibe ich ja so viel in meinem Blog darüber, weil solche Dinge einfach nicht gehen. Wir haben anscheinend eine Klassengesellschaft die in der Mitte durchgeht – und zwar vertikal.

  • Es gibt meines Erachtens Beschwerdemöglichkeiten gegen solche Entscheidungen der Staatsanwaltschaft. Letztlich handelt es sich auch um Strafvereitelung im Amt, wenn eine schwere Körperverletzung nicht verfolgt wird. („Schwer“ dürfte sie schon wegen des Flascheneinsatzes sein, das Werfen mit mit einer gefüllten Flasche halte ich sogar für lebensgefährlich).

    Nunja, inzwischen hat sich die Sache erledigt.

    Dass die Ministerien/Gleichstellungsbeauftragten dir nicht antworten, ist mal echt lame. Man kann natürlich nicht damit rechnen, etwas zu bewirken, aber bisher dachte ich zumindest, dass die höflich antworten. Und dann noch so ein dreister Spruch (“Pech bei der Partnerwahl”). Meine Güte.

    Ich hoffe, dass es viele lesen.

    • Wolf Jacobs pelz

      Damals war ich zu sehr neben der Spur. Der Kampf um die Kinder stand ja bevor und ich war therapiebedürftig, was ich da noch nicht wusste…

      Ja, die Sache hat sich jetzt erledigt.

      Mittlerweile weiß ich ja, dass ich mir diese ganzen Schreiben an die Gleichstellungsbeauftragten hätte schenken können. Ich habe damals „Gleichstellung“ im Kopf noch durch „Gleichberechtigung“ ersetzt – was ja durchaus gewollt ist. Mittlerweile weiß ich ja, dass diese Beauftragten lediglich im Namen der Frau unterwegs sind.

      Ich schreibe das alles hier ja auch, damit der Blick von einigen auf die Sache vielleicht ein anderer wird. Außerdem mache ich mir wirkliche Sorgen um die Zukunft meines Sohnes. Die Diskriminierung wird ja immer schlimmer.

  • yasi

    Hi,
    ich bin auch Borderlinerin und finde das, was du da schilderst sehr heftig. Ich will dich nicht angreifen, aber dein erster satz nervt mich ziemlich… dass die wahren opfer die angehörigen seien. Das stimmt nicht! die angehörigen können gehen wann sie wollen, aber ich zum Beispiel muss mit dem scheiss dann weiterleben. Ich glaube als normalo kann man es nicht nachvollziehen, wie das leben mit borderline ist. Es ist praktisch die hölle auf erden. und glaub mir nicht alle sind gleich! ich zum Beispiel klammer nur unglaublich viel und ja, ich streite mich sehr häufig… jedoch bin ich ein wirklich ehrlicher mensch (ich weiß sowas sagt man nicht, aber ich glaube das ist das einzigst positive an mir).
    So genug kritisiert 😛
    zu deiner Freundin (ex)..: ich glaube, sie hat das aber auch ausgenutzt, dass sie krank war… die Krankheit auch als ausrede genutzt. außerdem ist sie wirklich ein extrembeispiel und man sollte nicht alle über einen kamm scheren. Wenn alle sowas ins netz stellen, dann finden „halbwegs normale borderliner“ wie ich hinterher noch keinen Partner :O :P.
    Zu dem punkt, dass es nicht heilbar ist kann ich auch noch was sagen: ich denke man kann es jedoch verdammt gut behandeln… ich kann mittlerweile halbwegs normal damit leben und ich denke das schafft jeder. 🙂
    Du musst dir klar darüber sein, dass deine ex auch einen gesunden Teil ihrer Psyche hatte, und wenn der einfach nur asozial und schlecht war, dann ist borderline das kleinste Problem:D
    ich finde es unfair und es macht mich traurig sowas zu lesen, dass man über einen kamm geschert wird… ich kann nix für diese Krankheit! den meisten und auch mir wurde schlimmes angetan, die Kindheit genommen und als sei das nicht alles, muss man jeden tag mit sich selbst kämpfen. und dann kommen leute die einen verurteilen wollen…
    naja das glück wurde nicht gerecht verteilt, das einzige was man machen kann ist, als borderliner ernsthaft an sich zu arbeiten (die therapieformen sind vielversprechend) und an die angehörigen etwas Verständnis zu haben, da die Person bis zu einem gewissen grad selbst nix dafür kann. aber wichtig ist auch: grenzen setzen! dann kann der borderliner sich nicht mehr viel erlauben 😛

    • Wolf Jacobs pelz

      Ach, weißt Du…

      Ich konnte nicht gehen, die Kinder von ihr konnten ebenfalls nicht gehen. Der Staat hat sie dann noch so geschützt und ihr die Kinder zugesprochen, obwohl sie mit NICHTS im Leben klar kam. Sie hat mir psychische Störungen hinterlassen und den Kindern auch. Sie ist ja dann verstorben.

      Die Kinder und ich sind schon kaputt und Du erzählst, man könne einfach abhauen und alles sei gut. Das ist Scheiß. Es ist bekannt, dass ehemalige Partner von Borderlinern oftmals eine Therapie benötigen. Richtige Therapien gibt es aber zumeist nur für den Borderliner. Der Ex-Partner wird oftmals noch ausgelacht.

      Mein eigener Vater hat zu mir gesagt, als ich von erlebter Gewalt berichtet habe, dass ich am besten „noch viel mehr auf die Fresse bekommen hätte“. Ja, stimmt: Ich hätte einfach gehen können. Ich hätte die Kinder einfach im Stich lassen können. Was aber wäre ich dann für ein Mensch gewesen?

    • Dagmar Rehak

      Ich habe die Krankheit meiner Mutter als verzweifelte Versuche, Aufmerksamkeit und Zuwendung zu bekommen, erlebt. Da war sie fast taub und blind, wenn sie von Personen, in die sie regelrecht „verliebt“ war, bemerkt wurde. Wir Kinder waren da abgeschrieben; sie hat uns dann nicht mehr bemerkt. Zum Glück waren wir Zwillinge, anders hätten wir das wahrscheinlich nicht überlebt.
      Ich habe natürlich auch eine Ahnung, woher das bei ihr kommt, weil ich ja auch die Mutter meiner Mutter kannte, also meine Großmutter. Die war auch schon so. Die hat zB ihren Bruder ins Gefängnis gebracht, weil sie ihn für den Täter in einem Mord, den sie nur aus der Zeitung kannte, gehalten hat. Sie war dann auch hochoffiziell im Irrenhaus. Ansonsten hat sie mit Geistern geredet und ihren Mitmenschen eine unheimliche Verachtung entgegengebracht, Kinder, die noch nicht zurückgeredet haben, aber unnatürlich vergöttert. Meine Mutter hat sie vernachlässigt, allein gelassen und unwahrscheinlich verletzend beleidigt. Dass sich meine Mutter da nicht gesund entwickeln konnte, ist klar.
      Aber auch, wenn ich weiß, woher es kommt, ändert das nichts an der Gefährlichkeit meiner Mutter. Sie selbst ist es, und wenn die andere Leute manipuliert, die dann gegen uns vorgehen, ist da auch eine Gefahr. Und sie scheint sich der meisten Dinge, die sie tut, durchaus bewusst zu sein; deshalb trägt sie sehr wohl auch eine gewisse Verantwortung.

      Langer Rede kurzer Sinn:
      Natürlich haben BorderlinerInnen Schlimmes erlebt, sonst wären sie nicht so und könnten nicht so eine Besessenheit entwickeln. Aber muss man sich deshalb alles gefallen lassen? Muss man deswegen Kinder ausliefern? Auch wenn einem solche Leute auch Leid tun müssen, aber man muss sie auch bremsen dürfen. Wenn jemand, immer wenn er traurig ist, mit einem Maschinengewehr herumschießen muss, wird man den ja auch verhaften – allerdings nur, wenn er ein Mann ist.

  • Dagmar Rehak

    ANsonsten Zustimmung, weil ich das Problem selbst kenne, aber in einem Punkt muss ich widersprechen: Es geht nicht immer um die Frau, sondern es geht um einen bestimmen Typ von Frau, nämlich den demonstrativ leidenden. Eine Frau, die nicht die Opferrolle spielt, wird wie ein Vater angesehen, also der Feind.

  • Ich habe eben deinen Artikel oben und den Artikel in der Zeit gelesen. Und ich habe ehrlich gesagt Gänsehaut bekommen bei der Schilderung deiner Situation. Da ich selbst Ex-Partnerin eines Borderliners bin, muss ich dir definitiv recht geben. Die Angehörigen sind eigentlich die Opfer. Und es wird leider viel zu wenig über das immense Leid der Angehörigen und Partner von Borderlinern berichtet. Damit möchte sich offenbar niemand auseinandersetzen. Es gibt immer nur „trockene“ Fakten über das Krankheitsbild Borderline. Auch gibt es leider noch zu wenige Partner bzw. Ex-Partner von Borderlinern die ihr Leid offen erzählen. Vielleicht kennst du ja meinen Blog ebenfalls – in dem ich über die Beziehung zu meinem Borderliner erzähle und welches extreme Leid er mir in den fast fünf Jahren die wir zusammen waren, zugefügt hat. Das ist jetzt bald ein Jahr her und ich habe immer noch daran zu knabbern. Wenn auch andere wunderbare Dinge in meinem Leben – glücklicherweise – meinen Kummer bei weitem überlagern.

    @ yasi

    Du machst es dir verdammt einfach! Als Partner(in) eines Borderliners kann man eben NICHT einfach gehen! Denn man ist emotional viel zu sehr an seinen Partner gebunden. Und durch die ständigen Eskapaden, Manipulationen und emotionalen Erpressungen seitens eines Borderliners wird einem fast der „freie Wille“ geraubt! Von der seelischen und körperlichen Kraft ganz zu schweigen.

    Du als Borderlinerin müsstest es eigentlich am besten wissen: Es gibt reflektierte und unreflektierte Borderliner. Und mein Borderliner zählt leider auch zu den unreflektierten! Trotz vieler Therapien und ständiger Arztbesuche wurde er als NICHT therapierbar eingestuft.

    Aus meinen bisherigen Erfahrungen muss ich leider auch sagen dass Borderline eben NICHT heilbar ist! Das habe ich auch von vielen anderen mitbekommen.

    Hast du auch nur die leiseste Ahnung WIE SEHR wir „Opfer“ unter eurer Krankheit zu leiden haben? Welche immensen seelischen Schäden wir davontragen? Ich glaube das kannst du dir überhaupt nicht vorstellen!

    Natürlich ist mir auch klar wie schlimm für euch Borderliner selbst diese Krankheit ist. Ich habe es ja bei meinem Borderliner tagtäglich mitbekommen und erlebt.

    Der Leidensdruck ALLER ist extrem hoch. Bei den Betroffenen selbst eben nur ANDERS als bei den Partnern und Ex-Partnern bzw. Familienangehörigen.

    Zum Schluss noch eins: Kein Borderliner braucht auf die Mitleids-Tour zu machen – denn andere Menschen haben auch eine schlimme Vergangenheit oder eine schlimme Kindheit erlebt und haben aber KEIN Borderline entwickelt. Man darf sich nicht hinter dieser Krankheit verstecken oder sie gar als Ausrede für sein negatives Verhalten benutzen!

    • Wolf Jacobs pelz

      Zunächst: Danke für Deinen Kommentar. Werde morgen ordentlich auf ihn eingehen.

    • Wolf Jacobs pelz

      Ich denke auch, dass Borderline nicht heilbar ist. Man kann es abdämpfen – am besten wohl mit Medikamenten, mehr aber auch nicht.

      Ich habe nach einigen Jahren noch Schäden, die wahrscheinlich dauerhaft sein werden. Ich habe z. B. Probleme damit, von mir aus andere anzurufen. Wenn ich angerufen werde, ist das in Ordnung. Ich selbst komme aber eher selten auf die Idee andere anzurufen. Es bessert sich aber momentan.

      Ich habe auch Angst, wenn mich Leute mehrfach anlügen, dass ich es wieder mit jemandem zu tun habe, der psychische Störungen hat. Ich achte auf viele Zeichen bei anderen Menschen, damit mir so etwas auch bloß nie wieder passiert. Ich bin ewig auf der Hut und misstrauisch.

      Das habe ich alles meinen Borderlineerfahrungen zu verdanken.

      • Dagmar Rehak

        Ich finde ein gewisses Misstrauen aber nicht schlecht. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Wenn alle das gleiche Misstrauen hätten, wäre die Welt ein bisschen besser, manche Betrügereien gar nicht möglich.
        Und du schützt damit auch andere, wenn du bei Lügen misstraurisch bist. Ungerechtfertigte Anschuldigungen werden dadurch vielleicht verhindert.

  • Hartmut

    Hi, schlimme Geschichte!
    Borderline ist so ein Begriff, ich glaube, Narzisstische / Antisoziale Persönlichkeitsstörung könnte da auch passen. Unter diesen Begriffen findet man gute Infos im Netz.
    LG

    • Wolf Jacobs pelz

      Borderline ist halt so der Begriff aus dem allgemeinen Sprachgebrauch. Eigentlich wollte ich das Thema ja auch begraben, habe aber einen Artikel bei A Voice for Men gelesen. Daher musste ich dann nochmal.

      Ich hoffe, ich kann das Thema bald begraben. Meine letzten Schäden verschwinden auch so langsam. Ich kann bald wieder von selbst telefonieren. 😉

  • Lampa83

    Ich komme gerade aus einer Borderline-Beziehung und bin auf der Suche, wie und wo ich meine kreativen Texte, die ich zur Verarbeitung schreibe, öffentlich teilen kann – aber es findet sich einfach nichts. Wir Angehörige haben so wenig Raum, selbst in Borderline-Netzwerken findet man kaum Unterstützung. Wahnsinn. Es macht mich genauso wütend wie dich! Danke für diesen Artikel – so weiß ich, dass ich mit meinen Gedanken nicht alleine bin! Auch wenn mein Partner ein Mann war. Kuschelkurs ist genau das Wort, nach dem ich gesucht habe: Es wird alles beschönigt, genau wie bei anderen sozialen Gruppen, die unangenehm auffallen. Ich wünsche dir alles Gute und hoffe, dass es dir und einem Sohn gut geht!

    • Wolf Jacobs pelz

      Wenn Dir mein Blog nicht zu radikal ist, würde ich Texte von Dir veröffentlichen –
      nachdem ich sie gelesen habe. 😉

    • Bitte überlege Dir, ob Du Deine Erfahrungen in einen eigenen Blog schreibst. Mit WordPress.com z.B. kann man so einen Blog in 5 Minuten ohne Kosten erstellt haben. Bitte teile uns Deine Blogadresse mit, ich werde Dich sofort abonnieren. LG

  • Schlicht und einfach: Danke für den genialen Artikel.
    Selten so schön beschrieben bekommen, in welch unsägliches Leid man durch chronisch Überpriviliegierte hineingezogen werden kann.
    Für die Zukunft wünsche ich Dir nur das Beste!!
    LG

  • Kim

    Laut deiner Schilderung hast du ein Trauma durch deine Beziehung davongetragen, das würde unter dem Begriff Posttraumatisches Belastungssyndrom als Grund für eine Therapie deinerseits ausreichen. Oder hat man dir das nicht angeboten, weil du ein Mann bist? Das ist leider immer noch ein großes Problem, dass männliche Opfer häuslicher Gewalt und (emotionalem) Missbrauchs nicht ernst genommen werden und sie daher im Stillen leiden.
    Da ich selber in einer Partnerschaft jahrelang misshandelt wurde, kann ich deinen Zorn gut verstehen! Ich finde auch, dass sich alle Personen in deinem Leben unmöglich verhalten haben! Gerade, wenn Verwandte nicht hinter einem stehen, ist das besonders schmerzhaft…
    Trotzdem sollte man nicht Opfer-Olympiade veranstalten und daher finde ich die Aussage, dass Angehörige von psychisch Kranken Menschen es schwerer haben, als die Betroffenen selbst, ziemlich pietätslos, wenn man es als Pauschalaussage macht. Ich bin nämlich auch psychisch krank und habe, neben den Symptomen natürlich, fast täglich mit dem Stigma zu kämpfen.
    Also: mehr Hilfen für Angehörige, aber keine Dämonisierung von psychisch Kranken!!

    • Wolf Jacobs pelz

      Nun ja, der Zorn ist vorüber. Mittlerweile kann ich auch guten Gewissens sagen, dass es ja seine Gründe hatte, warum ich sie auch einmal geliebt habe. Außerdem ist sie die Mutter meines Sohnes, auch wenn sie nun schon seit ein paar Jahren tot ist.

      Ich war in einer Therapie. Die Therapie an sich hat mir im Nachhinein betrachtet nicht viel geholfen. Was mir geholfen hat, war die Tatsache, dass mir überhaupt einmal jemand zugehört hat und dass dieser jemand um das Verhängnisvolle von Borderline wusste.

      Die Therapie ist mir an keiner Stelle angeboten worden, noch bin ich auf eine Therapiemöglichkeit hingewiesen worden. Ich war nachher völlig am Ende. Ich war kurz davor Hardcore-Alkoholiker zu werden, konnte meine Post nicht mehr öffnen, habe mich an jeder Stelle gehen lassen. Daher habe ich dann zunächst aufgehört zu saufen und dann eine Therapie von mir aus angestrebt, weil ich einfach nicht mehr lebensfähig war.

      Ich finde tatsächlich, dass der Blick zu sehr auf den Borderline-Erkrankten und nicht die Angehörigen geht.

      • Kim

        Danke für deine freundliche Antwort. Ich bin sehr froh, dass es dir nun besser geht, aber auch wirklich verärgert, dass man dir so wenig geholfen hat. Das bestätigt nur mein Gefühl, dass es im Psychotherapeutischen Bereich in Deutschland nicht besonders gut zugeht.
        Ich finde auch, dass für Angehörige zu wenig getan wird – meist gibt es ja solche Angehörigen-Selbsthilfegruppen (war auch in einer), aber die sind auch nicht besonders gut.
        Trotz allem bleibe ich bei meiner Meinung, dass es falsch ist, diesen Kampf auf den Rücken der psychisch Kranken auszutragen. Denen wird nämlich auch nicht richtig geholfen (hast du ja durch die „Spieltherapie“ selber gemerkt). Wir werden schon genug stigmatisiert, da sind solche Aussagen wie die in deinem Eingangspost extrem kontraproduktiv.

        • Wolf Jacobs pelz

          Ich kann mir vorstellen, dass es in solchen Selbsthilfegruppen sehr emotional zugeht, was man ja auch verstehen kann. Ich habe das Glück, dass mein Sohn mich daran erinnert, dass es auch einmal so etwas wie Liebe gab.

          Ich glaube nämlich im Gegensatz zu manch anderem, dass Borderliner nicht nur durch ihre Krankheit beeinflusst und zerfressen sind. Sie leiden oft extrem unter ihren Zuständen.

          Welchen Eingangspost meinst Du?

          • Kim

            Ich meinte deinen Original-Blogeintrag, indem du schreibst, dass es Angehörige schwerer haben als Betroffene.
            Das Problem in Selbsthilfegruppen ist gar nicht, dass es so emotional zugeht, dafür sind sie ja da, sondern, dass die anwesenden Fachkräfte (Therapeuten, Sozialarbeiter o.ä.) überhaupt keine Hilfe sind, sondern oft ganz im Gegenteil vernünftige Gespräche unmöglich machen.
            Da ich wie gesagt selber auch in einer Beziehung misshandelt wurde, kann ich deinen Schmerz wirklich gut nachvollziehen. Man kann einfach nicht fassen, wie ein Mensch, der doch sagt, dass er einen liebt, einem soetwas antun kann. Und trotzdem liebt man diese Person irgendwie. Da bricht eine Welt für einen zusammen und auch mir fällt es nach all den Jahren immer noch schwer, Menschen zu vertrauen.
            Therapeuten vertrau ich übrigens aber auch nicht wirklich, da habe ich über die Jahre auch viel zu viele Enttäuschungen erlebt. Man wird weder als Opfer, noch als psychisch kranker Mensch ernst genommen – das muss ich bittererweise einfach so sagen.
            Ich wünschte wirklich, ich wüsste, wie ich dir helfen könnte – eigentlich kann ich dir nur sagen: Glaub an dich; dein Schmerz ist echt; lass dir nicht einreden, du seist kein „richtiges“ Opfer; tu dir und deiner kleinen Familie Gutes; ihr habt es verdient.

            • Wolf Jacobs pelz

              Mir geht es soweit ganz gut. Gewisse Schäden werde ich immer behalten. Damit habe ich mich abgefunden. Gewisse Dinge aus meiner Kindheit sind viel gemeiner.

              Wofür ich eine Lösung finden muss: Als HSP ist das Alleinerziehen etwas anstrengender für mich als für andere. Mein Sohn ist dabei aber recht hilfreich.

              Es gibt Studien, die die Hilfe von Therapien im Großen und Ganzen hinterfragen.

  • Sarah

    Geht’s noch? Nur weil du an einen borderline erkrankten geraten bist, der sich nicht reflektieren kann heißt das noch lange nicht, dass die Krankheit nicht heilbar ist. Ich habe die Diagnose und ich lebe ein völlig normales Leben mit einem Partner der garantiert kein Opfer von mir ist. Im Gegenteil: er bewundert mich dafür, dass ich mich so im Griff habe und so bin obwohl ich diesen ständigen Kampf gegen die Symptome bekämpfe.
    Ich finde es so verdammt traurig und unfair, wie Betroffene immer dar gestellt werden. Es mag auf viele zutreffen, aber nun mal nicht auf alle. Und es ist so ungerecht dass man dreifach bestraft wird. 1. Mit dem was man erleben musste und wodurch man krank gemacht wurde. 2. Mit dieser Erkrankung selbst leben zu müssen und weil das ja noch nicht reicht 3. mit den Stigmata die diese Diagnose mit bringt. Solche Kommentare wie deine!
    Man darf also nicht glücklich und gesund werden damit? Keine Partnerschaft führen dürfen? Liebe borderline dann könnt ihr euch auch gleich das Leben nehmen.
    Zum Glück gibt es noch ausschließlich solche Idioten, die durch schlechte Erfahrungen mit einem Betroffenen alle anderen mit verurteilen.

    • Wolf Jacobs Wolf Jacobs

      „Idioten“, „selbst erkrankt“ – das reicht.

      Danke.

      Ich finde es auch so verdammt unfair, dass zwei Kinder Traumata durch eine Borderlinerin davon getragen haben. Ich finde es auch so unfair, dass ich meinen Job verloren habe, meine sächlichen Kindheitserinnerungen, eine Narbe davon getragen habe (und mehrere auf der Seele). Ja, das finde ich unfair.

      Vor allem finde ich es unfair als Idiot beschimpft zu werden.

    • Dagmar Rehak

      Ein Borderliner, der sich dessen bewusst ist, ist keiner.

      • Wolf Jacobs Wolf Jacobs

        Ich habe die Erfahrung gemacht, dass damit zwar hausieren gegangen worden ist, um Mitleid zu bekommen, aber nichts aktiv gegen die Erkrankung unternommen worden ist. „Das Leben ging ja weiter.“ Ja, für sich selbst, das Leben anderer wurde völlig ruiniert.

        Es kann Borderliner geben, die von dieser Diagnose gehört haben und sich bewusst sind, dass es diese gibt. Das hilft nur nichts, wenn sie sich weiterhin auf Partner und Familie unkontrolliert loslassen.

        • MyLa

          Was mich mal interessieren würde: Was soll man eurer Meinung nach denn als Borderliner machen? Die Krankheit verschwindet ja nicht einfach, auch wenn man reflektiert, in Therapie geht und an sich arbeitet ist es ein harter und langer Weg und vermutlich werden gewisse Aspekte immer bleiben, einige hier vertreten ja auch die Meinung Borderline sei gänzlich unheilbar. Was also tun? Sich als Borderliner von sämtlichen sozialen Kontakten lösen, Verbindung zur Familie abbrechen?
          Was dir passiert ist hat mein vollstes Mitgefühl und Verständnis für deine Wut und ich hoffe wirklich das du und die Kinder das ganze irgendwann verarbeiten könnt. Nur deiner Aussage die wahren Opfer sind die Angehörigen kann ich nicht zustimmen – sobald Borderline im Spiel ist gibt es nur Opfer…

          • Wolf Jacobs Wolf Jacobs

            Wer aber fügt seinen Mitmenschen Schaden zu? Ist es der Borderliner oder der Angehörige?

            Wer erfährt Unterstützung? Ist es der Borderliner oder ist es der Angehörige?

            Ich habe die Erfahrung gemacht, dass dem Angehörigen noch mit Vorwürfen begegnet wird, warum er sich denn nicht getrennt habe usw. Der Borderliner ist aus dem Spiel heraus: Er ist ja psychisch krank.

            „Meine Borderlinerin“ hat mind. 4 Menschen das Leben runiert. Das bezieht sich nur auf die Zeit, von der ich weiß. Diese Zeit wurde durch ihren Tod schlagartig beendet.

            Ein Boderliner hat sein ganzes Leben Zeit das Leben anderer zu zerstören. Es ist eine ganz einfache Rechnung, wer die wahren Opfer sind. Da muss man noch nichtmals bedenken, dass die Unterstützung für sie so gut wie nicht gegeben ist.

            • MyLa

              Danke für deine Rückmeldung. Das beantwortet aber immer noch nicht meine Frage was Borderliner denn dann ganz konkret machen sollen?

              • Dagmar Rehak

                Ich sehe mich selbst als „trockene“ Borderlinerin, kann durchdrehen, bin schon durchgedreht, habe Destruktivität gezeigt, aber ich lerne immer mehr, es zu erkennen, und dann in den Analysemodus zu schalten und es von außen zu beobachten.
                Aber natürlich muss der feste eigene Wille da sein, es zu verhindern, und dass man erkennt, dass man in dem Moment verrückt ist.
                Nähere Details sind aber zu privat.

  • james

    ich habe über 2 jahre mit einer bl gelebt, war mit ihr verlobt… ich habe ähnliche dinge erlebt! das hätte ich mir nicht erträumen können… ich stand immer im leben, war beruflich erfolgreich, durchtrainiert und eine starke persönlichkeit…
    nach 2 jahren war es dann vorbei und ich ging durch die hölle weil ich einem kranken menschen geholfen hatte, immer für ihn da war etc. …
    ich kann dich zu 100 Prozent verstehen…
    sie war sehr hübsch, blond mitte 20 und zierlich… ich 1,80 cm und ca. 90 kilo trainierte körpermasse…
    sie hat zugeschlagen, geworfen etc. etc. … ich danke dem lieben gott, dass ich mich immer wieder kontrollieren konnte …
    rate mal wer der schuldige und unkontrollierte mensch war… das zierliche blonde mädchen? : D
    willkommen in der „gleichberechtigung“…

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