DiskriminierungFeminismusFrauenMänner

Akzeptanz oder Toleranz? Die Begrifflichkeiten.

Am Wochenende habe ich es wieder erlebt. Ich habe erneut erlebt, wie Menschen, die für Toleranz und Akzeptanz werben, völlig abgehoben und fern jeder Realitätswahrnehmung übles Gift versprüht haben. Sie haben einen leicht verständlichen Artikel weder begriffen und dementsprechend nicht adäquat reagiert. Es folgte der Versuch eines Shitstorms.

Gut, nehmen wir das erst einmal so hin. Geprägt war das Ganze allerdings von einem Sprachunverständnis und/oder einem völlig irrationalen Anspruchsdenken. Beim Sprachverständnis hapert es schon bei den Begriffen Akzeptanz und Toleranz. Diese beiden Begriffe werden nämlich durch die Buchstaben- und Regenbogenmenschen entweder in völligem Unverständnis oder aber absichtlich in der Art und Weise falsch benutzt, wie es Feministen mit dem Begriff Gleichstellung tun. Grundsätzlich benutzen Feministen diesen Ausdruck nicht falsch, sie vermitteln nur, sie würden Gleichberechtigung meinen. Tatsächlich meinen sie jedoch die Gleichstellung.

Buchstabenmenschen gaukeln ebenso vor, sie meinten Toleranz, fordern aber Akzeptanz. Wir sollten uns diese beiden Begriffe einmal betrachten, um zu sehen, ob die Forderung nach Akzeptanz überhaupt eine für normalsexuelle Menschen ertragbare Forderung ist.

Was bedeutet Akzeptanz?

Werfen wir zuallererst einen Blick in die feministische Wikipedia:

Akzeptanz (von lat. „accipere“ für gutheißen, annehmen, billigen) ist eine Substantivierung des Verbes akzeptieren, welches verstanden wird als annehmen, anerkennen, einwilligen, hinnehmen, billigen, mit jemandem oder etwas einverstanden sein.

Es wird deutlich, dass Akzeptanz auf Freiwilligkeit beruht. Darüber hinaus besteht eine aktive Komponente, im Gegensatz zur passiven, durch das Wort Toleranz beschriebenen Duldung. Akzeptanz drückt ein zustimmendes Werturteil aus und bildet demnach den Gegensatz zur Ablehnung (Aversion).

Ich finde nicht, dass weder homosexuelle noch heterosexuelle Menschen eine andere Sexualität gutheißen müssen. Noch weniger muss man eine andere Sexualität annehmen. Eben dies beinhaltet die Defintion der Wikipedia.

Warum Homosexuelle nun so aggressiv darauf reagieren, wenn man ihnen sagt, dass man sie toleriert, aber nicht akzeptiert, weil man eben heterosexuell ist, liegt außerhalb meines Verständnisbereichs. Eine Freiwilligkeit gibt es ebenfalls nicht: Ist man kritisch, wird man beschimpft und ausgegrenzt.

Homosexualität zu akzeptieren, heißt in der letzendlichen Schlussfolgerung eben nichts anderes als homosexuell zu werden. Wenn jetzt Homosexuelle Heterosexualität akzeptieren, ist das dann wohl ein neues Spiel:

Der heitere Sexualitätentausch!

Das Wirtschaftslexikon Gabler definiert Akzeptanz u. a. folgendermaßen:

1. Begriff: Bereitschaft, einen Sachverhalt billigend hinzunehmen. Akzeptanz gegenüber einem Gegenstand wird als Teilaspekt der Konformität im Spektrum zwischen Gehorsam, Anpassung und Verinnerlichung gesehen. Neben der zeitpunktbezogenen Akzeptanz interessiert die Veränderung im Zeitablauf durch Lernen.

Im Wiktionary steht:

Bedeutungen:

[1] (zustimmende) Annahme, Anerkennung; auch Bereitschaft, etwas anzunehmen oder zu akzeptieren

  • Gehorsam gegenüber einer entgegengesetzten Sexualität? *räusper*
  • Anpassung gegenüber einer entgegengesetzen Sexualität? siehe oben
  • Verinnerlichung einer entgegengesetzten Sexualität? siehe nochmals oben
  • Annahme oder die Bereitschaft dazu? s. o.

Die Frage ist nun: Geht es den Buchstabenmenschen tatsächlich um eine Anpassung, eine Annahme, eine Verinnerlichung usw.?

Sollte die Antwort ja lauten, spätestens dann wären alle die Argumente, die wir fremdernannten Homophoben gegen Bildungspläne, Frühsexualisierung und Vielfalt unter der Forderung nach Akzeptanz äußern,völlig korrekt und dementsprechend unkritisierbar.

Sollte die Antwort nein lauten, ergibt sich eine neue Frage: Warum beschäftigen sich Buchstabenmenschen und Freunde nicht einmal in Ruhe ohne andere Menschen zu beschimpfen und zu „beshitstormen“ mit der deutschen Sprache?

Die Frage, die sich aber sowieso ständig ergibt:

Warum sind Menschen, die mehr Verständnis für ihre eigene Sexualität fordern immer derartig aggressiv und sogar beleidigend?

Ich wiederhole die Dinge, die ich am Wochenende über mich lesen musste an dieser Stelle nicht. Es war allerdings auffällig, dass „Gemäßigte“, Homosexuelle und Feministen im selben Beleidigungsboot unterwegs waren. Es ging auch nicht nur um Beleidigungen, es ging darum zu verletzen. Der Homosexuelle ist allerdings frühzeitig aus dem Boot ausgestieben und hat sich entschuldigt. Dafür gebührt ihm mein Respekt. Den anderen aber ging es nur darum,  mich in Misskredit zu bringen, mich zu beleidigen, mich gar zu verletzen. Wir Normalsexuellen sagen immer: „Wer f…. will, muss freundlich sein!“ Von Freundlichkeit in vielfältiger Form spürt man nichts – eher das genaue Gegenteil.

Was bedeutet nun Toleranz?

Wiktionary:

[1] nur Singular gebräuchlich: Eigenschaft, etwas dulden, ertragen oder zulassen zu können

Wikipedia:

Toleranz, auch Duldsamkeit, ist allgemein ein Geltenlassen und Gewährenlassen fremder Überzeugungen, Handlungsweisen und Sitten. Umgangssprachlich ist damit heute häufig auch die Anerkennung einer Gleichberechtigung gemeint, die jedoch über den eigentlichen Begriff („Duldung“) hinausgeht.

Ich habe immer gesagt, dass ich Homosexualität toleriere. Ich lasse Homosexualität dementsprechend gelten, ich lasse Homosexuelle gewähren und Erkenne auch eine Gleichberechtigung in gewissen Grenzen an.

Warum also werden Homosexuelle aggressiv, wenn man ihnen Toleranz aber keine Akzeptanz gewährt?

Hier könnte man z. B. schlussfolgern, dass die extreme Ablehnung einer gegenteiligen Sexualität auf homosexueller Seite viel ausgeprägter ist als auf heterosexueller Seite. Die Personen, die als Homosexuelle andere – Normalsexuelle – ständig mit Vokabeln wie „homophob“ usw. beschimpfen müssen, erwecken in mir den Verdacht der Heterophobie allein aufgrund ihrer Aggressivität.

Warum „Heten“ andere Normalsexuelle als homophob bezeichnen, scheint am Geiste des Bessermenschens zu liegen. Wer sich eine längere Zeit mit so manch angeblich linken oder gar den Grünen beschäftigt hat, weiß woher dieses Bessermenschentum stammt.

In einem Blogbeitrag des Schwulemikers Adrian sind die folgenden Worte zu lesen:

So wie ich jeden Tag Euch Heteros sehen muss. Eure Händchenhalterei. Eure Küsserei. Eure Beziehungen. Eure Konflikte. Tag für Tag. Auf der Straße, bei der Arbeit, in den Medien. Kein Entrinnen, kein EntkommenHeterosexualität allerorten. Immer! Überall!

Aber ich bezeichne es nicht als Belästigung. Denn ich respektiere Euch Heteros. Akzeptiere Euch. Euer Leben. Eure Liebe. Eure Menschlichkeit.

Anhand dieser Worte werden mehrere Dinge deutlich:

Er hat sehr wohl eine tief innewohnende Ablehnung gegenüber der Heterosexualität. Worte, die auf -erei enden, werden durch diese Wortendung grundsätzlich negativiert oder sind von Anfang an negativ belegt: Herumzickerei, Spinnerei, Faulenzerei usw. Dieses sprachliche Konstrukt negativiert Wörter.

Kein Entrinnen, kein Entkommen – Heterosexualität allerorten. Immer! Überall!

Stellt für mich die Beschreibung von etwas Bedrohlichem dar: Man will normalerweise etwas entkommen, das man als Bedrohung ansieht. So heilig, wie er tut, ist es um seine Wahrnehmung der Heterosexualität also nicht bestellt. Es wirkt eher wie gelebter Verfolgungswahn, da er es sogar in Worte fasst.

Daher steht die Aussage „Aber ich bezeichne es nicht als Belästigung.“ im diametralen Gegensatz zu seiner vorherigen Auslassung über die Küsserei und der Wahrnehmung, er müsse der Heterosexualität entkommen. Ich glaube allerdings tatsächlich, dass die erste Aussage seine Meinung eher trifft, als die politisch korrekte Aussage am Ende. Er hat sich schon zuvor über „heterosexuelle Belästigung“ in Kommentaren geäußert.

Ich habe allerdings gezeigt, dass er Heterosexualität gar nicht akzeptieren kann, weil es eben nicht seiner Sexualität entspricht. Nun stellt sich aber eine weitere Frage: Ist Homosexualität angeboren oder  nicht? Ist sie es nicht, könnte er problemlos akzeptieren. Er wird allerdings keinen Bedarf darin sehen, da er sich mit seiner Sexualität wohlfühlt. Genau so ergeht es mir auch. Daher müssen wir beide die Sexualität des anderen nicht akzeptieren, wir sollten sie tolerieren.

Adrian hat sich allerdings auch schon folgendermaßen geäußert:

Fordern geht immer.
Fordern geht immer.

 Toleranz ist auch völlig ausreichend.


Als Ergänzung:

Homosexualität: Akzeptanz oder Toleranz?


[perfect_quotes id=“3757″]

Edit: Intellekt der „Gemäßigten“ – kein Kommentar

mehr_als_erklären_geht_nicht_01

mehr_als_erklären_geht_nicht_02

 

8 Gedanken zu „Akzeptanz oder Toleranz? Die Begrifflichkeiten.

  1. Immer wenn es um das Thema „Toleranz vs. Akzeptanz“ geht fällt mir dazu die eine Folge von South Park ein, in der es um einen schwulen Lehrer ging, der erreichen wollte, dass man ihn für seine sexuelle Neigung feuert, um die Schule auf Schadensersatz verklagen zu können. Hierfür praktiziert er alle möglichen, versauten Dinge vor der Schulklasse und steigert sich dabei in immer neue Superlative. Statt aber kritisiert zu werden, ertönt vonseiten der Eltern und Kollegen nur Beifall, weil sich keiner traut, was zu sagen, dass man als homophob auslegen könnte und die Kinder, die sich über den Lehrer beschweren, werden als „intolerant“ gebrandmarkt. Ich finde die Folge verarbeitet das Thema geradezu perfekt (auf humoristische Weise). Besonders die „Toleranz-Rede“ gegen Ende der Folge finde ich äußerst treffend formuliert:
    http://www.southpark.de/clips/104225/akzeptanz-rede
    „Wenn man etwas toleriert, heißt das noch lange nicht, dass man es auch gutheißen muss. Tolerieren heißt nur, dass man es erträgt“. Was gemeinhin (oder vilemehr mittlerweile) mit dem (Kampf-)Begriff „Toleranz“ wirklich gemeint bzw. gefordert wird ist „Akzeptanz“. Und das ist schlicht falsch. Man kann Menschen nicht zwingen, etwas toll zu finden, oder begeistert zu feiern. Was man wiederum verlangen kann ist, dass sie es hinnehmen gemäß dem Leitsatz „Leben und leben lassen“. Zudem ist Toleranz nichts, das man Kindern/Menschen einfach beibringen könnte, wie etwa das Ein-mal-Eins, sondern etwas, dass sich mit zunehmendem Alter, Erfahrung, Aufklärung / Bildung etc. (von selbst) einstellt.

    1. Ja, South Park ist da oftmals ehrlicher als das politisch korrekte Geschwurbel 😀
      Ich halte Akzeptanz auch für überflüssig, zumal es den totalitären Regenbogen-Fanatikern eh weder um Toleranz noch um Akzeptanz geht, sondern – genauso wie den Feministinnen – um eine anvisierte „Überlegenheit“ der eigenen Gruppe. So gesellt sich zum feministischen Ziel der „Female Supremacy“ das Ziel der Regenbogen-Totalitären nach „Gay Supremacy“, „Trans Supremacy“ etc. Und die wundern sich dann ernsthaft über Widerstand? Wie strohdumm sind die eigentlich?!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.