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Vater-Kind-Kur auf Pellworm:
Die Gesprächsgruppe Väter – Runde 2 und 3

Veröffentlicht

Die zweite Väterrunde der Vater-Kind-Kur auf Pellworm werde ich nur kurz anreißen. Sie war für uns Teilnehmer insgesamt eher enttäuschend.

Ich hatte schon beim ersten Teil geschrieben, dass die anwesende Sozialpädagogin anscheinend etwas zu frisch aus dem Studium herausgekommen ist und eher langweilige Inhalte eingebracht hat. Beim zweiten Treffen wurde dieser Eindruck für mich bestärkt. Es ging erneut um das Thema Stress und wir sollten alle einen Zeitkreis mit unseren täglichen Aufgaben füllen. Das hat uns allen nicht wirklich Spaß bereitet, zumal wir in dieser Runde das Gefühl bekamen, wir seien nicht in einer Väterrunde, sondern in einer Stressgruppe. Dementsprechend enttäuscht sind wir alle aus diesem Treffen gegangen und haben dann auch nicht mehr viel vom dritten und letzten Treffen erwartet. Dies sollte sich aber als Irrtum herausstellen.

Die dritte Väterrunde war mit dem Thema „Rollen und Werte“ überschrieben

Als ewiger Miesepelz habe ich gar nichts mehr erwartet, als ich das Thema gehört habe. Ich dachte sofort an soziologisches Geschwafel und habe schon innerlich über die kommende verschwendete Zeit geflucht. Die Jungs haben es aber herausgerissen.

vaeterrundeIIIZunächst sammelten wir also die Rollen, die wir im Alltagsleben so erfüllen:

  • Vater
  • Ernährer
  • Ehemann
  • Bruder
  • Arbeitnehmer
  • Teilzeit-Hausmann
  • „Mädchen für alles“
  • Selbständiger

Außer mir waren alle verheiratet und daher auch alle in eine Familie eingebunden. Bei mir sieht es so aus, dass es außer mir und meinem Sohn niemanden gibt. Der Teilzeit-Hausmann kam aber nicht von mir, sondern von unserem Musiker. Meine Tätigkeiten im Haushalt erfasse nicht. Seit mein Sohn bei mir ist, erledige ich den Haushalt nun für zwei. (Als wir noch in einem Familienverbund gelebt haben, habe ich den Haushalt für 4 erledigt.)

Beim Ausdruck „Mädchen für alles“ ging bei der Sozialpädagogin die Warnlampe für Sexismus an. Wir Männer wussten alle was gemeint ist, die gute Frau musste es aber sexualisierend in Anführungszeichen setzen. Es ist auffällig, dass wir Männer keinerlei Schwierigkeiten mit solchen Ausdrücken haben, Frauen aber ständig „mitgemeint“ sein müssen. Mich hat es auch nicht gestört, dass an diversen Stellen während der Kur nur von Mutter-Kind-Kuren die Rede war. Vater-Kind-Kuren sind nach wie vor eher etwas Besonderes. Mir macht es zumindest nichts aus, wenn ich als Mädchen für alles bezeichnet werde. Meine geschlechtliche Identität mache ich nicht durch eine vereinzelte Bezeichnung fest.

Wir sind dann grob die einzelnen Rollen durchgegangen. Ich nehme an, dass wir keine Gruppe waren, die die Gesellschaft widerspiegelt. Außer mir waren doch alle Väter in einer gesunden Beziehung und lebten in funktionierenden Familien. Dennoch wurde aber die Forderung

„Mehr Familie, zurück zu den Wurzeln“

laut. Alle hatten das Empfinden, dass Familien in der Behandlung durch Politiker immer weniger Wertschätzung erfahren. Alle hatten das Gefühl, dass eher über die beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten der Frau durch Quoten etc. gesprochen und entschieden wird, als dass die Familie Unterstützung erfährt. Ich hätte natürlich die Ursachen durch den Staatsfeminismus erläutern können, das aber hätte die Gruppe gesprengt.

Es war überraschend für mich, dass es doch noch einige Menschen auf der Welt gibt, die in einem gesunden Familienverbund leben. Der Polizist z. B. fährt einmal im Jahr mit seinen 5 Brüdern in den Urlaub. Auch die anderen waren um regelmäßige Treffen mit der Familie bemüht. Solche Dinge zeigen, dass der feministische Weg regenbogenfarbene Weg völlig an der Realität vorbei geht. Familien werden zwar bewusst politisch unwichtiger gemacht: Es gibt sie aber nach wie vor und sie ist nach wie vor gewollt.

Ich selbst finde es extrem schade, dass ich meinem Sohn keine funktionierende Familie bieten kann. Aus diversen Gründen aber wird dies auch nicht möglich sein, da ich mich als so eine Art MGTOW (Men Going Their Own Way – Männer gehen ihren eigenen Weg) sehe. Ich gehe meinen Weg zwar nicht allein, aber aus vielen Gründen ist eben kein Platz in unserem Leben für eine Frau. Vielleicht ändert sich das einmal, momentan bin ich mit meinem Sohn aber trotz aller Erdbeben bei uns glücklich.

Dass feministische Vorwürfe, der Mann würde wenig bzw. nichts im Haushalt tun und Frauen hätten oft eine drei- und vierfach Belastung, wurden in unserer Gruppe völlig entkräftet. Alle sagten, dass sie im Haushalt mithelfen würden, was natürlich durch die vorhandene Zeit streckenweise eingeschränkt ist, aber zu einem Modell geführt hat, in dem sich beide die anfallende Arbeit je nach Zeit teilen. Einer bezeichnete auch eher sich als Hausmann und seine Frau als Ernährer. Dennoch war er beruflich tätig. Bei vielen Frauen wäre die berufliche (Teilzeit-)Tätigkeit und der Haushalt wahrscheinlich eine drei- und vierfach Belastung gewesen.

Welche Werte will ich meinem Kind vermitteln?

Dann kamen wir zu den Werten, die wir als Vater unseren Kindern vermitteln wollen.

Als Werte für die Kindererziehung wurden genannt:

  • Gerechtigkeit,
  • Ehrlichkeit,
  • ökologische Werte,
  • Humanismus,
  • fair trade,
  • „christliche Werte“¹ (nicht stehlen, klauen usw.)

Nachdem wir grob die Werte festgehalten und alle festgestellt haben, dass wir grundsätzlich alle humanistischen Werten folgen, wurde es ein sehr interessanter Diskussionskreis. Es wurde deutlich, dass die gesellschaftlichen Situationen, in denen wir aufgewachsen sind, durchaus noch eine Rolle spielen. Ich bin ein einem „gutbürgerlichen“ Haus aufgewachsen und habe streckenweise andere Ansichten als jemand, der in der DDR sozialisiert worden ist. Deutlich wurde es an der Meinung zur frühkindlichen Betreuung in Kitas und Horten.

Ich bin grundsätzlich der Ansicht, dass ein Kind bis 3 Jahre am besten Zuhause von den Elternteilen bzw. einem Elternteil betreut werden sollte. In der DDR war es aber eben so, dass Kinder sehr früh in die Kita gekommen sind. Über dieses Thema haben wir anreißend recht intensiv diskutiert. So richtig toll war allerdings, dass wir unsere Meinungen vertreten konnten, ohne in Streit zu geraten oder zickig zu werden.

Ost-West-Erfahrungen spielen also nach wie vor eine Rolle. Mir kommt es allerdings so vor, als sei die DDR überrannt worden und man hätte die guten Dinge der DDR mit allen schlechten Dingen einfach ausradiert. Mit uns Wessis kam z. B. die Missgunst und die Hilfsbereitschaft ging verloren. Ich selbst spüre hier in Pankow noch eine große Hilfsbereitschaft von den Ossis, diese geht aber laut dieser Menschen immer mehr verloren.

Der ökologische Aspekt scheint immer stärker zu werden. Die meisten nannten Ökologie und Ernährung als sehr wichtig für ihre Erziehung. Von der Ernährung Zuhause kamen wir dann zum Thema Schulessen. Auch hier hätte ich ganz leicht zeigen können, dass der Feminismus mittlerweile vor allem gesellschaftlich wichtigem vorgeht. Professorinnenprogramme, Gender Studies/Gender Mainstreaming sind für die Politik wichtiger als die Bildung und Ernährung unserer Kinder. Familien sind nur noch wichtig und auf dem Programm, wenn der Regenbogen im Spiel ist. Deutlich wurde dies auf der Veranstaltung Checkpoint bpp – Die Montagsgespräche: Familie oder lieber “Familienersatzstruktur? auf der immerhin Birgit Kelle als Familienvertreterin zu Gast war.

Das alles habe ich mir aber verkniffen, da ich auf der Kur festgestellt habe, dass die meisten oft überhaupt nicht verstehen, wovon ich spreche. Die meisten Dinge, die der Feminismus so durchboxt, geschehen ja auch im Dunkeln – hintenrum.  Viele haben gar nicht die Zeit, sich mit der Thematik auseinanderzusetzen. Lebt man dann noch in einer glücklichen Familie, kann man schon einmal kurzsichtig für gesellschaftliche, problematische Entwicklungen werden.

Unser Rektor/Lehrer konnte aus eigenen schulischen Erfahrungen über die Ernährung an seiner Schule berichten. Aufgrund des vorhandenen Budgets treten die größten Schwierigkeiten für die Schulernährung auf.

Beim Thema Schule konnte ich mir dann nicht verkneifen, mich laut über SuS zu ärgern. SuS bedeutet Schülerinnen und Schüler. Der Begriff „die Schüler“ wurde also durch Schülerinnen und Schüler ersetzt, um anschließend von Lehrern wieder durch einen einzelnen Begriff nämlich „SuS“ ersetzt zu werden. SuS wird als Suss ausgesprochen. Es ist also völlig bescheuert, den Begriff „die Schüler„, der beide Geschlechter meint, durch den Begriff  „die SuS“ zu ersetzen. Immerhin haben Feministen damit einen Begriff geschaffen, den es nur im Plural gibt und kein generisches Maskulinum (Erklärung im Link) darstellt. Der Intellekt von Feministen reicht allerdings nicht dazu aus, das generische Maskulinum zu verstehen. Eine Antje „Lann“ Hornscheidt und eine Luise F. Pusch können sich Linguisten nennen so oft sie wollen: Nimmt man ihre Äußerungen auseinander, verbleiben nur zwei Ideologinnen mit psychischen Problemen.

Zwischendurch hat die leitende Sozialpädagogin einen Vortrag über alleinerziehende Frauen gehalten. Diesen Vortrag musste mit den Worten: „Entschuldigung, ich dachte, das alles gilt auch für mich als alleinerziehender Vater.“ kommentieren, weil die gute Frau (unbewusst) Väter nicht „mitgemeint“ hat. Das Gelächter und der Applaus der anderen Männer tat gut.

Daraufhin habe ich einen Kurzvortrag gehalten, dass eben auch Männer von Altersarmut betroffen sind und die s. g. „Gläsernen Decken“ eher für gut ausgebildete alleinerziehende Väter vorhanden sind als für Frauen. Für mich ist es immer wieder ein Spaß, wenn ich von potentiellen Arbeitgebern nach Hause geschickt werde, weil ich die Frage nach regelmäßigen Überstunden verneinen muss, wenn der Arbeitgeber mitbekommen hat, dass ich alleinerziehend bin.

Notiert habe ich mir noch als Thema, dass Frauen oft keine Männer in ihrer Mutter-Kind-Kur sehen wollen und sich damit auch durch den Ausschluss von Männern häufig durchsetzen. Es war die Rede davon, dass man psychisch geschädigte Frauen doch schützen müssen. Mir fiel dazu nur ein, dass umgekehrt nicht gefragt wird, ob der Mann evtl. traumatisiert sein könnte und geschützt werden muss. Auch hier bekam ich breite Zustimmung durch die Männer. Es ist auffällig: Frauen will man schützen, bei Männern fragt man erst gar nicht.

Es wurde eher im Gegenteil festgestellt, dass sich Männer über gemischte Gruppen eher freuen. Gleiche Aussagen habe ich zwar auch von unterschiedlichen Frauen gehört, die sagten, dass die Stimmung auf der Arbeit besser sei, wenn Männer im Kollegenkreis seien. Feministische Hetze allerdings führt dazu, dass Frauen immer mehr unter sich sein wollen. Der Feminismus tut ja einiges dafür den Mensch in jeder Hinsicht in Frau und Mann zu unterteilen. Dies steht zwar im Widerspruch zum Genderwahn – macht dem Feministen aber nichts.

Die Sozialpädagogin hat unsere Diskussionen auch völlig anders wahrgenommen, als wir dies getan haben. Sie hat unsere Diskussion als sehr emotional geprägt empfunden. Wir selbst haben uns als nicht sehr emotional empfunden. Auch die Themen, bei denen wir unterschiedlicher Ansichten waren, wurden allesamt freundlich und argumentativ geführt. So sind die Wahrnehmungen halt unterschiedlich. Unsere Diskussionen haben uns aber alle näher zusammengebracht als uns durch unterschiedliche Ansichten getrennt.

Das Ende der Gruppe wurde dann durch eine wichtige Feststellung der Sozialpädagogin markiert:

„Ich möchte mich bei allen bedanken. Ich hatte noch nie eine solche lustige Gruppe, die so interessant miteinander diskutiert und gelacht hat, wie diese. Gerade auch bei keiner Frauengruppe.“

Das kann man doch so stehen lassen.

 

¹ Ich habe den Ausdruck „christliche Werte“ genommen, weil damit am einfachsten klar ist, welche ich meine. Außerdem wurden dieser Ausdruck in der Runde genannt. Wir hatten schließlich auch einen christlichen Musiker dabei. Das liegt alles in meinem Toleranzbereich.

 

3 Gedanken zu „Vater-Kind-Kur auf Pellworm:
Die Gesprächsgruppe Väter – Runde 2 und 3

  1. „christliche Werte (nicht stehlen, klauen usw.)“

    Das sind keine „christlichen Werte“, das sind Werte, die sich die Kirche mal wieder unter den Nagel gerissen hat.

    1. Da hast Du wohl recht. Ich bin selbst Atheist. Es vereinfacht aber vieles, wenn man so über diese Werte spricht. Ich war zu faul. 😉

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