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Nachtrag zum Thema „Adoptionen“ durch Homosexuelle

Zu meinen Artikel Adoption von Kindern – die Sinnhaftigkeit “homosexueller Adoptionen” eine kleine Ergänzung:

Die Zahl der Adoptionen in Deutschland ist im Jahr 2013 auf 3 793 Adoptionen zurückgegangen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, waren das 2,4 % weniger als im Jahr 2012.

Mehr als die Hälfte aller Adoptionen (2 232 beziehungsweise 59 %) erfolgte durch Stiefeltern, also einen neuen Partner oder eine neue Partnerin des leiblichen Elternteils. 113 Kinder (3 %) wurden durch Verwandte angenommen, 1 448 Kinder (38 %) durch nicht verwandte Personen.

Gut ein Drittel (35 %) der im Jahr 2013 adoptierten Kinder war unter drei Jahre alt. Hier zeigten sich Unterschiede beim Verwandtschaftsverhältnis der Kinder zu den Adoptiveltern: Bei Adoptionen von nicht verwandten Kindern lag der Anteil der unter Dreijährigen bei 64 %. Dagegen betrug der Anteil unter dreijähriger Kinder bei einer Adoption durch Verwandte oder Stiefeltern lediglich 16 %.

Für eine Adoption vorgemerkt waren am Jahresende 2013 insgesamt 817 Kinder und Jugendliche. Das waren 15 % weniger als ein Jahr zuvor. Die Zahl der Adoptionsbewerbungen hat sich gegenüber 2012 erneut vermindert. In den Adoptionsvermittlungsstellen lagen 5 362 Adoptionsbewerbungen (– 5 %) vor. Rechnerisch standen damit einem zur Adoption vorgemerkten Minderjährigen sieben mögliche Adoptiveltern gegenüber.

Quelle: Statistisches Bundesamt: Zahl der Adoptionen im Jahr 2013 um 2,4 % gesunken Die komplette Statistik als PDF gibt es hier.

Auf Seite 11 finden wir hier die Zahl für „Vorgemerkte Adoptionsbewerbungen auf je ein/einen zur Adoption vorgemerktes/en Kind/Jugendlichen“ nämlich: in Buschtaben: SIEBEN. Ich gehe davon aus, dass jedes Elternpaar eine Bewerbung stellt. Es bewerben sich also 7 Elternpaare auf ein Kind.

Dennoch sollte man Adoptionen nach der Art unterscheiden: Es gibt Fremdadoptionen, wenn Elternpaare ein völlig fremdes Kind adoptieren und es gibt s. g. „Stiefkindadoption„, bei denen man das Kind des „verpartnerten“ bzw. geheirateten Partners adoptiert. Da viele Homosexuelle sich erst spät bewusst werden Homosexuell zu ein oder sich trauen sich zu outen, passiert es häufiger, dass Homosexuelle eben auch Kinder haben. Hier wäre es natürlich sinnvoll, wenn der neue homosexuelle Partner des Elternteils das Kind adoptieren könnte. Das Kind lebt ohnehin in einer homosexuellen elternartigen Partnerschaft.

Es stellen sich bei den „normalen“ Adoptionen nun ganz grundlegende Fragen:

  • Schadet es den Kindern?
  • Schadet es der Gesellschaft?
  • Welchen Effekt haben erlaubte Adoptionen durch homosexuelle Paare?
  • Wie bindet man Kinder am besten in diesen Prozess ein? Soll man sie fragen, welcher Art soll die Beziehung des adoptierenden Paares sein?
  • Ab welchem Alter bindet man Kinder ein?
  • Sollen Kinder, die noch zu jung für eine solche Entscheidung sind nur von heterosexuellen Paaren adoptiert werden dürfen?
  • Schafft man hierdurch mal wieder eine politisch unkorrekte Diskriminierung?
  • Übertreiben wir es nicht mit den Nicht-Diskriminierungsversuchen?

Ich habe meine feste Meinung zu dem Thema. Diese Meinung dürfte wieder einmal als Teil-Homophob bezeichnet werden. Ich kann sie ja evtl. in den Kommentaren kund tun. 😉

 

 

 

4 Gedanken zu „Nachtrag zum Thema „Adoptionen“ durch Homosexuelle

  1. Zu Deinen Fragen bei „normalen“ Adopstionen: Was sind „normale“ Adoptionen?

    Aber unabhängig davon:

    > Schadet es den Kindern?

    Tendenziell nein. Desto mehr Menschen für ein Kind da sind (mal vorausgesetzt, man gibt nicht einfach jedem Asozialen ein Adoptivkind), desto besser ist das (mehr Betreuung, mehr intermenschliches Korrektiv etc…).

    > Schadet es der Gesellschaft?
    Wie sollte das gehen?

    > Welchen Effekt haben erlaubte Adoptionen durch homosexuelle Paare?

    Wahrscheinlich einen unglaublich vernachlässigbaren, wenn man so die Anzahl homosexueller Verheirateter betrachtet. Das macht ja auch schon keiner.

    > Wie bindet man Kinder am besten in diesen Prozess ein? Soll man sie fragen, welcher Art soll die Beziehung des adoptierenden Paares sein?

    Werden Kinder in Adoptivfamilien geschoben, in die sie nicht wollen? Mal so ganz ehrlich, bei 7:1 Bewerbern kann ich mir das nicht vorstellen. Die Frage ist also überflüssig

    > Ab welchem Alter bindet man Kinder ein?

    Und die damit auch.

    > Sollen Kinder, die noch zu jung für eine solche Entscheidung sind nur von heterosexuellen Paaren adoptiert werden dürfen?

    Wenn sich noch einer zu uns gesellt und eine Meinung dazu hat, wären wir mehr Menschen, als das pro Jahr Kinder betreffen könnte. Trotzdem: Nein. Grund: unten.

    > Schafft man hierdurch mal wieder eine politisch unkorrekte Diskriminierung?

    Nein. Auch nicht dadurch, dass kaum wer welche bekommen wird – ich finde es gut, wenn Lesben auf Psychopharmaka und pädophile Schwule keine Adoptivkinder bekommen. Sollte tatsächlich ein nicht-pädophiler Schwuler oder eine Lesbe, die nicht auf Psychopharmaka ist, Interesse an einem Kleinkind haben, würde mich das zwar wundern, ich würde aber sofort meine Meinung ändern.

    > Übertreiben wir es nicht mit den Nicht-Diskriminierungsversuchen?
    Ich nicht. Du auch nicht. Und ich finde es übrigens völlig in Ordnung, Lesben auf Psychopharmaka und pädophile Schwule zu diskriminieren.

    Disclaimer: Ich möchte hier keinesfalls unterstellen, dass alle homosexuellen Männer pädophil sind, sondern ich lediglich nicht nachvollziehen, warum die übrigen Kleinkinder wollen sollten. Ich unterstelle aber sehr wohl, dass alle Lesben auf Psychopharmaka sind (oder sein sollten).

    1. Bei der Frage mit der politisch unkorrekten Diskriminierung meinte ich die der Kinder.

      Ich werde morgen ausführlich antworten. Bin etwas angestrengt heute. Ich finde ja auch, dass wir mal richtig diskutieren könnten, sollten, müssten. 😉

  2. Ein Logikfehler ist mir aufgefallen: Wenn eines der Elternteile in einer Ehe / Famile auf einmal meint homosexuell zu sein, bleibt ja immer noch der andere Elternteil übrig. Auch der könnte, ob mit oder ohne neuen Partner, das Kind aufnehmen und versorgen. Dann müßte eben der homosexuell gewordene Partner arbeiten gehen und Unterhalt zahlen. Gerade für Jungen ist eine männliche Bezugsperson wichtig, so dass ein lesbisches Paar da meiner Ansicht nach negativer zu beurteilen wäre als ein dann potentiell alleinerziehender Vater. Denn bei dem lesbischen Paar hätte ein Junge einerseits ein – nennen wir es mal „exotisches“ – Frauenbild vor Augen *und* die fehlende männliche Bezugsperson, wäre also doppelt im Nachteil.

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