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Beschneidung: Südafrika und seine Penisamputationen

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Ein 21-Jähriger Südafrikaner wird Vater. Das Besondere daran: Der Mann hat das Kind mit einem Penis gezeugt, der ihm erst im Dezember 2014 transplantiert worden war. Nun ist seine Freundin im vierten Monat schwanger.

Penis-Transplantation: Mann wird Vater – SPIEGEL ONLINE

Soweit so gut. Es gibt Fälle, in denen bekommen Männer ihren Penis durch das empathischere Geschlecht abgetrennt. Das bekannteste Beispiel ist aber John Bobbitt, dessen Penis zunächst von seiner Frau abgeschnitten wurde, dann aber wieder reimplantiert werden konnte. „Unser“ Südafrikaner hat allerdings einen „Fremdpenis“ transplantiert bekommen. Es können jetzt also auch Männer hoffen, deren Frauen den Penis nach der Abtrennung in den Mixer o. ä. gesteckt haben, dass sie einen „Fremdpenis“ bekommen.

Darum soll es hier aber nicht gehen. Viel wichtiger im Artikel vom Stern ist die folgende Aussage:

Der Mann hatte das Glied mit 18 Jahren nach einer missglückten Beschneidung verloren.

Der Bedarf an Penis-Transplantationen in Südafrika ist gewaltig. Laut Schätzungen verlieren jährlich etwa 250 Männer ihren Penis, weil es bei traditionellen Beschneidungen zu so starken Komplikationen kommt, dass das Organ amputiert werden muss.

Ich stelle also fest, dass es allein in Südafrika jährlich etwa 250 Männer gibt, die ihren Penis aufgrund von Beschneidungen verlieren. Diese traditionellen Beschneidungen werden sich nicht nur auf Südafrika konzentrieren. Afrika ist groß. Es werden also weit mehr Männer unter dem Verlust ihres Penis durch eine missglückte Beschneidung leiden.

Ich wiederhole es noch einmal: Allein in Südafrika verlieren jährlich über 250 Männer ihren Penis, weil er nach einer missglückten Beschneidung amputiert werden muss.

Wer es jetzt noch wagt, zu sagen, man könne die weibliche Beschneidung nicht mit der männlichen Beschneidung vergleichen, will der Wahrheit nicht ins Auge sehen. Es unterscheidet sich nur in einer Tatsache: Die Beschneidung von Jungs bzw. Männern (mit 18 ist man kein Junge mehr!) wird weltweit nach wie vor verharmlost oder sogar angespriesen. Wie oft hört man die Argumentation, dass beschnittene Penisse weniger Krebs bei Frauen auslösen? (Hier wird ein selten vorkommender Krebs über das Wohl des Mannes gestellt.)

Eine 2011 veröffentlichte Studie an 18 beschnittenen und 39 unbeschnittenen ugandischen Männern zeigte, dass es eine negative statistische Korrelation gab zwischen der Beschneidung des Mannes und dem Risiko der Frau, mit HP-Viren infiziert zu werden.[39] Für die geringere Rate an HPV-Infektionen scheint die deutliche Verringerung der Schleimhautfläche verantwortlich zu sein, die anfälliger für kleinste Verletzungen und Infektionen ist als Haut oder dickere Epithelien, wie auf der Eichel des Penis. Eine Metaanalyse aus dem Jahr 2007 konnte nach einer Literaturanalyse jedoch keinen Zusammenhang nachweisen. Allerdings bestehen Zweifel an der Korrektheit letzterer Studie und damit auch deren Aussage.

Zunächst ist es reichlich krank, die Verstümmelung eines Menschens für das – nicht bestätigte – Wohl eines anderen Menschens gutzuheißen und weiter ist es befremdlich, wenn man sich auf eine Studie mit 18 beschnittenen und 39 unbeschnittenen Männern aus Uganda (!) bezieht. Welche Aussagekraft soll eine solche Studie haben? Feministen – allen voran Alice Schwarzer – ist das natürlich egal. Die negativen Folgen, die sich nach einer Beschneidung oftmals einstellen, betreffen ausschließlich den Mann.

Ich selbst bin beschnitten und denke, dass mein Liebesleben viel intensiver gewesen wäre, wenn ich nicht beschnitten worden wäre. Es wäre auch für die Frau schöner gewesen. Man munkelt über Alice Schwarzer allerdings, dass sie es nicht so mit dem Sex mit Männern hat. Daher vielleicht auch ihre Einstellung.

Eine Meinungsäußerung zum Thema hat sie mittlerweile gelöscht, sie ist aber noch an anderer Stelle abrufbar:

Etwa jeder dritte männliche Mensch weltweit ist beschnitten. Und das nicht nur aus religiösen oder kulturellen Gründen, sondern auch aus hygienischen. Bereits 2007 rieten sowohl die Weltgesundheitsorganisation (WHO) als auch die UN dringend zur Beschneidung von Männern: als Prävention gegen Aids, Peniskrebs und Gebärmutterhalskrebs. Denn letzterer wird verursacht von einem verunreinigten männlichen Penis.

Gebärmutterhalskrebs wird also von einem „verunreinigten männlichen Penis“ verursacht. Vielleicht aber auch von einem verunreinigten weiblichen Dildo. Vielleicht wird dieser Krebs aber auch durch genetische Veranlagung verursacht. Was Frau Schwarzer hier von sich gegeben hat ist grob fahrlässig, wenn nicht sogar bösartig. Sie befürwortet damit die Verstümmelung von Millionen von Männern, nur weil eventuell in einigen Fällen Gebärmutterhalskrebs begünstigt werden könnte. Wir könnten ja mal vom Zungenkrebs bei Männern durch gewisse Sexualpraktiken anfangen.

Mir hingegen fällt auf, dass die WHO erneut negativ auffällt. Zuletzt ist mir die WHO negativ aufgefallen, als es darum ging, dass die WHO ganz offiziell eine Aufklärung von Kindern ab der Geburt und damit eine Frühsexualisierung fordert. (Ich glaube, es war Seite 11 im Dokument.)

Ich stelle also fest, dass die gesundheitichen Aspekte nicht nachgewiesen wurden und grundsätzlich auch niemals eine Verstümmelung mit all seinen Konsequenzen in Kauf genommen werden dürfte.

Es entsetzt mich allerdings immer wieder, wenn Frauen behaupten, man könne die männliche und die weibliche Beschneidung nicht miteinander vergleichen.

Was weiterhin befremdlich ist: Die meisten Beschneidungen bei Mädchen werden von Frauen durchgeführt. So hörte ich zumindest. Schon wieder nicht das böse Patriarchat.

 

 

 

6 Gedanken zu „Beschneidung: Südafrika und seine Penisamputationen

  1. „Denn letzterer wird verursacht von einem verunreinigten männlichen Penis.“

    Gute Sache dass weibliche Penisse keinerlei negativen Effekt haben.

    1. „Die Klitoris ist ein kleiner Penis!“ – So viel zum Penisneid.

      Ich denke, es ist hier rein rhetorisch. Es wird nochmal das Männliche als Ursache betont.
      So ist es nun einmal: Das Männliche verursacht eben alles.

  2. Das mit dem Gebärmutterhalskrebs stimmt übrigens genauso wenig wie das mit der AIDS-Prävention. Das hat man uns nur vor ein paar Jahrzehnten erzählt. Im Gegenteil wurde auch mit der Angst vor Krebs gespielt, dabei betreffen die allermeisten Operationen am Gebärmutterhals gutartige Zellveränderungen, aber die Frauen glauben, sie sind dem Tod grad noch von der Schippe gesprungen. Dann bildet sich Narbengewebe, das natürlich für Zellveränderungen sehr viel anfälliger ist, auch auf verstümmelten Penes natürlich, weil ja immer behauptet wird, die kriegen das nicht. Stimmt auch nicht. Überhaupt ist so ziemlich alles, was für Vorhautabschneiden Stimmung machen soll, gelogen.

    1. Die Frage ist nun, was hat die Gesellschaft von Beschneidung?

      Und warum wird so vehement zwischen männlicher und weiblicher Beschneidung unterschieden?

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