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Warum Männerrechtler negativ wahrgenommen werden

Heute habe ich einen Artikel auf einer Webseite gelesen, die ich eigentlich meiden wollte. Ich war auf „der Freitag“. Dort habe ich mich ansatzweise durch den Artikel

Der Kampf gegen lila Pudel

gequält. Bei solchen Artikeln breche ich das Lesen oftmals sehr schnell ab, weil ich irreale Wahrnehmungen und Äußerungen schwerlich ertrage. In den Kommentaren las ich dann, dass der Autor 70 Jahre alt ist. Nachdem ich dies überprüft habe, wurde mir einiges klar:

Viele, die für den Feminismus und gegen Menschen argumentieren, die sich für Männerrechte einsetzen, haben sich vor ca. 20 bis 30 Jahren eine Meinung über den Feminismus gebildet, die eben genau in dieser Zeit stehen geblieben ist. Es gab Zeiten, in denen Feminismus eine sinnvolle Erscheinung war. Diese Zeiten sind allerdings – in Deutschland zumindest – lange vorbei.

In die gleiche Sparte fällt die Kritik, die ich an privater Stelle erhalten habe. „Ich habe zum Feminismus eine andere Meinung als Du!“, war dann inhaltlich die Gesamtheit der Kritik. Meine Argumente innerhalb des Blogs werden komplett ausgeblendet. Die einzige  Wahrnehmung bezieht sich darauf, dass ich gegen den Neofeminismus argumeniere. Es wird noch nichtmals wahrgenommen, dass ich zwischen Feminismus und Neofeminismus differenziere. „In Neofeminismus steckt Feminismus, Feminismus ist toll, der Autor des Blogs ist frauenfeindlich.“, lautet dann dementsprechend die Folgerungskette.

Diese Menschen mit einem Feminismusbild, das vor ca. 20 – 30 Jahren stehen geblieben ist, verweigern sich auch der Anpassung ihres Bildes an die Gegenwart. „Ich finde Alice Schwarzer toll, weil sie viel für Frauen getan hat!“, ist ein Standardsatz, der einem oft begegnet. Dieser Satz ist falsch und die Gegenwart zeigt es gerade genau im Moment.

Alice Schwarzer hat viel für SICH selbst getan. Alice Schwarzer tut dies auch immer noch mit ca. 70. Oh, nochmals die 70 – muss ein Zufall sein. 😉
Warum veröffentlicht Alice Schwarzer gerade jetzt ihre Petition? Diese Petition wurde durch eine Menge Menschen unterschrieben, die ihre Wahrnehmung allesamt einmal überprüfen sollten. Sie sollten allesamt einmal mit anstatt über Prostituierte sprechen. Ja, ich spreche von Alice Schwarzers Petition zum Verbot der Prostitution und der Einführung der strafrechtlichen Verfolgung von Freiern. Ich schrieb schon an anderer Stelle darüber.

Warum also veröffentlicht Alice Schwarzer genau in diesem Moment, in dem ihr neues Buch erscheint diese Petition, in der sich sich von einer Menge Prominenter unterstützen lässt? Weil Alice Schwarzer etwas für die Frau tun will? Bestimmt nicht. Sie tut dies, weil sie etwas für ihren Geldbeutel tun will. Sie lebt und zehrt immer noch von ihrem Ruf, sie habe etwas für die Frauen getan. Ich will dies ja nicht bestreiten, ich will es nur hinterfragen. Es gibt zu viele Äußerungen von Frau Schwarzer, die gewaltverherrlichend tlw. faschistoid sind.
(Zu ihrer neuen Promotiontour zu ihrem Buch hat n-tv einen hervorragenden Artikel geschrieben.)

Im Gegensatz zu vielen Kritikern der Menschen, die auf Männerrechte hinweisen, bin ich allerdings gewillt, meine Wahrnehmung zu korrigieren. Sie einigermaßen der Realität anzupassen. Ich schreibe „einigermaßen“, weil sich für jeden Einzelnen Realität ein wenig anders in der Wahrnehmung darstellt. Man kann sich ihr aber annähern. Diese Bereitschaft haben diese Kritiker aber nicht. Sie beten immer wieder die selben falschen Argumente herunter, die dann wiederum andere aufsaugen und der Kreislauf der Lüge hat begonnen. Einen solchen Kreislauf von Lügen hatten wir bereits. Immer noch sind diese Kreisläufe Realität und immer fühlen sich die Verbreiter im Recht. Sie fühlen sich gar heilig.

Es existiert bei vielen gar kein Wille von ihrem Blick auf die Geschlechter abzuweichen. Die Frau ist unterdrückt und der böse Mann unterdrückt sie. Als alleinerziehender Vater erlebe ich allerdinds eher, dass mein Sohn schon im Kindergarten und der Grundschule anhand seines Geschlechts diskriminiert wird. Mir kann heutzutage keine deutsche Frau ernsthaft sagen, sie werde diskriminiert.

Als Mann kann ich allerdings ein Lied davon singen, wie es ist, unter körperlicher Gewalt einer psychisch kranken Frau zu leiden. Wie es ist, von der Polizei und einem Richter ausgelacht zu werden. Wie es ist, wenn Anzeigen gegen die gewalttätige Frau durch die Staatsanwaltschaft eingestellt werden. Wie es ist, einen Aufenthaltsbestimmungsprozess zu verlieren, nur weil man ein Mann ist.

Es ist ein großes Problem, dass kein Wille bei Neofeministen da ist, sich die Realität anzusehen – seine eigenen Ansichten zu überprüfen. Es ist zu einfach alte – falsche – Argumente wiederzukäuen. Für Frauen sind diese Ansichten ja toll: Sie bekommen an jeder Stelle im Leben das Frühstück ans Bett gebracht. Der männliche Neofeminist kann sich in seiner Selbstgerechtigkeit baden und sich auf die Schulter klopfen, wie humanistisch er doch in seiner Aufopferung für Frauen sei. Diese Aufopferung ist allerdings weder humanistisch noch selbstlos. Sie ist zerstörerisch, weil sie das gesunde Zusammenleben von Mann und Frau zerstört. Sie ist zerstörerisch, weil sie ganze Generationen von Jungen vieler gerechter Chancen beraubt, weil Frauen ja unbedingt gleichgestellt werden müssen.

Wacht auf. Denkt nach. Ändert etwas. Tut das – Frauen und Männer gemeinsam.

Eins noch:
Gleichstellung ist im Gegensatz zur Gleichberechtigung Gift für die Gesellschaft.

6 Gedanken zu „Warum Männerrechtler negativ wahrgenommen werden

  1. Solange immer auf die gleichen Witzfiguren wie der Böll-Stiftungs Rosenbrock zitiert werden und ansonsten nur die üblichen rechten Anschuldigngen kommen, halte ich eine Diskussion mit diesen lila Pudeln für blödsinnig. Da würde eh nur eine Meinung gelten, sehr ähnlich wie bei den Feministinnen. Das wäre keine Diskussion, sondern sinnlose „Sei meiner Meinung oder ich diffamiere Dich als rechts / kurzschwänzig / bla“-Aktionen. Unglaublich, dass sich sowas bis heute im demokratischen Diskurs halten konnte…

  2. Den Artikel habe ich nur ansatzweise gelesen. Ich habe ihn nicht ausgehalten.

    Mir ist nur aufgefallen, dass die meisten Meinungsäußerungen von Leuten, die gegen Männer wettern, die sich um Männerrechte bemühen – ob Maskulist, reiner Humanist oder was auch immer – komplett veralterte Sichtweisen auf das Thema haben und sich auch in ihrer festgefahrenen Meinung nicht durch Argumente beirren lassen.

    Sie weigern sich, sich in die Thematik ordentlich einzulesen und sich objektiv damit zu beschäftigen. Das kennen wir aber aus der Politik insgesamt.

  3. Meine Meinung: Ich denke, dass Frauen heutzutage auch noch teilweise mit Vorurteilen konfrontiert werden. Ein Teil der Vorurteile ist positiv, der andere ist negativ. Ebenso haben Männer das gleiche Problem, nur eben andere Vorurteile. Spätestens wenn in der Heteronormativen Paarbeziehung darüber gestritten wird, wer früh 5.00 Uhr bei 10 Grad Minus Schneeschippen muss, wird garantiert in der Mehrzahl der Fälle auf die Gleichbehandlung gepfiffen.
    Unabhängig davon dürfte jeder Angehöriger einer Gruppe mit Vorurteilen konfrontiert werden, je nach Gruppe mit sich ausschließenden Vorurteilen. Und jeder ist Angehöriger mehrerer Gruppen.

    Nette Anekdote am Rande: Jens arbeitet für einen Verein, der sich um Jugendliche kümmert. Verein vertritt Gender Mainstreaming. (Meine erste Konfrontation mit dem Begriff). Soziologin ist der Meinung, Computer kaputt, Jens hilf mir mal bitte. Jens ist irritiert, weil er eigentlich nur Anwendungskenntnisse hat und kein besonderes Interesse für Technik. Begründung der Frau: Jens wäre ein Mann und alle Männer hätten Ahnung von Technik. Da am Computer nur die Maus kaputt war, konnte ich sogar helfen, wobei mich immer noch verwundert, warum sie da nicht selber drauf kam.

    Anmerkung zu Alice Schwarzer: Welche Bedeutung sie für die Frauenbewegung hatte, kann ich nicht beurteilen. Viele Forderungen der damaligen Zeit wurden zu dem Zeitpunkt z.b. in der DDR schon umgesetzt (keine Prügelstrafe in der Schule, Erwerbstätigkeit der Frau, keine Strafbarkeit von Homosexualität). Ebenso gab es auch schon vor Schwarzers wirken weibliche Führungskräfte, z.B. Minister auf Bundesebene oder DDR Ebene. Ob sie wirklich die Bewegeung geprägt hat oder ob sie nur die lauteste Stimme einer schon laufenden Entwicklung war, kann und will ich nicht beurteilen. Aber in den letzten 10 – 20 Jahren wirkt Sie auf mich, dass sie einfach nicht abtreten kann und will, weil sie die Aufmerksamkeit braucht. Deswegen wirkt sie auch bei Bild mit und in jeder sich bietenden Diskussionsrunde. Ich denke, bei ihr hat es weniger mit dem Geld zu tun, sie liest einfach nur gerne ihre Worte in der Zeitung oder hört sie im Fernsehen.

  4. Nun ja, es könnte eine Kombination aus beidem sein.

    Es ist nicht wirklich zufällig, dass sie die Petition durch einige Prominente hat abzeichnen lassen, ihr Buch erscheint und sie eine Promotiontour für ihr Buch macht. 😉

    Natürlich sind „Promis“ auch mediengeil, klar. Da wird das Nützliche mit der Triebbefriedigung verbunden.

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