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Beschneidung: „Genderparadies“ Norwegen reguliert.

Heute bei Telepolis:

Norwegen reguliert Vorhautbeschneidung

Was mich nun ein wenig verwundert, ist die Tatsache, dass Norwegen als skandinavisches Land, in dem ja alles so toll und super und gleichberechtigt/gleichgestellt ist, anscheinend doch nicht so weit ist, wie alle immer tun. Wahrscheinlich geht es in der Bewertung von Norwegen nur um die Förderung und rechtliche Stellung von Frauen. Die  Belange von Männern werden offenbar immer noch recht ausgeblendet. Hier geht es um die Beschneidung.

Es ist unfassbar, dass überall in Europa anscheinend die Belange von Mädchen und Frauen  über denen der Jungs/Männer stehen, was die Beschneidung anbelangt. Ich habe die Beschneidung oft thematisiert. Ich bin jetzt zu faul, alle einzeln herauszusuchen. Daher gibt es hier die Übersicht über alle Artikel.

Wie lange wird es wohl noch akzeptabel sein, dass Jungs gesetzlich legitimiert verstümmelt werden? Wenn man davon spricht, dass Frauen rechtlich gleichgestellt werden müssen, benachteiligt sind usw., dann sollte man sich einmal klarmachen, dass es sich bei der Beschneidung, ganz klar um eine Verstümmelung mit enormen negativen Auswirkungen handelt, die man offenbar Jungs gesetzlich fundiert zumuten kann.

Dabei hatte doch Norwegen genug Hinweise, wie sie es hätten besser machen können:

Anlass für den norwegischen Gesetzentwurf war unter anderem eine Forderung des Krankenschwesternverbandes: Dessen Vorsitzende Astrid Grydeland Ersvik wollte medizinisch nicht notwendige Vorhautbeschneidungen vor dem 15. oder 16. Lebensjahr ganz abschaffen, um die körperliche und seelische Unversehrtheit von Zustimmungsunfähigen zu schützen. Außerdem sieht sie Knaben diskriminiert, wenn die Vorhautbeschneidung erlaubt, aber die Schamlippen- und Klitorisbeschneidung verboten ist.

Aber auch in Deutschland wurden Stimmen ignoriert, die fragwürdige Argumente in Frage gestellt haben. Wie immer wird die Religionsfreiheit vorgeschoben und keine feministische Stimme erhebt sich gegen diesen menschenverachtenden Gesetzentwurf, der zum Gegenstand hat, dass Beschneidungen ohne medizinische Indikation weiterhin vorgenommen werden können.

Gegner eines Verbots hatten vor allem mit der religiösen Bedeutung des Brauchs argumentiert. Das spiegelt sich auch in der Presseerklärung des norwegischen Gesundheitsministeriums zum Gesetzentwurf wider, in der es heißt, dass die rituelle Vorhautbeschneidung „für die jüdische und die muslimische Bevölkerung in vielen Teilen der Welt […] eine Tradition mit tiefer religiöser Bedeutung“ und in keinem Land der Welt komplett verboten sei.

Nur weil etwas nirgends verboten ist, ist es doch kein Argument selbst nichts dagegen zu unternehmen. Die Sache ist allerdings die: Wäre es ein Thema, das Feministinnen ansprechen würde, wie lange wäre eine legale Beschneidung dann noch möglich? Nicht sehr lange. Jungs und Männer haben halt ein Problem: Sie gehören dem falschen Geschlecht an und haben daher keine Lobby, sind sie doch in der allgemeinen Wahrnehmung lediglich Schweine.

Skandinavien gilt als Vorzeigeland, was Gleichstellung, Chancengleichheit usw. anbelangt. Die Chance verstümmelt zu werden ist auf der Seite der Jungs nach wie vor ungleich höher. Eine Chance auf die gerne verzichtet werden könnte. Leider funktioniert die Gehirnwäschemaschine so gut, dass selbst Beschnittenen nicht bewusst ist, wie sehr in ihr Leben negativ eingegriffen wurde.

Skandinavien ein leuchtendes Beispiel? Wahrscheinlich nur für Frauen. Ich werde mich einmal näher mit Norwegen und Co. beschäftigen.

 

 

3 Gedanken zu „Beschneidung: „Genderparadies“ Norwegen reguliert.

  1. Das Problem ist in dem Fall die Multikulti-Gesinnung, die alles und jedem an „Kultur“ den Arsch hintetherträgt, ohne die Berücksichtigung der eigenen Kultur einzufordern. Wenn eine Religion ohne einen primitiven, die Grundrechte Dritter verletzenden Brauch nicht existieren kann, gehört nicht der Brauch legalisiert, sondern die entsprechende Religion verboten oder mindestens schärfstens kontrolliert und bei Verstößen hart sanktioniert.

    1. Die Frage ist auch die:
      Warum sind Traditionen bei Frauen menschenverachtend, verstümmelnd usw. und bei Jungs nicht?

      Man muss ja auch nicht die ganze Religion verbieten, es herrscht ja Religionsfreiheit, aber man sollte sie nur im Rahmen des Humanismus handeln lassen.

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