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Nachtrag zur Rezension Markus Heitz – Die Zwerge 5

Als Nachtrag zu meiner gestrigen Rezension.

Da viele Leute es nicht verstehen, was z. B. an „Nach und nach gesellten sich weitere Zwerginnen und Zwerge zu ihnen.“ falsch ist:

Will man von der Gruppe der Zwerge reden, sollte man auch von „Zwergen“ und nicht von „Zwerginnen und Zwergen“ sprechen. Zwerginnen und Zwerge unterteilt die Gruppe der Zwerge in weibliche und männliche Zwerge. Aus einer Gruppe werden zwei Gruppen gemacht:

Nämlich die der männlichen und die der weiblichen Zwerge. Aus einer homogenen Gruppe wird eine heterogene Gruppe gemacht. Bei der homogenen Gruppe der Zwerge spielt das Geschlecht keine Rolle. Bei der heterogenen Gruppe ist es bestimmend. Dies könnte z. B. ein Hinweis darauf sein, dass es dem Feminismus nicht um GLEICHberechtigung geht, sondern eher um eine Spaltung. Wann teilen wir den Ausdruck

Mensch“ denn in zwei Gruppen auf, weil Feministen sich nicht mitgemeint fühlen könnten? Man darf sich auch einmal den Spaß machen und den Satz

Nach und nach gesellten sich weitere Zwerginnen und Zwerge zu ihnen.

ins Englische übersetzen. Was bei Königinnen und Königen noch funktioniert, weil es halt die Queens gibt, was ein völlig eigenständiger Ausdruck ist, funktioniert bei Zwergen, Hobbits und Elben/Elfen nicht mehr. Bei Menschen funktioniert es erst recht nicht, aber hier haben die Feministen ja auch noch keine aufzwingbare „deutsche Lösung“ gefunden. In Prä-Gender-Zeiten gingen Übersetzungen noch unproblematischer. Feministen schaffen Probleme ab? Ich denke, sie erschaffen neue und zwar an allen Stellen, die sich lohnen.

Warum werden homogene Gruppen in heterogene Gruppen durch den Feminismus mit Gewalt aufgeteilt? Warum wird die weibliche Form immer zuerst genannt? Ist es nicht „gleichberechtigter“ – was ein dummer Ausdruck ist, weil etwas entweder gleichberechtigt ist oder nicht -, den Ausdruck zu benutzen, der beide Geschlechter meint? Es ist zurecht fantasiert, dass der homogene Ausdruck beide Geschlechter nicht meint.
Gendern ist sexistisch, weil es die Geschlechter trennt.

Ist Gendern nicht eher etwas, was Geschlechter sprachlich sozial mit Gewalt konstruiert? Ist es nicht genau das, was Feministen angeblich kritisieren? Die Kritik geht allerdings immer nur so weit, wie keine Quoten oder Fördergelder winken. Daher wird insgeheim die Unterscheidung der Geschlechter unterstützt. So insgeheim ist es zwar nicht, der durchschnittliche Deutsche denkt aber zu wenig über vorgekaute Dinge nach.

Ich überlege, mich mit mehreren Sprachakrobaten einmal zusammenzusetzen und das ganze ausführlich auszuarbeiten.

 


 

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17 Gedanken zu „Nachtrag zur Rezension Markus Heitz – Die Zwerge 5

  1. Im Englischen schreiben zunehmend mehr Autoren „male and female soldiers“. Das geht auch mit dwarves. W.W. Johnstone hat das ganz oft verwendet mit den male & female soldiers, Das war in den 80ern, wo man sich unter „soldiers“ eben nicht Männer und Frauen vorstellte. Ich stelle mir bei Zwergen auch nur genau sieben vor – ich bin allerdings nicht so der Fantasy-Leser.

    Wo die Feministen falsch liegen, ist nicht der Punkt, dass es einen Zusammenhang zwischen Sprache und Realität gibt, sondern die Wirkrichtung: Sprache schafft allerhöchstens in einem Buch eine Realität. Im realen Leben kann Sprache nur die Realität zu beschreiben versuchen. Was das Sprachgendern macht, ist effektiv, Frauen _nicht_ als selbstverständlichen Teil einer Gruppe dazuzustellen, hat also bestenfalls (!) den von Dir beschriebenen segregierenden Effekt. Wahrscheinlich hat es aber gar keinen, da es nicht der Realität entspricht, wenn man „in Donezk sind 80 Separatistinnen und Separatisten bei Kämpfen mit den ukrainischen ArmeeInnen gefallen“ schreiben würde, weswegen das keiner macht.

        1. Nein, es ist kein Pleonasmus.

          Feministen trennen sich nun einmal in männliche und weibliche Feministen auf. Kemper & Co. auf der männlichen Seite und Schwarzer, Wizorek, Morgan… auf der anderen Seite.

          Daher ist es kein Pleonasmus. 😉

            1. Vielleicht hilfst Du mir ja Beizeiten mal ein wenig beim Nachdenken.

              Momentan ist mein Schlaufon wieder schlauer und besserwisserischer als ich. Heute abend meditiere ich dann drüber. 😉

  2. Wahrscheinlich hat es aber gar keinen, da es nicht der Realität entspricht, wenn man “in Donezk sind 80 Separatistinnen und Separatisten bei Kämpfen mit den ukrainischen ArmeeInnen gefallen” schreiben würde, weswegen das keiner macht.

    Dat Uschi von der Leyen spricht aber tatsächlich von gefallenen Soldatinnen und Soldaten in Afghanistan – dort ist nachweislich keine einzige deutsche Soldatin gefallen. Oder wolltest Du auf ArmeeInnen hinaus, was auch nach feministischem Wahn kein Wort sein dürfte. 😉

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