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Das Lied der DICKEN DAME: Böse Bravo Girl! Böse Brigitte!

Ich habe diesen Artikel über den „Selbermach Sonntag“ der Mädchenmannschaft gefunden. Dieser Artikel ist grundsätzlich keine Erwähnung werd. Dennoch zeigt er einige Dinge, die wesentlich für den Feminismus sind.

Er zeigt

  • das intellektuelle Niveau auf dem sich Feministen bewegen
  • die Schwierigkeit von Feministen von den eigenen Befindlichkeiten auf die Bedürfnisse der Gruppe zu schließen
  • die manische Suche nach Vorwürfen, die man aus einer „moralischen Überlegenheit“ anderen machen kann
  • das selbst Frauen nicht sicher vor Feministen sind

Quälen wir uns einmal ein wenig mit dem Artikel:

Denn ich kann mir ja nicht helfen – während ich in letzter Zeit an Kassen stand und der Blick über die Zeitschriften glitt, blieb er natürlich immer wieder an sowas hier hängen: „Schummel dich schlank!“ Seitdem ich so voll im Thema bin, kann ich ja nicht mehr wegsehen, so fasziniert und entsetzt bin ich von der perfiden Allgegenwart von auf Frauen (und in diesem Fall sehr junge Frauen und Mädchen) abgefeuerten, negativen Körperbotschaften, die mir vorher in ihrem vollen Ausmaß schlicht nicht bewusst war. Ganz zu schweigen von der Tatsache, dass ich bisher immer dachte, es müsse heißen „Schummle dich schlank„…aber was ist schon Grammatik, wenn es darum geht, dünner auszusehen?

Quelle: DAS LIED DER DICKEN DAME: Follow me around 28: Presseschau

Nun gut, grammatisch gesehen, heißt es „schummele dich schlank„. Umgangsprachlich darf daher auch ein „schummel“ werden. Da die Bravo Girl! eine Zeitschrift für junge Mädels ist, ist dies völlig okay. Die dicke Dame sitzt hier auf dem falschen Pferd. Die perfide Botschaft lautet hier: „Wenn Du Deinen Körper vorteilhaft betonen möchtest, dann….“. Das ist an negativer Körperbotschaft nicht mehr zu übertreffen. Hier soll also Mädchen mit Selbstbewusstseinsproblemem geholfen werden und es ist negativ.

Es war die erste Bravo Girl!, die ich gekauft und durchgeblättert habe, und ich gebe weder an noch versuche ich unnötig dramatisch zu sein – mir wurde tatsächlich vor Ärger erst ein wenig schwindelig und dann regelrecht übel.

whaleWas meint die dicke Dame denn, wie es dem gesunden Menschen ergeht, wenn er durchschnittliche feministische Texte liest? Von radikalfeministischen Schriften einmal ganz abgesehen.
Wäre ich ein Psychologe, müsste ich jetzt feststellen, dass hier eine Störung vorliegt, wenn jemandem von einer Bravo Girl! schlecht und schwindelig wird. Ich bin aber kein Psychologe, daher kann ich auch ganz einfach für mich denken, „die hat einen an der Klatsche„. Das trifft allerdings auf die meisten Feministen zu.

Erst wollte ich auch gar nicht mehr darüber schreiben, denn ich wollte den Kram eigentlich nur noch in die Tonne pfeffern, aber Drecksarbeiten müssen bekanntlich auch erledigt werden. Der Artikel zur Schlagzeile auf dem Titelblatt beginnt auf Seite 8 und endet auf Seite 13. Es geht um Bikinis und welchen man mit welcher Problemzone tragen sollte, wenn man sich fürs Schwimmbad eine „schönere, schlankere und knackigere“ Traumfigur erschummeln will. Beim ersten Model dachte ich für einen Augenblick erschrocken, sie streckt den Arm hoch zum Hitlergruß…aber wahrscheinlich bin ich wieder die einzige, die solch verdrehte Assoziationen hat.

Es geht um einen Artikel, in dem es um Bikinis geht. Dort sind harmlose Mädchenmodels abgebildet und die dicke Dame sieht Mädels, die den Arm zum Hitlergruß erheben. Habe ich oben schon etwas von „an der Klatsche“ gesagt? Ich kann es nicht mehr anders ausdrücken. Wer so drauf ist und so etwas in Blogartikel schreibt, muss gewisse Störungen mit sich herumschleppen.

Ab jetzt kommt „feministische Logik“ endgültig zum Tragen:

Natürlich impliziert schon das Wort „schummeln“ in diesem Zusammenhang nichts anderes als schuldhafte Hässlichkeit. Wer ES nicht wirklich hat, hat Pech und ist im Prinzip selber Schuld. Und muss halt ein wenig betrügen. Denn Hässlichkeit ist natürlich noch immer um Einiges schlimmer als Unehrlichkeit. Darum verteilt die Bravo Girl! schließlich auch großzügig solche Schummeltipps an die Bedürftigen, aber eigentlich hätte man sich ja auch mal mehr zusammenreißen können, und insgesamt schöner geboren worden sein.

Schuldhafte Hässlichkeit“ – davon hat garantiert niemand gesprochen. (Ich habe die Bravo Girl! nicht gelesen.) Diese „schuldhafte Hässlichkeit“ kommt aus der verschobenen Wahrnehmung der dicken Dame. Wer den Hitlergruß auf Bildern von Bikinimodels sieht und wem schlecht und schwindelig wird, wenn er die Bravo Girl! liest, der fantasiert dann auch von „schuldhafter Hässlichkeit“.

…überhaupt ist es offenbar von erstaunlicher Bedeutung, was Jungs so gut finden. Auf Seite 48 lernen wir, dass „Jungs sich ruckzuck in dich verlieben“, wenn frau nur genug – Achtung! – lächelt. „Du bekommst alles, was du willst – ohne Worte.“

Vielleicht ist es der dicken Dame nicht klar: Es gibt tatsächlich noch Menschen, die sich für das andere Geschlecht interessieren und die Aufmerksamkeit des anderen Geschlecht erregen wollen. Daran ist nichts verwerflich. Wenn dies grundsätzliche Wünsche von pubertierenden Mädchen sind, dann ist es eben so. Jungs geht es in diesem Alter nicht viel anders. Nur sind die Vorschläge für Jungs viel katastrophaler als Tips, wie man beim Bikini „schummelt„.
So ist er aber der Feminismus: Er ist immer feindlich gegenüber zwischengeschlechtlichen Beziehungen eingstellt.

Über die Brigitte geht es ähnlich zur Sache, es ist anstrengend zu lesen. Die Brigitte ist allerdings für die „älteren Mädchen„. Ich überspringe es jetzt einfach einmal.

Jetzt aber mal im Ernst:

Hier machen Frauen Artikel für Mädchen bzw. Frauen. Hier schreiben also Frauen Texte für Frauen, die Frauen lesen wollen.

  • Frauen schreiben.
  • Frauen kaufen es.
  • Frauen interessiert es.

Schuld ist aber natürlich das Patriarchat. Hier wird es zwar nicht gesagt, aber die Logik dahinter ist bekannt. Wie oft liest man von den angeblich patriarchalen stereotypen Frauenbildern, die so unendlich böse für Frauen sind? Dabei sind diese Bilder allesamt hausgemacht.

Letztendlich sind Feministen gegen alles und jeden, der nicht auf der ständigen Welle ist, die Prinzessin auf der Erbse untertänig noch bequemer betten zu wollen.

Es ist interessant: Hier schreiben Frauen die Artikel. Das vermittelte Bild der Frau wird heftig kritisiert. In der oft so kritisierten Modebranche wird Mode für Frauen gemacht, die Frauen kaufen bzw. sich kaufen lassen.
Wer macht zumeist diese Mode? Homosexuelle Männer.
Das Feindbild des WHM – des weißen heterosexuellen Mannes – wird aber ständig plakativ transportiert. Die „stereotypen Frauenbilder“ kommen aber gar nicht aus dem Lager des heterosexuellen Mannes. Hier unterliegt der Feminismus nämlich einer ganz massiven Wahrnehmungsstörung. Es sind Homosexuelle und/oder Frauen, die diese Bilder erzeugen. Wenn man einmal wahre Vielfalt erleben will, der sollte sich mal mit Männern über ihre Lieblingsfrauentypen unterhalten: Vielfältiger geht es gar nicht. Homosexualität aus dem Darkroom ist dagegen schlicht einfältig und langweilig.

Schauen wir uns aber einmal an, wie die Redaktionen der betreffenden Zeitschriften besetzt sind:

Die Redaktionen der Brigitte bzw. der Bravo Girl! bestehen nahezu ausschließlich aus Frauen.

Brigitte:

Redaktion
Nina Klein (Chefin vom Dienst)
Susanne Arndt (Reise, Aktuelles)
Bianka Echtermeyer (Partnerschaft)
Jana Gloistein (Beauty)
Katharina Grube (Fitness & Ernährung)
Henning Hönicke (Aktuelles)
Julia Müller (Mode)
Sabine Rodenbäck (Beauty)
Michèle Rothenberg (BRIGITTE MOM, Zeitgeschehen)
Katharina Wantoch (Zeitgeschehen)
Nicole Wehr (Aktuelles)
Insa Winter (Rezepte & Wohnen)
Bildredaktion Jaane Christensen
Susanne Lange (in Elternzeit)

Bravo Girl!

Redaktion BRAVO.de
Anika Baldzun
Sarah Bischoff
Yvonne Goldschmidt
Julian Reusch (BRAVOsport.de)
Marthe Kniep (freie Mitarbeit)

Ich sehe hier zwei Männer allein unter Frauen. Diese sind zudem Einzelkämpfer, weil sie nicht für dasselbe Magazin arbeiten.

Vielleicht sollte man das mal den Damen von ProQuote erzählen. (Wir fordern eine verbindliche Frauenquote von 30 Prozent auf allen Führungsebenen bis 2017 – in allen Print- und Onlinemedien, TV und Radio.) Man könnte sich an dieser Stelle Gedanken machen, warum Frauen gerade in manchen Bereichen überrepräsentiert sind und was das über die Qualität ihres Journalismus‘ aussagt. Ich stelle nur fest, dass mehr Frauen in den Zeitungen und Magazinen eben nicht zu einer Qualitätssteigerung führen. Es wird nur das Gejammer über angebliche Diskriminierungen größer.

Letztendlich kritisiert eine dicke Feministin also die Welt der „Normalen“ und weiblichen Journalismus. Die Normalen soll es tatsächlich geben. Das ist tatsächlich so. Es soll auch Frauen geben, die manches Thema interessant finden und auch darüber schreiben möchten. Das soll auch so sein.

Die dicke Dame setzt allerdings die Sorgen und Nöte des durchschnittlichen Mädchens herab, indem sie ihre eigene Figur und ihr eigenes Befinden zum Maßstab setzt. Das machen Feministen eben. Sie schließen von ihrer eigenen Psychomacke auf die Gesellschaft. Es ist das grundsätzliche Problem, dass von einzelnen immer auf eine nicht-existente Gruppe geschlossen wird.

Die Gruppe der normalen ist nämlich auch keine homogene Gruppe: Es gibt die dürren, die etwas dickeren, die größeren, die etwas kleineren Mädchen usw. Die Probleme der etwas dünneren sind andere Probleme als die der etwas dickeren. Beim Feminismus aber gibt es nur noch die homogene Masse Frau. In der Sprache wiederum geht es darum, die homogene Menge des Menschen – man kann tatsächlich bis auf den Menschen abstrahieren – zu einer heterogenen Menge zu machen, damit man Frauen in den Vordergrund stellen kann. Um sie in den Vordergrund stellen zu können, muss diese Menge der Frauen wieder homogen gemacht werden. Das Problem einer Frau zu dem Problem aller Frauen. Das Problem einer Dicken wird zu dem Problem aller Frauen.

Feministen sind nicht in der Lage an den richtigen Stellen zu abstrahieren. Sie können nicht zwischen den eigenen Befindlichkeiten und den wirklichen Nöten des eigenen Geschlechts unterscheiden. Der Artikel der dicken Dame ist ein gutes Beispiel dafür.

 

6 Gedanken zu „Das Lied der DICKEN DAME: Böse Bravo Girl! Böse Brigitte!

  1. Das erste Stichwort, zu dem ich da was schreib, ist:
    „Schuldhafte Hässlichkeit“.
    Aha.
    Auf so einen Begriff muss man erst mal kommen.
    Die „dicke Dame“ von der Fat aceptance Front möchte für sich natürlich etwas anderes in Anspruch nehmen:
    Gewissermaßen einen „Anspruch“ auf Hässlichkeit. Und zwar einen Anspruch auf Hässlichkeit, ohne dafür als hässlich bezeichnet oder sonst irgendwie damit konfrontiert zu werden. Ich bin schön, weil ich eine Frau bin, und nicht, weil ich (auch) irgend etwas dafür tue, auf mich und meine Gesundheit(sic!) zu achten.
    Man beachte dabei: Natürlich sind auch Männer, die sich völlig gehen lassen und einen schwabbelfettbauch vor sich herschieben für Frauen unattraktiv.
    Es hat noch niemandem geschadet, auf sich (körperlich) zu achten.
    Aber für die dicke Dame istsowas als „patriarchale Forderung“ natürlich furchtbar böse…

    Mit ihren Betrachtungen findet sie daher auch gleich, dass bei Bikinibildern,die vermutlich draußen im Freien und in gewisser Bewegung entstanden sind, ein in der bewegung erhobener Arm mindestens ein Hitlergruß sein muss.
    Ihr selbst würde sowas nämlich nie von alleine passieren. Solche übermäßige Bewegung, bei der sich ein Arm mal ungestüm im Spiel über Schulterhöhe erhebt, kommt bei der Dicken Dame sicher nicht so ohne weiteres vor. Daher fühlt sie sich berechtigt, bei einem solchen Vorkommen mindestens üble faschistische Absichten unterstellen zu dürfen. Was soll es auch sonst sein.

    Das zweite ist:
    Da wird den Mädels also der ultimative Hinweis gegeben, was sie tun müssen, damit Jungen sich für sie interessieren, sie mögen, etc.
    Da sind wir doch mal hoch gespannt, welche selbsterniedrigenden perversen Praktiken da den Mädels untergejubelt werden. Was kommt?
    Müssen sie sich in irgend einer Weise besonders kasteien? Vielleicht wieder das Korsett hervorholen, um den Körper mehr an die „männlichen Wunschvorstellungen“ anzupassen?
    Sich sexuell unterwerfen, Hurendiesnte leisten, auspeitschen lassen?

    Nein, es ist alles viel viel schlimmer:
    „Lächle und Du bekommst alles, was du willst“
    Ja, so einfach ist das im Grunde tatsächlich.
    Da wird den Mädels also das einfachste und tiefgreifendste Grundrezept vermittelt, mit der man Jungens um den Finger wickeln kann – aber selbst das ist für die dicke Dame immer noch ein Rezept reinster patriarchalischer Unterdrückung.
    Steht es einer Frau oder einem Mädel denn nicht auch zu, dass die Jungen auf sie abfahren, wenn sie zickig, mies gelaunt, herablassend und verächtlich gegenüber den Jungens sind?

    Warum soll eine Frau oder ein Mädel überhaupt in irgend einer Weise auch nur minimalst etwas dafür investieren, damit zwischenmenschlich etwas passieren kann? und wenn es nur ein Lächeln ist?

    Ach ja, dahinter steckt unter anderem natürlich der Gedanke, dass Männer bzw. die Jungs sich auch kein bisschen anstrengen müssten und niemals auch nur ansatzweise höflich zu Frauen sind, wenn sie sich für sie interessieren.
    Ist doch so, oder?

    Meine Güte, was für ein beschissenes Menschenbild das ist!
    (Und ich sage bewusst „Menschenbild“ und nicht „Männerbild“ …)

  2. „Beim ersten Model dachte ich für einen Augenblick erschrocken, sie streckt den Arm hoch zum Hitlergruß…aber wahrscheinlich bin ich wieder die einzige, die solch verdrehte Assoziationen hat.“
    Nö, warum denn? Tun die bei Femen schließlich auch.

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